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4 Gründe, warum mehr Kinder in Afrika an Grauem Star erkranken als in Europa

08.04.2025
  • Augengesundheit

Wenn Sie an Grauen Star denken, stellen Sie sich vermutlich ältere Menschen vor. Tatsächlich tritt die Augenerkrankung, auch Katarakt genannt, vor allem im Alter auf. Doch auch Kinder können davon betroffen sein – und während dies in Europa selten vorkommt, leben in Afrika vergleichsweise viele Kinder mit Katarakt. Die Ursachen sind tragisch, aber erklärbar – und damit auch veränderbar!

Im Folgenden erfahren Sie die vier Hauptgründe, warum Grauer Star (Katarakt) bei Kindern in Afrika häufiger vorkommt als in Europa – und welche Maßnahmen helfen könnten.

1. Infektion der Mutter in der Schwangerschaft 

Kinder können angeborenen Katarakt entwickeln. Neben genetischen Ursachen können bestimmte Infektionen der Mutter während der Schwangerschaft Grauen Star beim ungeborenen Kind auslösen, zum Beispiel Röteln.

In Österreich und vielen europäischen Ländern wird routinemäßig gegen Röteln geimpft. In vielen afrikanischen Ländern haben Frauen jedoch keinen Zugang zu Impfungen, wodurch das Risiko für eine Infektion und daraus resultierende Katarakterkrankungen beim Baby steigt.

2. Unbehandelte Augen-verletzungen oder -entzündungen

Neben angeborenem Katarakt gibt es auch erworbenen Katarakt. Augenverletzungen oder unbehandelte Entzündungen können bei Kindern Grauen Star verursachen.

Ein Beispiel ist der 8-jährige Kiven aus Mosambik: Ein Steinwurf in der Schule verletzte sein Auge. Zunächst wurde er nur mit Augentropfen behandelt, doch nach und nach entwickelte er Katarakt am betroffenen Auge und verlor sein Sehvermögen.

Kiven, ein Junge mit rotem T-Shirt, steht vor dem Fußballtor. In Hintergrund sind verschwommen seine Mitspieler zu sehen. Er gehört zu den Kindern in Afrika, die an Katarakt erkrankt sind.
©Jens Dörre/Licht für die Welt

Viele Kinder in afrikanischen Regionen leben unter schlechten hygienischen Bedingungen, was Augenentzündungen begünstigt. Außerdem fehlt häufig der Zugang zu augenmedizinischer Versorgung.

Aber Kiven hatte Glück: Seine Großmutter brachte ihn erneut ins Krankenhaus, wo er in das von Licht für die Welt unterstützte Zentralkrankenhaus in Maputo überwiesen wurde. Dort wurde er operiert und der Graue Star entfernt. 

Kiven an der Hand mit seiner Großmutter. Er gehört zu den Kindern in Afrika, die an Katarakt erkrankt sind.
©Jens Dörre/Licht für die Welt

3. Fehlende Früherkennung von Grauem Star

In Europa werden Babys nach der Geburt routinemäßig auf Grauen Star untersucht. In vielen afrikanischen Regionen fehlt diese Früherkennung, sodass Katarakt oft unentdeckt bleibt und fortschreitet.

Frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend: Das Auge muss sich entwickeln und lernen zu sehen. Unbehandelter Grauer Star führt zu dauerhafter Erblindung. Und jedes Jahr Blindheit hat Auswirkungen auf die Bildung und Zukunftschancen von Kindern! 

Ein erschreckender Fakt: Rund 40 % aller Blindheitsfälle weltweit sind auf Grauen Star zurückzuführen. In wohlhabenden Regionen liegt dieser Anteil bei ca. 15 %, in einkommensschwachen oder schwer erreichbaren Gegenden Afrikas bei über 50 %.

4. Eingeschränkter Zugang zu adäquater Behandlung

Selbst wenn Eltern Augenprobleme erkennen, ist der Zugang zu Operationen in vielen afrikanischen Regionen schwierig:

  • Viele Ärzt*innen kennen sich mit Augenerkrankungen nicht aus und schicken Patient*innen wieder weg, ohne ihnen zu helfen. 
  • Es herrscht ein Mangel an augenmedizinischen Fachkräften. Selbst wenn sie an ein Krankenhaus mit Spezialist*innen überwiesen werden, müssen an Katarakt erkrankte Patient*innen oft lange Wartezeiten und weite Anreisen auf sich nehmen, bis sie operiert werden. 
  • Häufig können sich einkommensschwache Familien in Afrika die Operation und damit verbundenen Reisekosten gar nicht leisten. 
  • Gerade in ländlichen Gegenden herrscht häufig Misstrauen gegenüber Krankenhäusern. Die Menschen suchen Hilfe bei traditionellen Heiler*innen, deren Methoden aber nicht dafür geeignet sind, Grauen Star zu behandeln. 

Wie Sie helfen können, Katarakt bei Kindern in Afrika zu bekämpfen!

Licht für die Welt unterstützt seit über 30 Jahren Augengesundheitsprogramme in Äthiopien, Burkina Faso, Mosambik und Uganda. Mit Ihrer Spende werden:

  • Fachkräfte ausgebildet
  • notwendige Operationen finanziert
  • Lehrer*innen geschult, um Kinder mit Sehproblemen frühzeitig zu erkennen

Ihre Unterstützung schenkt Kindern mit Katarakt in Afrika eine bessere Zukunft!