Vermeidbare Blindheit

80% aller Blindheitsfälle sind vermeidbar. Foto: Herbert Starmühler

Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass weltweit 39 Millionen Menschen blind sind. Knapp mehr als die Hälfte von ihnen hat Grauen Star und kann durch eine kurze, einfache Operation das Augenlicht zurückbekommen. In Europa ist das kein Problem. In Armutsregionen sieht die Sache aber anders aus. Den Menschen dort zu helfen, zahlt sich aus: laut WHO bedeutet jeder Euro, der für Blindheitsverhütung ausgegeben wird, dass vier Euro für die Volkswirtschaft vor Ort zur Verfügung stehen.

Unsere augenmedizinische Hilfe hat Erfolg!

Als Teil der Koalition VISION 2020 haben wir schon beachtliche Erfolge erzielt. Dabei setzen wir auf Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen, Bildungseinrichtungen und öffentlichen Stellen vor Ort.

  • Immer weniger Menschen erblinden. Und das, obwohl die Weltbevölkerung steigt.
  • Die früher gefürchtete Flussblindheit oder Onchozerkose ist heute weitgehend unter Kontrolle.
  • Trachom betrifft heute weniger als 40 Millionen Menschen. 1985 waren es noch 360 Millionen! Bis 2020 wollen wir Trachom ganz besiegen.

Ursachen für vermeidbare Blindheit

Grauer Star

Grauer Star ist weltweit die häufigste Blindheitsursache. 20 Millionen Menschen haben durch ihn ihr Augenlicht verloren. Die meisten Menschen über 60 kennen Grauen Star: die Augenlinsen trüben sich ein. In einer Operation wird die getrübte Linse entfernt und durch eine klare Kunstlinse ersetzt. Das dauert weniger als eine Viertelstunde pro Auge. In den vergangenen 25 Jahren hat LICHT FÜR DIE WELT über 500.000 Operationen am Grauen Star ermöglicht.

Grüner Star

Grüner Star ist weltweit die zweithäufigste Ursache für Blindheit. 4,5 Mio. Menschen haben dadurch ihr Augenlicht verloren. Bei Grünem Star ist der Innendruck des Auges zu hoch. Das schädigt mit der Zeit den Sehnerv immer stärker. Grüner Star kann durch Medikamente und Operationsmethoden behandelt werden. LICHT FÜR DIE WELT engagiert sich in der Ausbildung von Fachkräften, die Grünen Star behandeln können.

Trachom

Trachom war früher auch in Österreich verbreitet und unter dem Namen  „Ägyptische Körnerkrankheit“ gefürchtet. Es handelt sich dabei um immer wiederkehrende Augenentzündungen, die durch Chlamydien ausgelöst werden. Durch Verbesserung der Lebensumstände und der medizinischen Versorgung der Menschen ist es heute im Rückgang. Trotzdem sind noch immer etwa 1,2 Millionen Menschen blind, weil ihr Trachom nicht rechtzeitig behandelt worden ist. Bis zum Jahr 2020 will LICHT FÜR DIE WELT erreichen, dass niemand mehr an Trachom erblinden muss.

Was wir tun

Yetnebersh Nigussie mit ihrer Tochter

„Meine Behinderung war auch eine Chance“, sagt Behindertenrechts-Aktivistin Yetnebersh Nigussie aus Äthiopien. Statt jung verheiratet zu werden, hat Yetnebersh studiert und setzt sich heute als Expertin für eine inklusive Gesellschaft ein.

Tamiru ist auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben

Mit acht Jahren hat Tamiru sein rechtes Bein verloren. In einem gemeindenahen Reha-Projekt von LICHT FÜR DIE WELT hat er gelernt, den Alltag zu meistern. Tamiru ist auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben.

Aumauk und Charlie in der inklusiven Schule

Aumauk und Charli aus Burkina Faso gehen in die Schule unseres Partnervereins CEFISE. Hier werden Hörende und Gehörlose gemeinsam unterrichtet. Und alle lernen zusammen Gebärdensprache.