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7 Beispiele für inklusive vs. diskriminierende Sprache

14.11.2025
Alberto Campansi, ein 12-jähriger Junge mit Behinderungen, lächelt in die Kamera
  • Behindertenrechte

Wussten Sie, dass Sprache diskriminierend sein kann – auch ohne böse Absicht? Sprache verändert sich ständig. Begriffe, die früher selbstverständlich verwendet wurden, gelten heute als unpassend oder diskriminierend. In diesem Artikel zeigen wir konkrete Beispiele für diskriminierende Sprache – und welche inklusiven Alternativen Sie stattdessen verwenden können.

Warum ist inklusive Sprache wichtig?

Jeder sechste Mensch weltweit lebt mit einer Behinderung. Dennoch stoßen Menschen mit Behinderungen im Alltag weiterhin auf Barrieren, Vorurteile und Diskriminierung – oft beginnt das bereits bei der Wortwahl.

Sprache prägt unser Denken, unsere Wahrnehmung und unser gesellschaftliches Zusammenleben. Sie beeinflusst, wie wir Menschen sehen und behandeln. Diskriminierende Begriffe können stereotype Bilder verstärken und Ausgrenzung fördern. Deshalb ist es nicht egal, welche Worte wir verwenden. 

Ein häufiges Beispiel ist die Formulierung:

„an einer Behinderung leiden“

Diese Wortwahl stellt die betroffene Person automatisch als Opfer dar. Viele Menschen mit Behinderungen empfinden ihre Behinderung jedoch nicht als „Leid“ und wünschen sich kein Mitleid. Eine respektvollere Alternative lautet:

„mit einer Behinderung leben“

Philoméne, eine junge Frau, in ihrem blauen Rollstuhl, den Blick zum Boden gerichtet, lächelnd
Philomène hat Sichelzellenanämie, eine Krankheit, die unter anderem ihre Mobilität einschränkt. Ihr Rollstuhl ist ein Hilfsmittel, der Freiheit ermöglicht – z.B. wieder zur Schule zu gehen.

Das moderne Verständnis von Behinderung

Heute wird Behinderung nicht mehr ausschließlich als individuelle Einschränkung verstanden. Vielmehr entsteht sie durch die Wechselwirkung zwischen Person und Umwelt.

Trifft beispielsweise eine blinde Person auf eine nicht barrierefreie Umgebung, entsteht eine Barriere – also eine „Behinderung“. Das Problem ist somit nicht die Person, sondern eine nicht inklusive Gesellschaft.

Unabsichtlich diskriminierend sprechen?

Viele Menschen verwenden diskriminierende Sprache nicht absichtlich. Dennoch können bestimmte Begriffe verletzend sein.

Sprache entwickelt sich weiter. Worte, die früher üblich waren, gelten heute als veraltet oder respektlos. Sich mit inklusiver Sprache auseinanderzusetzen, ist daher ein wichtiger Schritt zu mehr Sensibilität.

Dass Sie diesen Artikel lesen, zeigt bereits Offenheit für diskriminierungsfreie Sprache und den Willen zur Veränderung. Vielen Dank dafür!

Beispiele: Diskriminierende Begriffe und inklusive Alternativen

Nun zu ein paar Beispielen für Begriffe, die Sie nicht mehr verwenden sollen:

Nicht sagen:Stattdessen sagen:Grund:
BehinderteMenschen mit BehinderungenMenschen sollen nicht auf ihre Behinderung reduziert werden. Die Person steht im Vordergrund.
gehandicapt / invalidebehindertAndere Begriffe gelten als veraltet oder werden von vielen Betroffenen als diskriminierend empfunden.
gesunde Menschen /
normale Menschen
Menschen ohne Behinderung / nichtbehinderte MenschenBehinderung ist keine Krankheit. Zudem ist „normal“ ein subjektiver Begriff.
geistig behindertmit Lernschwierigkeiten / (mit kognitiven Beeinträchtigungen)Viele empfinden „geistig behindert“ als diskriminierend, da ihr „Geist“ nicht behindert ist.
taubstummgehörlos / taub / hörbehindertGehörlose Menschen sind nicht stumm. Sie kommunizieren beispielsweise in Gebärdensprache.
trotz seiner / ihrer
Behinderung
mit seiner / ihrer Behinderung„Trotz“ impliziert, dass der Person etwas nicht zugetraut wurde.
an den Rollstuhl gefesseltSitzt im Rollstuhl / fährt Rollstuhl / ist im Rollstuhl unterwegsEin Rollstuhl ist ein Hilfsmittel, das Mobilität und Freiheit ermöglicht – keine Fessel.

Inklusive Sprache im Alltag bewusst einsetzen

Inklusive Sprache bedeutet nicht, „überkorrekt“ zu sprechen. Es geht darum, respektvoll und bewusst zu formulieren. Kleine Veränderungen in der Wortwahl können große Wirkung haben. Wenn wir diskriminierende Sprache vermeiden, tragen wir zu einer inklusiveren Gesellschaft bei – Schritt für Schritt.

Lassen Sie uns gemeinsam achtsamer sprechen und die Welt ein Stück inklusiver machen!

Quellen: