Welternährungstag: Mehr Hilfe vor Ort

Caritas, Rotes Kreuz, Diakonie und Licht für die Welt fordern die Regierung zu mehr Hilfe vor Ort auf.
Caritas Generalsekretär Christoph Schweifer, Diakonie Direktorin Maria Katharina Moser, Sabine Prenn Geschäftsführerin von Licht für die Welt und Rotkreuz-Präsident Gerald Schöpfer

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Montag, den 15. Oktober, erinnern Caritas Generalsekretär Christoph Schweifer, Diakonie Direktorin Maria Katharina Moser, Sabine Prenn Geschäftsführerin von Licht für die Welt und Rotkreuz-Präsident Gerald Schöpfer an die bereits mehrfache Ankündigung der österreichischen Bundesregierung, die Hilfe vor Ort auszubauen. Anlässlich des Welternährungstages am 16. Oktober und im Rahmen des Vorsitzes der EU-Ratspräsidentschaft Österreichs fordern die Hilfsorganisationen, endlich mehr Hilfe vor Ort zu leisten.

Hunger führt zu Behinderungen

Was hat Hunger mit Behinderung zu tun? Menschen mit Behinderungen, gerade Frauen und Kinder, haben es in Katastrophen und humanitären Krisen besonders schwer. Sie werden systematisch übersehen und vergessen. Ein weiterer Fakt ist, dass Armut oftmals Unter- und Mangelernährung bedingt. Jedes vierte Kind in Entwicklungsländern ist unterernährt. Das kann Wachstum und Entwicklung des Kindes unwiderruflich schädigen und Behinderungen verursachen. 156 Millionen Kinder weltweit zeigen solche Wachstumsstörungen. Durch Mangelernährung erblinden jährlich bis zu einer halben Million Kleinkinder. „Das könnte leicht durch die Gabe von Vitamin A in den ärmsten Ländern verhindert werden“, so Licht für die Welt Geschäftsführerin Sabine Prenn.

Was kann Österreich tun?

In der Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung verpflichtet sich die Staatengemeinschaft Armut und Hunger bis 2030 abzuschaffen. Österreich ist eines der reichsten Länder der Welt und muss seine Verpflichtungen wahrnehmen:

• Umgehende, rasche und unkomplizierte Vergabe der verbleibenden Mittel des Auslandskatastrophenfonds und drastische Erhöhung der Mittel für die nächsten Jahre
• Zugang von Kindern, Frauen und Männern mit Behinderungen zu Nahrungsmittelhilfeprojekten und Projekten zu Ernährungssicherheit
• Aufstockung der EZA-Gelder auf 0,7% des BNE
• Gründung eines Zukunftspaktes mit Afrika als Teil der Europäischen Außenpolitik
• Berücksichtigung von Menschen mit Behinderungen in der Umsetzung des Dreijahresprogramms der OEZA.