Direkt zum Inhalt wechseln

Schleichende Blindheit

26.07.2019
Eine Frau mit einem dunklen Kopftuch küsst eine andere Frau in einem weißen Kopftuch und einem Verband auf dem Auge auf die Wange.
  • Augengesundheit
  • Unser Einsatz

Grüner Star kommt in kleinen Schritten, bleibt oft lange unbemerkt und führt unbehandelt zu Blindheit. Sind auch Sie betroffen?

Vielleicht kenn Sie jemanden, der betroffen ist oder haben selbst Erfahrungen damit: Glaukom oder Grüner Star, die zweithäufigste Erblindungsursache nach Grauem Star. Weltweit ist die Augenkrankheit, die unbehandelt zu Blindheit führen kann, im Ansteigen. 60 Millionen Menschen waren es 2010, 2020 soll es Schätzungen zufolge 80 Millionen Menschen mit Grünem Star geben. Der Grund für diesen Anstieg: Wir werden immer älter. Denn an Grünem Star zu erkranken wird mit dem Alter wahrscheinlicher. Schon ab 40 sollten Sie sie sich deshalb regelmäßig durchchecken lassen.

Wir haben die wichtigsten Infos über Grünen Star für Sie gesammelt.

Was ist Grüner Star?

Glaukom, auch Grüner Star genannt,  ist eine Augenerkrankung, die durch zu hohen Augeninnendruck entsteht. Der Druck im Auge schädigt den Sehnerv nachhaltig und führt zu schweren Sehbehinderungen und zu Blindheit.

Wie merken Sie, dass Sie Grünen Star haben?

Sie merken Grünen Star erst, wenn Ihr Sichtfeld auf der Seite eingeschränkt ist. Das heißt, Sie sehen nur einen kleinen Teil in der Mitte klar. Mit der Zeit verkleinert sich dieser klare Bereich bis zur endgültigen Blindheit. Zu dem Zeitpunkt, an dem die Sehprobleme bemerkt werden ist der Sehnerv im betroffenen Auge oft schon massiv geschädigt, oft ist ein Auge bereits erblindet. Dann gibt es kein Zurück mehr, eine Besserung der Sehkraft nicht mehr möglich. Ob Sie betroffen sind, kann nur eine Untersuchung zeigen. Lediglich das zweite Auge kann vor dem Erblinden bewahrt werden bzw. der Erblindungs-Prozess gestoppt werden. Deshalb empfehlen Ärzte bereits ab dem 40. Lebensjahr einen regelmäßigen Glaukom-Check beim Arzt.

Was ist der Unterschied zum Grauen Star?

Grauer Star entsteht durch die Trübung der Augenlinse und führt zu Blindheit, wenn keine Operation möglich ist. Das ist vor allem in Entwicklungsländern mit schlechter Gesundheitsversorgung der Fall, in Industrieländern wie Österreich wird schnell gehandelt. Grauer Star kann mit einer 15-minütigen Operation entfernt werden, der Betroffene kann kurz danach wieder sehen.

Grüner Star kann nicht geheilt werden. Ist der Sehnerv einmal geschädigt, bleibt er es auch. Jedoch kann Grüner Star schon im frühen Stadium, in dem es noch keine Seheinschränkungen gibt, mit Medikamenten oder einer OP gestoppt werden.

Warum ist Grüner Star ein so großes Problem in Afrika?

Gerade weil Glaukom in den meisten Fällen zu Beginn keine Symptome aufweist und viele Menschen nicht wissen, dass sie die Augenkrankheit haben. Es mangelt an Bewusstsein und gesundheitlicher Versorgung. Viele Diagnosen – wenn überhaupt – werden erst gestellt, wenn die Menschen schon auf einem Auge erblindet sind. Grüner Star kann durch Augentropfen, durch Operation oder mittels Laser sehr gut behandelt werden. Jedoch sind die Kosten für die medikamentöse Behandlung, die ein Leben lang täglich erfolgen muss, für viele unerschwinglich. Hinzu kommt, dass die Augentropfen nicht immer und in allen Regionen erhältlich sind. Dabei ist Grüner Star in Subsahara-Afrika viel weiter verbreitet als in Europa. Im Vergleich zu Europa erkranken doppelt so viele Menschen an Grünem Star.

Wie hilft Licht für die Welt?

In den Ländern Mosambik, Äthiopien und Burkina Faso wird Licht für die Welt zusammen mit Partnerorganisationen fünf Zentren für Glaukomerkennung und -behandlung errichten. Fünf Augenärzte werden zu Glaukomspezialisten ausgebildet und mehr als hundert Augenärzte und medizinisches Fachpersonal über Glaukom geschult. Durch die verbesserte Behandlung und höheres Bewusstsein zur Krankheit kann Glaukomblindheit endlich vorgebeugt werden.