„Ein großer Vertrauensbeweis“

Machen Sie sich Gedanken um eine Testamentspende? Maria Wollersberger ist für Sie da.
Maria Wollersberger pflanzt Vergissmein-Nicht

 Maria, du bist die erste Ansprechperson, wenn es um Testamentspenden bei Licht für die Welt geht. Wie bist du dazu gekommen?

 Ich war 18 Jahre als Selbstständige in der Privatwirtschaft in der Beratung tätig. Ursprünglich hatte ich Landwirtschaft studiert, um in die Entwicklungshilfe zu gehen. Um 50 herum habe ich mir dann gedacht „Jetzt oder nie“. Bei Licht für die Welt war die Stelle ausgeschrieben und fand, mein Profil passt gut darauf. Jetzt arbeite ich bereits seit fünf Jahre hier.

Was ist eine Testamentspende genau?

Man kann in seinem Testament jemanden bedenken, jemanden als Erben einsetzen – meistens sind das der Partner/die Partnerin und die Kinder. Man kann aber auch ein Vermächtnis aufsetzen. Dabei kann eine wohltätige Organisation mit einer Geldsumme oder einem bestimmten Gegenstand bedacht werden. Es kommt auch vor, dass Licht für die Welt als Erbe in einem Testament eingesetzt wird. Das ist meist der Fall, wenn keine Kinder da sind oder die Verwandten gut versorgt sind.

Wie läuft eine Testamentspende ab?

Meistens wünschen sich die Leute ein persönliches Gespräch. Ich besuche dann die Dame oder den Herrn, oft auch zu Hause. Entweder hat der/diejenige sein Testament schon gemacht und will mir zeigen, wo die Dokumente sind, oder es gibt allgemein Fragen zur Testamentspende. Dann kläre ich über Erbschaft bzw. Vermächtnis auf und wie man ein Testament verfassen kann. Das Testament wird dann natürlich alleine und unbeeinflusst gemacht, oder – wozu ich raten würde – gemeinsam mit einem Notar oder Rechtsanwalt. Wir haben auch einen guten Kontakt: Herrn Dr. Prayer. Er unterstützt uns hier ganz großartig mit seiner Expertise.

Für welche Projekte/Bereiche kann man eine Testamentspende bei Licht für die Welt machen?

Zum Beispiel für Augenoperationen, Kinder mit Behinderungen oder für ein bestimmtes Land. Es sollte jedoch kein konkretes Projekt sein, weil man ja nie weiß, wann die Testamentspende tatsächlich zufließt, und das spezielle Projekt möglicherweise schon abgeschlossen ist. Das Geld kommt dann auf ein Konto mit der entsprechenden Zweckwidmung, über das widmungsgemäße Projekte finanziert werden. Das wird auch und von einer externen Wirtschaftskanzlei überprüft.

Wie hältst du Kontakt zu SpenderInnen?

Meist führe ich Danktelefonate, schreibe Geburtstagskarten und Weihnachtskarten. Manchmal treffe ich mich auch mit SpenderInnen oder unternehme etwas mit ihnen.

Dir ist der persönliche Kontakt also schon sehr wichtig?

Ja sehr wichtig. Es gibt oft trotzdem noch Fragen. Ich denke, auch der Spender oder die Spenderin hat auch Anrecht darauf, dass sie Informationen über unsere Organisation bekommen und jemand greifbar für sie ist. Denn es ist ein riesiges Vertrauen, das SpenderInnen uns hier entgegenbringen.

Ab wann ist das Ganze „verbindlich“?

Von allen SpenderInnen, die bis jetzt Interesse gezeigt haben, haben uns ca. 5 Prozent darüber informiert, dass sie Licht für die Welt im Testament bedacht haben. Das ist eher die Ausnahme. Ob der Spender/die Spenderin uns über seine/ihre Testamentspende informiert ist seine/ihre eigene, persönliche Entscheidung.

Ab welchem Alter sollte man eine Testamentspende machen?

Viele Menschen denken daran, wenn sie in Pension gehen, so ab 60 bis 65. Oder, wenn ein Angehöriger verstirbt, wenn es vielleicht auch Probleme gegeben hat bei der Abwicklung, weil kein Testament vorhanden war. Oft wird ein Testament um 80 herum noch einmal geändert und auf das eigene persönliche Leben angepasst. Man kann ein Testament jederzeit ändern: Man kann es vernichten, man kann es neu fassen oder anpassen. Ein Testament ist nicht für die Ewigkeit bestimmt, sondern ich bilde meine jetzige Situation ab, wie meine Vermögen aufgeteilt werden sollte, wenn ich jetzt sterben würde.

Bei Licht für die Welt gibt es jetzt einen Testamentsrechner. Was ist das genau?

Menschen, die sich mit ihrem Testament beschäftigen, wissen oft nicht, ob sie ein Testament überhaupt brauchen oder wie etwa die Pflichtteile aussehen. Sie überlegen, woher sie Informationen bekommen und ob es stimmt, was die Freundin, der Nachbar erzählt. In dieser Situation finde ich diesen Testamentsrechner genial, weil ich mit ein paar Klicks herausfinden kann, wer laut geltender Gesetzeslage meine Erben sind. Dann kann ich mir überlegen, ob das passt oder nicht. Und der Testamentsrechner sagt mir auch, über welchen Anteil meines Nachlasses ich frei verfügen kann.

Man merkt, du bist mit Herz bei dem Thema dabei. Was motiviert dich jeden Tag, in diesem Bereich zu arbeiten?

Ich denke, dass mit jeder Testamentspende so viel bewirkt werden kann.

Es ist doch Geld, das oft für spezielle Zwecke, die sonst nicht realisiert werden könnten, eingesetzt wird. Und gerade bei Licht für die Welt merkt man, wieviel Freude man Menschen mit Behinderungen schenken kann, wenn man vor Ort ist, oder die Bilder sieht. Da denke ich, mit einer Testamentspende kann man so viele Menschen erreichen und das finde ich einfach toll.