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Blind Fußball spielen? Ja, das geht! Und hilft, neben all den anderen positiven Auswirkungen des Sports, Vorurteile abzubauen. Die von Licht für die Welt unterstützte Blindenfußballmannschaft im Südsudan ist ein Beispiel dafür, wie Fußball neue Lebensfreude und Hoffnung für die Zukunft schenken kann.
Fußball bringt Menschen zusammen. Menschen mit Behinderungen brauchen Sport genauso wie Menschen ohne Behinderungen. Und: Sport ermöglicht Inklusion. Das zeigt die Blindenfußballmannschaft im Südsudan! Wir erklären dir, wie der Sport funktioniert.
Die 8 Besonderheiten im Blindenfußball
Blindenfußball unterscheidet sich von Fußball vor allem durch 7 Besonderheiten:
- Beim Blindenfußball spielen zwei Mannschaften mit je fünf Spieler*innen (vier Feldspieler*innen und ein/e Torhüter*in).
- Alle Spieler*innen am Feld sind blind oder tragen eine Augenbinde, damit alle die gleichen Voraussetzungen haben und niemand benachteiligt wird.
- Insgesamt gibt es drei Guides: Den/Die Torhüter*in im eigenen Tor, den/die Trainer*in im mittleren Spielfeld und einen zusätzlichen Mannschaftsguide hinter dem gegnerischen Tor. Die Torhüter*innen und die mannschaftseigenen Guides, die außerhalb des Feldes stehen, sind sehend.
- Im Inneren des Fußballs ist ein Glöckchen oder eine Rassel, sodass die Spieler*innen im Laufe des Spiels hören, wohin der Ball fliegt.
- Während des Spiels wird untereinander mit “Voy!” kommuniziert, em spanischen Wort für “Ich komme!”.
- Im Stadion muss es ruhig sein, damit die Spieler*innen den Ball und die Rufe der Guides und der anderen Spieler*innen hören können.
- Die Tore und das Spielfeld (40x20m) sind kleiner und die Spielfeldränder sind mit Banden abgegrenzt.
- Es gibt keinen Einwurf, sondern einen “Einschuss”, und kein Abseits.

Die “Bright Stars” – die Blindenfußballmannschaft im Südsudan
In der südsudanesischen Hauptstadt Juba gibt es nur ein Fußballfeld, dass sich für Blindenfußball eignet. Hier wird seit dem Jahr 2020 Blindenfußball gespielt. Mit der Unterstützung von Licht für die Welt und der adidas Foundation trainieren Teams regelmäßig. Die besten Spieler bilden das Nationalteam „Bright Stars“.
Diese bestritten ihr internationales Debüt 2026 bei den afrikanischen Meisterschaften in Uganda gegen die Mannschaft des Gastgeberlandes. Daraus gingen die Männer als stolze Sieger hervor.

Beim Blindenfußball geht es aber um viel mehr als “nur” um Fußball spielen und gewinnen.
Denn blinde und fehlsichtige Menschen haben es im Südsudan schwer. Ihr Alltag ist oft einsam. Mit dem Beitritt der Blindenfußballmannschaft eröffnen sich ihnen neue Chancen: Sie treffen auf Gleichgesinnte, entwickeln neuen Ehrgeiz und Hoffnung.

So wie zum Beispiel der fußballbegeisterte Jimmy. Als er 2012 Schmerzen im linken Auge verspürt, ahnt er noch nicht, dass er bald erblinden wird. An beiden Augen löst sich seine Netzhaut. Mit rechtzeitiger und fachgerechter Behandlung hätte dieser Verlust verhindert werden können.
Für Jimmy bricht eine Welt zusammen: „Ich dachte, mit dieser Behinderung bin ich nutzlos. Ich hatte große Angst, nie wieder Fußball spielen zu können.“ Doch im Team findet er neues Selbstvertrauen. Heute weiß er:
Eine Behinderung schränkt Möglichkeiten nicht ein, sie verändert nur den Weg, diese zu erreichen.
Blindenfußball als Paralympische Disziplin
Seit 2004 ist Blindenfußball eine Paralympische Disziplin. Eines Tages selbst an den Paralympischen Spielen teilzunehmen ist eines der großen Ziele der Mannschaft. Und die Spieler sind sich sicher, dass sie es bald erreichen werden – mit ihrem Sieg in Uganda haben sie einen weiteren Meilenstein geschafft!