14.05.2020

UN-Familientag: Lockdown bedroht die Existenz vieler Familien in Afrika

Licht für die Welt weist auf die Belastungen von Familien mit behinderten Kindern hin

Freitag, der 15. Mai, ist der internationale UN-Tag der Familien. Er steht heuer ganz im Zeichen der Coronakrise und soll an die Millionen Familien erinnern, die einander monatelang nicht treffen dürfen und Abstand halten müssen, weil Familienangehörige zu den Risikogruppen gehören. Gerade Kinder mit Behinderungen brauchen aber intensive Zuwendung und fachgerechte Unterstützung. Licht für die Welt setzt deshalb barrierefreie und digitale Lernmethoden ein, damit Rehabilitation und Ausbildung auch während der Krise weitergeführt werden können. „Millionen von Menschen in unseren Projektländern vor allem in Afrika südlich der Sahara sind nicht nur durch das Virus sondern auch durch den Lockdown in ihrer Existenz betroffen. Am schlimmsten spüren das Menschen mit Behinderungen und ihre Familien, die jetzt kein Einkommen haben und oft sogar hungern müssen“, warnt Sabine Prenn, Geschäftsführerin von Licht für die Welt Österreich.

Umfassende Hilfe in Burkina Faso

In Burkina Faso unterstützt Licht für die Welt Regierungsstellen und Vereine bei der Information für Familien mit behinderten Angehörigen über Radio, Fernsehen, Internet und Flugblättern. In Zusammenarbeit mit der lokalen Caritas (OCADES) wird sichergestellt, dass Reha-Helfer die Familien auch während des Lockdowns erreichen und mit Medikamenten, Desinfektionsmitteln und Schutzausrüstung versorgen. 350 SchülerInnen mit Behinderungen werden mit Lernmaterialien versorgt, vor allem jene, die im Mai und Juni Prüfungen ablegen müssen. Dazu werden auch 100 Lehrer mit digitalem Lehrmaterial beliefert. „Kein Land dieser Welt kommt alleine mit COVID-19 zurecht. Afrikanische Regierungen tun alles, um die Menschen zu schützen, aber unsere Gesundheitssysteme brauchen dringend Unterstützung“, so Elie Bagbila, Landesdirektor von Licht für die Welt in Burkina Faso.

750 Familien in Mosambik versorgt

Licht für die Welt unterstützte in den letzten Wochen 750 Familien mit behinderten Familienangehörigen in Mosambik. Im Bezirk Búzi litten die Familien bereits 2019 unter den Folgen des Tropensturms Idai und waren Anfang dieses Jahres wieder von Überschwemmungen betroffen. Durch den Lockdown im Zuge des Kampfes gegen COVID-19 nahmen Armut und Versorgungsengpässe weiter zu. Insgesamt wurden 5.000 Menschen mit lebensnotwendigen Gütern versorgt. „Unsere Kolleginnen und Kollegen vor Ort haben vor allem Nahrungsmittel verteilt, damit die Familien die nächsten zwei Monate bewältigen können“, so Landesdirektor Zacharias Zicai. Auch werden Videos produziert, die die Familien über die richtigen Hygienemaßnahmen aufklären und Schutzmaterialien verteilt.

Ausnahmezustand in Äthiopien

Wie in vielen anderen afrikanischen Ländern wurde auch das Leben in Äthiopien durch einen frühen Lockdown drastisch heruntergefahren. Mobile Hilfseinsätze und Augenoperationen durch Teams von Licht für die Welt in ländlichen Regionen sind derzeit kaum möglich und Reha-Helfer erreichen Menschen mit Behinderungen nur sehr eingeschränkt. Über Rundfunk und soziale Medien informiert Licht für die Welt mit seinen Partnerorganisationen die Menschen mit barrierefreien Informationen über das Virus. „Mit unseren Partnern und dem regionalen Gesundheitsbüro stellen wir sicher, dass in ländlichen Gemeinden direkte Aufklärungsarbeit zu COVID-19 geleistet wird“, verspricht Aynalem Tefera, Direktorin des Landesbüros von Licht für die Welt in Äthiopien. Auch werden Desinfektionsmittel verteilt. Kinder mit Behinderungen, die bei ihren Familien leben, werden mit Lernmaterialien ausgestattet und Familien in Not bekommen Nahrungsmittel. Bei der medizinischen Versorgung sollen Familien mit behinderten Angehörigen dieselben Rechte haben wie andere Familien. Dafür setzt sich Licht für die Welt in allen seinen Projektländern ein.

Licht für die Welt

Licht für die Welt ist eine internationale Fachorganisation für inklusive Entwicklung. Unser Ziel ist eine inklusive Gesellschaft, die allen offen steht und niemanden zurücklässt. Wir setzen uns für barrierefreie augenmedizinische Versorgung ein und unterstützen inklusive Bildung und Rahmenbedingungen für ein selbstbestimmtes Leben, damit Menschen mit Behinderungen gleichberechtigt an der Gesellschaft teilhaben können. Licht für die Welt ist als unabhängiger, gemeinnütziger Verein organisiert und unterhält Länderbüros in Äthiopien, Burkina Faso, Mosambik und Südsudan. Mit unseren Programmen stärken wir die Rechte von Menschen mit Behinderungen, ermöglichen ihnen ein selbstbestimmtes Leben und helfen ihnen aus der Armutsfalle.

Spendenkonto: Licht für die Welt. IBAN: AT92 2011 1000 0256 6001 BIC: GIBAATWWXXX

Rückfragen:
Franko Petri
Pressesprecher Licht für die Welt
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