Feiern wir lokale Heldinnen: Krankenschwester Júlia Vasco, Mosambik

Wir sprechen mit der Krankenschwester Júlia Vasco aus Mosambik über ihre Arbeit während der Coronakrise.
Krankenschwester Júlia Vasco, Mosambik (c) Light for the World

 

Während der Coronakrise ist die Arbeit von Menschen in Gesundheitsberufen riskanter und gleichzeitig wichtiger als je zuvor.

Júlia Vasco ist Mutter von vier Kindern und Krankenschwester in der Gesundheitsstation Nhaconjo am Stadtrand von Beira, Mosambik. Sie arbeitet für das Projekt "Every Life Matters" von LICHT FÜR DIE WELT, das Menschen mit Behinderungen in das Gesundheitssystem integriert  –  insbesondere im Hinblick auf sexuelle und reproduktive Gesundheitsversorgung und -information. Wie die meisten Menschen achtet auch Júlia darauf, dass sie alle notwendigen Schutzmaßnahmen einhält, um sich selbst, ihre Familie und den Rest der Gemeinschaft vor COVID-19 zu schützen.

Das ist in ihrem Beruf schwierig und sie befürchtet, dass sie das Virus eines Tages nach Hause bringen könnte: „Jeden Tag, wenn ich von der Arbeit nach Hause komme, ziehe ich meine Uniform aus, die möglicherweise ja infiziert sein könnte, und wasche mich gründlich. Meine Familie hilft mir, indem sie mir frische Kleidung hinauslegt und ich mich umziehen kann, bevor ich das Haus betrete. Erst nach diesem Ritual fühle ich mich sicher, meiner Familie nahe zu kommen.“

In den Beratungen weist Júlia ihre PatientInnen darauf hin, wenn möglich zu Hause zu bleiben und die Präventionsmaßnahmen einzuhalten. Um die Sicherheit der PatientInnen und des medizinischen Personals zu gewährleisten, wurden alle nicht dringenden Operationen verschoben. In den Warteräumen sitzen die PatientInnen mindestens zwei Meter voneinander entfernt. Trotz aller Bemühungen, die Menschen auf dem Laufenden zu halten, hat Júlia den Eindruck, dass viele die Krankheit nicht ernst nehmen und sich nicht wirklich dessen bewusst sind, wie ansteckend das Virus tatsächlich ist und wie katastrophal seine Folgen sein könnten. 

Die Tatsache, dass es in ihrem Gesundheitszentrum nicht genügend persönliche Schutzausrüstung wie Masken und Handschuhe gibt, macht ihre tägliche Arbeit noch schwieriger. „In den elf Jahren, die ich bereits als Krankenschwester arbeite, fühle ich mich zum ersten Mal durch meinen Beruf bedroht", sagt Júlia.