„Der Sturm begann in der Nacht"

Castigo, ein junger Mann mit Behinderung aus Mosambik erzählt, wie er Zyklon Idai überlebte.
Castigo und sein Dreirad

Der Sturm begann in der Nacht.

Castigo erlebte Zyklon Idai hautnah, als er am 14. März über Beira fegte und die Stadt völlig zerstörte.

Gemeinsam mit seiner Frau, die so wie er einen Rollstuhl benutzt, versteckte er sich unter einem Tisch, als es los ging.

In diesem Video erzählt Castigo von seinen Erlebnissen:

Millionen Menschen in Beira durchleben derzeit Hunger, Verwüstung und haben äußerst geringen Zugang zu medizinischer Versorgung. Menschen mit Behinderung wie Castigo haben es unter diesen Bedingungen besonders schwer. Sie müssen jetzt dringend Sicherheit, Lebensmittel, Medizin und andere Dinge, die sie zum Überleben brauchen.

Danke für Ihre Unterstützung.

Mehr über Castigo

21 Jahre jung, ist er einer der vielversprechendsten Basketballspieler im Rollstuhl von Mosambik. Vor Kurzem verlor er seine Mutter und lebt heute mit seinem Vater in den Außenbezirken von Beira. 

Castigo hat große Träume. Er träumt davon, eines Tages in einem Land zu leben, in dem Menschen nicht aufgrund ihrer Behinderung diskriminiert werden. 

„Ich würde gerne ohne der Angst auf die Straßen gehen, mit einem Bettler verwechselt zu werden. Immer, wenn ich in ein Geschäft gehe, merke ich, wie die Leute mich mit Verachtung ansehen, weil sie denken, ich bin hier, um zu betteln. Sie können sich nicht einmal vorstellen, dass ich auch darum kämpfe, mich selbst zu versorgen und nicht betteln muss.“

Mit 15 flog Castigo von der Schule, weil er Probleme mit seinem Rollstuhl hatte. „Ohne Rollstuhl ist es fast unmöglich zur Schule zu kommen, weil die Öffis niemandem mit Behinderung helfen, in der Stadt voranzukommen."

Castigos Geschichte auf BBC

Wie hart es ist, mit einer Behinderung durch die Straßen Mosambiks zu kommen, hat auch Ade Adepitan – BBC Journalist und ebenfalls Rollstuhlbasketballspieler miterlebt. Im Zuge der Doku, in der Ade Adepitan durch Afrika reist, hat er Castigo getroffen. 

„In Mosambik habe ich von einer Organisation gehört, die versucht, Einstellungen zu ändern. Und sie tun es auf eine Art und Weise, von der ich weiß, das sie funktioniert“, sagt Ade Adepitan. 

Licht für die Welt hat Castigo dabei unterstützt, eine Schweißerlehre zu absolvieren. Damit hat er eine Aussicht, seinen Traum nach Unabhängigkeit zu verwirklichen. Nun möchte er sein eigenes Schweißerunternehmen gründen. Und dann ist da noch der Sport, der ihn immer wieder zum Strahlen bringt.

„Es war schön, Castigo endlich lächeln zu sehen“, erzählt Ade Adepitan nachdem er Castigo zu einem Basketballtraining  begleitet hat, „Er kommt hier her und spielt, und er bekommt plötzlich dieses positive Gefühl, er fühlt sich stark, er fühlt sich wie er selbst. Wenn er mehrere solche positive Erfahrungen sammeln kann, dann wird er eines Tages seine Träume erreichen, eine Familie und ein normales Leben haben. Denn genau das verdient er.”

Durch die Sturm-Katastrophe in Beira ist Castigo wieder ein Stück von seinen Träumen entfernt. Helfen Sie Menschen wie ihm jetzt.