- Augengesundheit
- Behindertenrechte
- Inklusion im Beruf
- Inklusive Bildung
Das Jahr 2022 war für Licht für die Welt ein Jahr voller Meilensteine. Gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen, Expert*innen und Gemeinschaften konnten wir die Inklusion von Menschen mit Behinderungen weltweit nachhaltig stärken und die Augengesundheit in benachteiligten Regionen verbessern.
Unser Ziel bleibt klar: langfristige, strukturelle Veränderungen in unseren Mandatsbereichen zu bewirken. Ob barrierefreie Sexualerziehung im Südsudan, neue Ausbildungsprogramme in Uganda oder technische Hilfsmittel für Schüler*innen in Burkina Faso – 2022 war geprägt von konkreten Erfolgen mit nachhaltiger Wirkung.
1. Neue Geschäftsführerin Julia Moser stärkt Behindertenrechte in Österreich
Im Juli 2022 übernahm die Behindertenrechtsexpertin Julia Moser die Geschäftsführung von Licht für die Welt Österreich und folgte damit auf Rupert Roniger.
Die studierte Juristin bringt fundierte Expertise sowie jahrelange hauptberufliche und ehrenamtliche Erfahrungen in der Inklusion von Menschen mit Behinderungen mit und nutzt ihre Stimme, um auf Missstände aufmerksam zu machen.
Ihr Fokus: die globale Durchsetzung der Rechte von Menschen mit Behinderungen – insbesondere in Regionen, in denen Armut und Ausgrenzung eng miteinander verbunden sind. Denn Inklusion ist ein entscheidender Hebel zur Armutsbekämpfung.
Die Rechte von Menschen mit Behinderungen sind Licht für die Welt und mir sehr wichtig. Ich freue mich, diese gemeinsame Mission als Geschäftsführerin in Österreich voranzubringen. Licht für die Welt ist in armen Regionen der Welt aktiv. Das ist zentral, denn Inklusion hilft aus der Armut und muss daher global gedacht werden.
Julia Moser, Geschäftsführerin Österreich
2. 20 Jahre österreichisches Spendengütesiegel
Seit 2001 trägt Licht für die Welt das österreichische Spendengütesiegel – 2022 bereits zum 20. Mal in Folge. Diese Auszeichnung steht für Transparenz, geprüfte Mittelverwendung und verantwortungsvollen Umgang mit Spendengeldern.
Für unsere Unterstützer*innen bedeutet das: Vertrauen, Sicherheit und nachhaltige Wirkung.
Uganda: Innovative Ausbildung für persönliche Assistenz
An der Kyambogo University in Kampala schlossen im März 2022 die ersten 15 Absolvent*innen den neu entwickelten Kurs für persönliche Assistenz ab.
Die Kyambogo-Universität in Ugandas Hauptstadt Kampala, darf jetzt ihre ersten ausgebildeten persönlichen Assistenten begrüßen:
Diese Absolvent*innen werden Teil des Unterstützungszentrums für Menschen mit Behinderungen sein, wo sie Studierenden und Menschen mit Behinderungen an der Universität mit Rat und Tat zur Seite stehen werden.
Dr. Okwaput Stalus, Vertreter des Dekans
Das Programm wurde von unserem Inklusionsberater Musa Mwambu in Zusammenarbeit mit der Universität entwickelt. Ziel ist es, Studierende und Menschen mit Behinderungen professionell zu unterstützen und Barrieren im Bildungsbereich abzubauen.
4. Burkina Faso: Zugang zu Bildung für blinde Schüler*innen
In Burkina Faso verbesserten wir den Zugang zu Lernmaterialien für blinde und sehbehinderte Schüler*innen durch technische Hilfsmittel wie Laptops, Tablets und Solarladegeräte.
Die Geräte ermöglichen es, Unterricht aufzuzeichnen, Texte zu transkribieren, digitale Bücher zu lesen und selbstständig zu arbeiten – ein entscheidender Schritt für inklusive Bildung.
5. Barrierefreie Sexualerziehung im Südsudan
Gemeinsam mit dem Bildungsministerium im Südsudan und der UNESCO führten wir barrierefreie Schulungsmaterialien zur Sexualerziehung ein.
Die Inhalte sind nun in Brailleschrift, als Video und in Gebärdensprache verfügbar. Damit erhalten erstmals auch Menschen mit Seh- oder Hörbehinderungen Zugang zu umfassender Aufklärung – ein wichtiger Beitrag zur Prävention geschlechtsspezifischer Gewalt.
6. 116 neue Inklusionsberater*innen ausgebildet
2022 wurden 116 Personen – viele davon selbst mit Behinderung – zu Inklusionsberater*innen ausgebildet.
Sie begleiten Unternehmen und Organisationen auf dem Weg zu barrierefreien Arbeitsplätzen und inklusiven Strukturen. Der neunmonatige Kurs kombiniert Theorie, Praxis und Mentoring – mit nachhaltiger Wirkung auf dem Arbeitsmarkt.
Die Absolventin Ocotoko Mercy Monica sagt:
Während des gesamten Stipendiums hat sich bei mir eingeprägt, dass wir Lösungen finden müssen. Jetzt, wo ich das Zertifikat habe, bin ich mehr als bereit, Organisationen und Unternehmen Lösungen anzubieten, wie sie Menschen mit Behinderungen besser inkludieren können.
Ocotoko Mercy Monica, Inklusionsberaterin
7. Uganda: Erfolgreicher Abschluss von „Make 12,4% Work“
In Uganda leben 12,4% Menschen der Gesamtbevölkerung mit einer Behinderung. Die Initiative „Make 12,4% Work“, auf Deutsch „Bringen wir 12,4% in die Arbeitswelt“ war auf fünf Jahre angelegt. In dessen Mittelpunkt stehen junge Menschen mit Behinderung, die wir auf ihrem Weg in die Arbeitswelt begleitet haben

Ergebnisse im Überblick:
- 151 Organisationen und Unternehmen beteiligten sich
- 3.231 Personen erhielten Inklusionsschulungen
- 468 Menschen mit Behinderungen wurden direkt in Beschäftigungsprogramme eingebunden
- 7.087 Personen profitierten von Maßnahmen zur Existenzsicherung
Die Initiative stärkte Selbstvertrauen, Kompetenzen und Beschäftigungschancen von Menschen mit Behinderungen nachhaltig.ildet, sondern auch Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen eröffnet.
8. Inklusive Katastrophenhilfe in Mosambik
In Mosambik entwickelten Betroffene gemeinsam inklusive Ansätze für Nothilfemaßnahmen – insbesondere nach dem Wirbelsturm Idai in der Region Sofala.
40 ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen erarbeiteten konkrete Vorschläge für barrierefreie Katastrophenhilfe. Die Regierung integrierte diese Ansätze in ihr Programm für soziale Aktionsdienste – ein struktureller Erfolg.
Dazu zählen beispielsweise Schulungen für Trainer*innen für Projekte, die Menschen mit Behinderungen unterstützen und ihnen helfen, sich von humanitären Katastrophen zu erholen und ein unabhängiges Leben zu führen.
9. Internationale Auszeichnungen für Programme und Expert*innen
Mehrere Initiativen wurden 2022 ausgezeichnet:
- Das kenianische Programm InBusiness erhielt den National Diversity and Inclusion Award als bestes Sozialunternehmen in Kenia.
- Unser Advocacy-Leiter Elie Bagbila wurde in den Vorstand des International Disability and Development Consortium gewählt.
- Das Projekt EnableMe Kenya wurde mit dem Zero Project Award 2023 ausgezeichnet.
- Der Leitfaden für inklusive Wahlen in Burkina Faso erhielt ebenfalls internationale Anerkennung.
Zudem wurden engagierte Inklusionsberaterinnen wie Jane Waithera und Asunta Adut für ihre Arbeit geehrt.
Asunta Adut, Botschafterin für die Rechte von Menschen mit Behinderungen im Südsudan, erhielt ein Stipendium des norwegischen Menschenrechtsfonds für ihre Arbeit.
Heute bin ich stolz darauf, eine von 32 Inklusionsberater*innen zu sein, die Schulungen durchführen und Vorbilder für Organisationen im ganzen Land sind. Wenn die Menschen sehen, wie zum Beispiel eine blinde Person in unserer Behinderten-Inklusionsgruppe einen Workshop mit Hilfe eines Laptops leitet, hat das eine große Wirkung.
Asunta Adut, Botschafterin für die Rechte von Menschen mit Behinderungen im Südsudan
Fazit: 2022 als Meilenstein für globale Inklusion
Die Erfolge des Jahres 2022 zeigen deutlich: Inklusion von Menschen mit Behinderungen weltweit ist möglich, wenn Partnerschaften, Fachwissen und Engagement zusammenwirken.
Dank der Unterstützung unserer Spender*innen konnten wir nachhaltige Strukturen schaffen, Bildungszugänge verbessern und Beschäftigungsmöglichkeiten erweitern. Gemeinsam gestalten wir eine Welt, in der alle Menschen ihre Potenziale entfalten können.