- Augengesundheit
Im Südsudan wird seit 2020 Blindenfußball gespielt – und was als kleines Trainingsprojekt begann, ist zu einer Bewegung geworden. Mit Unterstützung von Licht für die Welt und der adidas Foundation trainieren die besten Spieler heute als Nationalteam.
Yona hat zwei Jahre lang das Haus nicht verlassen. Jimmy dachte, er sei nutzlos. Martin verlor mit 10 Jahren sein Augenlicht – und kurz darauf jeden Glauben an die Zukunft.
Heute stehen sie gemeinsam mit ihren Teamkollegen auf dem Fußballplatz und haben 2026 den Gastgeber Uganda in der innerafrikanischen 2. Division im Blindenfußball besiegt. Ihr großer Traum: die Paralympischen Spiele 2028 in Los Angeles. Gleichzeitig setzen sie mit ihrem Ehrgeiz ein Zeichen gegen Ausgrenzung, Isolation und eine Welt, die sie und andere Menschen mit Behinderung ins Abseits stellt. Das sind die „Bright Stars” aus dem Südsudan.
Panini-Portraits von 4 Spielern
Martin Ladu Paul – Spieler der ersten Stunde
Martin ist blind auf die Welt gekommen und von Anfang an dabei. Für ihn ist Blindenfußball mehr als Sport – es ist ein Weg, neuen Lebensmut zu schöpfen:
„Wir sagen: Kommt vorbei und schaut uns zu. Dann sind alle erstaunt und bringen ihre blinden Kinder oder Geschwister. Oft ist es das erste Mal, dass sie nach Jahren der Isolation und manchmal sogar Selbstmodversuchen wieder das Haus verlassen und in die Schule gehen. Ich bin sehr stolz, dass wir ihr Leben verbessern können.“

Jimmy Just Augustine – Der Weg zurück

2012 spürt der fußballbegeisterte Jimmy Schmerzen im linken Auge. Was er zunächst für eine Kleinigkeit hält, verändert sein Leben von Grund auf: An beiden Augen löst sich die Netzhaut. Mit rechtzeitiger Behandlung wäre dieser Verlust vermeidbar gewesen. Doch die Hilfe kommt zu spät. Für Jimmy bricht eine Welt zusammen: „Ich dachte, mit dieser Behinderung bin ich nutzlos. Ich hatte große Angst, nie wieder Fußball spielen zu können.“
Doch im Team findet er neues Selbstvertrauen. Heute weiß er: Eine Behinderung schränkt Möglichkeiten nicht ein, sie verändert nur den Weg, sie zu erreichen.
Charles Bepo Morris – Vom Team zur Familie
Charles ist Sportjournalist – und sehend. 2021 liest er auf Facebook zum ersten Mal von einem Blindenfußballteam im Südsudan. Er besucht ein Training, ist sofort fasziniert und steht kurz darauf selbst im Tor.
Nicht alle verstehen das. „Ich wurde kritisiert und gefragt, warum ich als Sehender Blindenfußball spiele”, erinnert er sich. Doch Charles bleibt – und findet etwas, das er nicht mehr missen möchte: „Wir sind wie eine Familie.”

Yona Sabri Ellon – Neue Hoffnung auf dem Spielfeld

Auch Yona hat leidenschaftlich Fußball gespielt, bevor er im Alter von 10 Jahren Augenprobleme bekommt: „Meine Augen haben stark getränt. Im Krankenhaus konnte mir keiner helfen und ich bin völlig erblindet“ , erinnert er sich. „Mit der Erblindung habe ich alle Hoffnung verloren. Ich habe zwei Jahre lang das Haus nicht verlassen.“
„Als ich gehört habe, dass es ein Blindenfußball-Team gibt, habe ich neue Hoffnung geschöpft“, sagt Yona. Er fängt an zu trainieren und geht wieder in die Schule.
Vier Spieler, vier Geschichten – und eine gemeinsame Botschaft: Eine Behinderung entscheidet nicht über die eigenen Möglichkeiten im Leben. Mit dem richtigen Umfeld, Unterstützung und dem Glauben an sich selbst werden aus isolierten Menschen Vorbilder und aus Träumen Wirklichkeit.