Die inklusive Kraft des Sports

Bei einem Training der Special Violets Austria merkten wir schnell: Sport führt zu einem inklusiveren Miteinander.
Tormann Sebastian von den Special Violets, Credit: Manuel Ortlechner

Roman Stary ist immer wieder erstaunt. Wie sie das machen. Zwei Spieler am Feld. Sie kicken sich den Fußball von Brust zu Brust, von Knie zu Knie, Fuß zu Fuß, ein Spieler mit Sehbehinderung, der andere gehörlos, der eine läuft mit dem Ball Richtung Tor, ein Schuss, das Netz bremst den Ball. Die Mannschaft jubelt. Ein tolles Manöver. Ein tolles Team.

Roman Stary schaut zu und lächelt. „Man wird eigentlich nur jede Woche bestärkt, wenn man sieht, mit welcher Begeisterung die behinderten Sportler dabei sind“, sagt er. Der Co-Trainer der Austria Wien hat 2016 die Special Violets, die Behindertenmannschaft der „Violetten“ ins Leben gerufen. Hier sind alle Fußballer mit Behinderung willkommen: ob gehörlos, ob Down-Syndrom, ob blind – vollkommen egal, der Sport verbindet.

Anlässlich des Internationalen Tag des Sports für Entwicklung und Frieden am 6. April war Licht für die Welt bei einem Training der Special Violets dabei, um gemeinsam auf die Kraft des Sports aufmerksam zu machen. In der Trainingshalle treffen wir gleich auf Sebastian, Tormann der Special Violets.

„Alle im Inneren gleich"

„Jeder Mensch ist auf andere Art behindert“, sagt er. „Aber wir sind nur körperlich beeinträchtigt, wir sind alle im Inneren gleich.“ Sebastian hat eine intellektuelle Behinderung, die auch seine motorischen Fähigkeiten beeinflusst. Als er jünger war, sagten ihm die Ärzte, er werde nie gehen können. Heute läuft er über Fußballfelder, fängt Bälle und strahlt über beide Ohren, wenn er von seinem Werdegang erzählt.

Dieses Gefühl kennt auch der ehemalige Austria -Nationalspieler und Licht für die Welt-Kinderpate Manuel Ortlechner nur zu gut. „Fußball hat in meinem Leben immer eine riesengroße Rolle gespielt“, sagt Manuel, der an diesem Tag mit den Special Violets trainiert. Vor allem haben ihn die Werte, die Fußball vermittelt im Laufe seiner Karriere geprägt: Gemeinschaft, Toleranz, gegenseitiges Unterstützen. „Egal, welche Herkunft, welche Hauptfarbe, welche Religion – im Fußball spielt das keine Rolle. Fußball spricht eine universelle Sprache und Inklusion wird hier wirklich toll gelebt.“

Sport als Tool für Inklusion

Seit Jahren unterstützt Manuel Licht für die Welt mit einer Kinderpatenschaft. Auch weil Licht für die Welt Sport als starkes Tool zur Inklusion einsetzt. Zum Beispiel im Südsudan. Im Flüchtlingslager Mahad hat Licht für die Welt 2014 die Initiative „Sports for Peace“ gegründet – ein Fußballteam, in dem es darum geht, Teamspirit und Solidarität zu fördern.

Das ist in Mahad bitter notwendig. Denn die Menschen im Lager gehören verschiedenen ethnischen Gruppen an, die sich im Land bekriegen. Viele sind außerdem von ihren Erlebnissen während des verheerenden Bürgerkrieges traumatisiert. So kam es innerhalb des Lagers oft zu Auseinandersetzungen und Gewalt. Seit es das Fußballteam gibt, haben die Konflikte deutlich nachgelassen.

Das ist die Kraft von Sport. Ob im Flüchtlingslager im Südsudan, oder der Trainingshalle der Special Violets in Wien.

Mehr über unsere Projekte im Südsudan erfahren.

Schaut auch euch die Galerie mit Fotos von Manuel Ortlechner von den stolzen und begeisterten Special Violets-Spielern an.