- Augengesundheit
- Behindertenrechte
- Stories
Weltweit sind Frauen stärker von Blindheit betroffen als Männer: Mit 55 Prozent sind sie überproportional betroffen, obwohl Männer und Frauen gleichermaßen an Augenkrankheiten erkranken. Am Weltfrauentag werfen wir einen Blick auf die strukturellen Benachteiligungen, die Frauen den Zugang zu Augengesundheit erschweren.
Wir beobachten es schon lange, endlich haben wir Daten: In der Klinik in Beira werden 56 Prozent aller Augenoperationen von Licht für die Welt an Männern durchgeführt im Vergleich zu 44 Prozent bei Frauen. Noch immer ist die Benachteiligung von Frauen durch gesellschaftliche Barrieren hoch. Wirtschaftliche und soziale Hürden sind auch der Grund, warum Frauen weniger Zugang zu Gesundheitsvorsorge haben.
Benachteiligung von Frauen in der Gesundheitsvorsorge
In der Klinik in Beira werden 56 Prozent aller Augenoperationen von Licht für die Welt an Männern durchgeführt, während nur 44 Prozent Frauen erreichen. Gesellschaftliche, wirtschaftliche und soziale Hürden verhindern, dass Frauen gleichberechtigt Zugang zu Gesundheitsvorsorge erhalten. Oft fehlt ihnen die finanzielle Entscheidungsfreiheit oder die Möglichkeit, ein Krankenhaus allein zu besuchen.
Bildung und Informationsdefizite verschärfen Blindheit bei Frauen
29 Prozent der Frauen weltweit können weder lesen noch schreiben – im Vergleich zu 18 Prozent der Männer. Dieses Bildungsdefizit schränkt den Zugang zu wichtigen Informationen über Krankheiten und Vorsorgemaßnahmen erheblich ein. Frauen sind dadurch einem höheren Risiko ausgesetzt, an behandelbaren Augenkrankheiten zu erblinden.
Trachom: Frauen besonders gefährdet
Die infektiöse Augenkrankheit Trachom betrifft vor allem Frauen und Kinder. Frauen haben eine 1,8-fach höhere Wahrscheinlichkeit, daran zu erkranken, da sie die Hauptbetreuerinnen von Kindern sind, die die Krankheit übertragen können.
Grüner Star: Weniger Frauen profitieren von Operationen
Obwohl Grüner Star Männer und Frauen gleichermaßen betrifft, zeigen Daten aus der Augenklinik von Licht für die Welt in Äthiopien (2021), dass nur 19 Prozent aller Operationen an Frauen durchgeführt wurden. Viele Frauen erblinden daher unnötig an dieser behandelbaren Krankheit.
Mobile Einsätze: Ein Schlüssel zur Gleichberechtigung
Mobile Einsätze in entlegenen Gebieten sind oft die einzige Chance für Frauen, Zugang zu Augengesundheit zu erhalten. Mullu aus einem kleinen Dorf in Äthiopien profitierte zufällig von einem solchen mobilen Einsatz.
Ihr Weg ins Amba Giyorgis Health Center war beschwerlich und wurde erst mit dem Tuktuk, dann mit dem Bus und stellenweise zu Fuß zurückgelegt.

Nach mehreren Stunden Wartezeit im Gesundheitszentrum hatte sie Glück. In einem provisorischen Operationssaal wurde ihr im Zuge einer 15-minütigen Operation ihre trübe Linse durch eine künstliche ersetzt. Den Heimweg legte Mullu mit einem Verband am linken Auge zurück.

Licht für die Welt: Einsatz für Frauenrechte und Augengesundheit
Gezielte Ansprache von Frauen, Überzeugungsarbeit innerhalb der Familien und mobile medizinische Einsätze helfen, Frauen zu erreichen, die sonst keinen Zugang zu Augenbehandlungen hätten. Licht für die Welt setzt sich weiterhin dafür ein, dass alle Menschen – unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft oder Behinderung – die notwendige Unterstützung erhalten.