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Naresh und seine Freunde

Jahrelang traute sich Naresh nicht aus dem Haus. Heute geht er mit seinen Freunden zur Schule. Was ist passiert?
Bild: Naresh und seine zwei Freunde lachen

Naresh Ray hatte Angst davor, aus dem Haus zu gehen. Hier ist er groß geworden. Zwischen den hellbraun-brüchigen Lehmwänden, den Bambusgerüsten, die sie zusammenhalten, zwischen den Tüchern, die von der Decke hängen. Wenn die Sonne hereinscheint, leuchten sie besonders. Gelb, grün – vielleicht blau.

Welche Farbe sie haben, kann der Zehnjährige aus Indien nicht erkennen. Seit Geburt hat er eine starke Sehbehinderung. Das ist auch der Grund, warum er die meiste Zeit seines Lebens in diesem Haus verbrachte. Er hatte keine Freunde außer seiner zwei Geschwister. Kein Behindertenzertifikat, weil seine Eltern beide Analphabeten sind. Somit keine Unterstützung seitens der Regierung wie etwa Braille-Unterricht oder einen Blindenstock.

Selbstbestimmtes Leben

Hier kommt Licht für die Welt ins Spiel. Mit einem Ansatz, den wir „Gemeindenahe Rehabilitation“ nennen, schauen unsere KollegInnen vor Ort, Kinder mit Behinderungen wie Naresh zu einem selbstbestimmten Leben zu verhelfen und in eine Gemeinschaft zu integrieren. Unser Reha-Team hat Nareshs Eltern dabei unterstützt, soziale Hilfe zu beantragen, eine Reha-Helferin kam jede Woche zur Familie nach Hause, um Naresh zu zeigen, wie er sich trotz seiner Sehbehinderung selbständig bewegen und leben kann.Heute traut sich Naresh außerdem aus dem Haus. Und auch wenn er die Farben der Welt draußen nicht sehen kann – spürt er die Sonne auf seinem Gesicht, und zwei Hände, die ihn halten. Eine links und eine rechts. Seine zwei Freunde begleiten ihn jeden Tag zur Schule.