„Mit meinem Testament Gutes bewirken“

Gertraud Blätterbinder ist mit Leib und Seele Lehrerin. Wenn die Sommerferien kommen, macht sie sich auch andere Gedanken. Zum Beispiel: Wie sie über ihr Leben hinaus, blinden Menschen helfen kann.
Portrait Gertraut Blätterbinder

Quirlige Kinder, Eltern, die auch am Abend via Whatsapp schreiben, Hausübungen, die am Wochenende zu kontrollieren sind. Ja, als Lehrerin braucht man ganz schön viel Lebensenergie. Und diese hat auch die Oberösterreicherin und Volksschullehrerin Gertraut Blätterbinder. Seit vierzig Jahren ist sie Lehrerin und macht ihren Job mit voller Leidenschaft. Und wenn die Sommerferien kommen, denkt die 60-Jährige auch über andere Dinge nach. Zum Beispiel, wie sie ihre Energie auch nach ihrem Leben weitertragen und blinden Menschen in Entwicklungsländern das Augenlicht retten kann.

Alles begann, als Gertraud Blätterbinder 22 Jahre alt war. Sie hatte eine Thrombose in einem Auge, sah verschleiert und alle Ärzte sagten ihr, der Schatten bleibe für immer. „Ich weiß wie es ist, wenn man wochenlang nur auf einem Auge sieht“, erzählt sie, „Ich habe mir dann einfach bildlich vorgestellt, wie sich das Kügelchen in der Zentralvene löst, das den Schleier erzeugt. Jeden Tag, von November bis Mai. Und dann konnte ich wieder sehen.“ Nicht alle Augenkrankheiten können jedoch mit starker Willenskraft geheilt werden, zum Beispiel Grauer Star. Schon früh nach ihrer prägenden Erfahrung hat Gertraud Blätterbinder deshalb für Licht für die Welt gespendet, um blinden Menschen eine Graue-Star-Operation zu ermöglichen. „Als meine Mutter dann vor sechszehn Jahren starb, haben meine Schwester und ich uns Gedanken um unser Testament gemacht.“ Gemeinsam mit ihrer Schwester hat Frau Blätterbinder beschlossen, einen Teil ihres Erbes an Licht für die Welt zu spenden. „Wir haben keine Erben, und wir wollten auch nicht, dass das Geld an den Staat übergeht, sondern wirklich etwas bewirkt.“

Anderen zu helfen, war für die Oberösterreicherin schon immer wichtig. Ursprünglich wollte sie Krankenschwester werden, doch galt damals mit einem Maturaabschluss als überqualifiziert. Als junge Frau engagierte sie sich deshalb beim Roten Kreuz, bis sie aufgrund einer Brustkrebs-Diagnose aufhören musste.

„Heute geht es mir wieder gut. Ich kann mir alles leisten, was ich möchte, kann Sport machen und bin viel unterwegs. Und vor allem: Ich bin gesund“, sagt Blätterbinder. „Und ich will, dass es auch anderen gut geht.“

Hier mehr zum Thema Testamentspende erfahren!