21.02.2017

Hungerkrise im Südsudan - Fokus Behinderung

Sophia Mohammed, Projektleiterin bei LICHT FÜR DIE WELT im Südsudan, steht für Interviews zur Situation von Menschen mit Behinderungen in der Hungersnot zur Verfügung:

„Licht für die Welt ist zutiefst betroffen von dem neuen Ausmaß der humanitären Krise, die sich in Teilen des Landes nun zu einer akuten Hungersnot zugespitzt hat.“

„Die internationale Gemeinschaft muss dringend ihre Hilfe für die notleidenden Menschen im Südsudan verstärken.“

„Die Bedürfnisse von besonders verwundbaren Personengruppen dürfen in dieser Hungerkrise nicht vergessen werden. Darunter sind schätzungsweise 1,8 Millionen Menschen mit Behinderungen im ganzen Land."

„Essensausgaben und Hilfsleistungen in den Binnenflüchtlingslagern müssen für alle Menschen barrierefrei zugänglich sein – auch für Menschen mit Behinderungen. Rund 250.000 Menschen mit Behinderungen leben in den Binnenflüchtlingslagern im Südsudan.“

„Menschen mit Behinderungen und andere verwundbare Gruppen, so wie Kinder und ältere Menschen, können möglicherweise keine zentralen Essensausgabestellen oder aus der Luft abgeworfene Hilfspakete erreichen . Wir müssen alles tun, was in unserer Macht steht, um sicherzustellen, dass diese Menschen in der schrecklichen Krise nicht vergessen werden.“

Für weitere Informationen zu Menschen mit Behinderungen im Südsudan und zu barrierefreier Ernährung, sehen Sie bitte unten. 

Für Interviewanfragen, kontaktieren Sie bitte: Marianne Fobel, m.fobel [at] light-for-the-world.org / tel: +43 664 540 6847

LICHT FÜR DIE WELT im Südsudan

•    In den Binnenflüchtlingslagern Mahad und Gumbo nahe der Haupstadt Juba wurden in den vergangenen zwei Jahren durch die Arbeit von LICHT FÜR DIE WELT u.a. barrierefreie Sanitäranlagen und Essensausgaben eingerichtet.

•    LICHT FÜR DIE WELT berät und bildet Hilfsorganisationen zu Barrierefreiheit im Bereich humanitärer Hilfe weiter: https://www.light-for-the-world.org/training-disability-inclusive-idp-ca...

•    Zudem leistet LICHT FÜR DIE WELT in den Lagern physische Rehabilitation und bietet Kindern und Erwachsenen mit Behinderungen Zugang zu Gesundheitsdiensten, wie orthopädischen Operationen oder augenmedizinischen Leistungen.

•    LICHT FÜR DIE WELT stärkt Organisationen von Menschen mit Behinderungen im Bereich ihrer Rechte und fördert die Verständigung unter den Bewohnern der Flüchtlingscamps.

•    LICHT FÜR DIE WELT ist seit 2005 in dem jüngsten Staat der Welt aktiv und betreibt in der Hauptstadt Juba ein eigenes Länderbüro mit lokalem Personal. Inmitten der humanitären Katastrophe unterstützt die Hilfsorganisation gemeinsam mit ihren Partnern jährlich blinde, sehbehinderte und anders behinderte Menschen im Bereich Gesundheit, Bildung, Arbeit und Menschenrechte. Allein im Jahr 2015 erreichte die Hilfsorganisation über 15.700 blinde und sehbehinderte Menschen in ihren Projekten im Südsudan. Zudem wurden knapp 2.000 Menschen mit anderen Behinderungen erreicht.

Menschen mit Behinderungen in der Krise
Schätzungsweise 15 Prozent der Bevölkerung im Südsudan, also über 1,8 Millionen Menschen, leben laut der Weltgesundheitsorganisation mit einer Behinderung. In Krisen und Konfliktregionen erhöht sich diese  Zahl durch Verletzungen jedoch deutlich. Für Menschen mit Behinderungen, die von vielen Nothilfeprogrammen aufgrund zu großer Barrieren ausgeschlossen sind, ermöglicht LICHT FÜR DIE WELT eine grundlegende Versorgung mit Hilfsmitteln und Rehabilitation.

Flüchtlinge mit Behinderungen
Über 250.000 Menschen mit Behinderungen im Südsudan leben nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation derzeit in Flüchtlingslagern – dennoch sind viele aufgrund oftmals fehlender Inklusion sogar innerhalb der Lager von passender Versorgung abgeschnitten.

Notizen für die Redaktion

Ratschläge, um sicherzustellen, dass Menschen mit Behinderungen Essen erhalten:
(Englisch)

Consider the following issues to ensure access to food and nutrition for persons with disabilities[1]:

Food and Utensil Distribution
•    People with a disability may not be able to come to food / water / utensil distribution sites. Monitor whether persons with disabilities are receiving these supplies. Ensure that distribution sites are accessible. Take additional measures to reach persons with disabilities in their homes or temporary shelters.
•    Some persons with disabilities may have difficulties using the usual utensils to eat and may need additional or adapted utensils such as spoons or straws to eat.
•    Where possible, ensure locations to eat in privacy for people who need assistance or have difficulty eating.

Specific Diets
•    Persons with disabilities may need additional high energy foods to ensure their wellbeing.
•    Persons with disabilities may need specific diets, such as special liquid-based supplements for persons who cannot swallow.
•    Make sure that persons with disabilities have family members or extra assistance to support them in eating when necessary.
•    Monitor the nutritional status of persons with disabilities.

Communication
•    Ensure that all documentation related to preventive/promotive health is accessible to persons with different needs, so that they do not miss key messages.
•    Persons with disabilities may not be able to leave the house – use alternative ways of message delivery (e.g. home visit) to deliver your service messages.
•    Ensure that health services are well sign-posted so that persons with disabilities know where to get support.
•    Sensitize staff providing delivery of food and nutrition services so that they have an understanding of disability.

[1] Adapted from: Handicap International. Disability Checklist for Emergency Response.