Starke Stimmen für Inklusion am Welttag der Menschen mit Behinderungen

Der 3. Dezember ist der Welttag der Menschen mit Behinderungen. Während die COVID-19-Pandemie die Welt in Atem hält, ist es wichtig, die Weichen für Inklusion zu stellen. Im Südsudan nützen Regierung, UN-Organisationen, Organisationen von Menschen mit Behinderungen und NGOs diesen Tag für die gemeinsame Planung.
Eine Gruppe Menschen steht vor einem Hauseingang in Juba im Südsudan. Sie blicken lachend in die Kamera. (c) Licht für die Welt

Die COVID-19 Krise betrifft alle Menschen weltweit, doch die Auswirkungen spüren marginalisierte Gruppen am Stärksten. Zu ihnen zählen auch Menschen mit Behinderungen. Sie machen 15 % der Weltbevölkerung aus. 80 % von ihnen leben in einkommensschwachen Ländern wie beispielsweise dem Südsudan. Wegen anhaltender Konflikte suchen dort mehr als 1,5 Millionen Menschen in Flüchtlingslagern Schutz. COVID-19 ist in den Lagern eine konstante Bedrohung, vor der sie sich nur schwer schützen können.

Die Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Pandemie bedeuten wesentliche Einschnitte im Leben der Menschen. Die Schulen waren 6 Monate geschlossen, vielerorts war von steigenden Lebensmittelpreisen die Rede. Der Welttag der Menschen mit Behinderungen 2020 steht unter dem Motto „Besser wiederaufbauen: für eine inklusive, barrierefreie und nachhaltige Welt nach COVID-19“. Dieser Auftrag ist wörtlich zu nehmen und muss vor allem heißen, dass das Recht auf Mitbestimmung von Menschen mit Behinderungen überall verwirklicht wird. 

Ein Meilenstein im Südsudan

Südsudans Dachverband der Organisationen von Menschen mit Behinderungen nutzt den 3. Dezember, um auf die Rechte von Menschen mit Behinderungen, Inklusion und ihre Teilnahme am politischen Geschehen aufmerksam zu machen. 

Der Dachverband wurde erst vor Kurzem im September 2020 gegründet und stellt einen Meilenstein für die Selbstvertretung von Menschen mit Behinderungen im Südsudan dar. “Wir Menschen mit Behinderungen im Südsudan brauchen Gleichberechtigung und die Möglichkeit, Entscheidungen aktiv mitzugestalten. Wir müssen in allen sozialen, politischen und wirtschaftlichen Bereichen involviert sein,“ sagt Seme Lado Michael, der Generalsekretär des Dachverbands. 

Die COVID-19 Krise als Chance für Inklusion

Gemeinsam mit dem Ministerium für Sozialwesen und Geschlechtergerechtigkeit und technischer sowie finanzieller Unterstützung von Licht für die Welt feiert der Dachverband in der südsudanesischen Hauptstadt Juba den Welttag mit einem bunten Programm. Neben hochrangigen Diskussionen mit Regierung, UN, NGOs, Behindertenverbänden über eine inklusive Zukunft nach COVID-19, finden ein inklusives Fußballspiel und ein Solidaritätsmarsch statt. 

Alle Menschen haben das Recht, an der Gesellschaft teilzunehmen. COVID-19 kann eine Chance sein, dies in die Tat umzusetzen!