Abebech kann ihren Kaffee wieder selber zubereiten

Mit einer Operation hat Abebech nicht nur ihr Augenlicht zurückbekommen sondern auch die Freiheit, ihr Leben selbst zu gestalten.
Abebech kann wieder sehen (c) Light for the World

 

In vielen Teilen Afrikas ist es schwer, den kargen Feldern Gemüse und Getreide abzuringen. Selbst wer jung und gesund ist, kann in Krisenzeiten oft nur mit Mühe eine Familie durchbringen. Menschen mit Behinderungen und ihre Kinder kämpfen mit dem Überleben und sind auf fremde Hilfe angewiesen.

In einem kleinen Dorf in Äthiopien lebt Abebech Ambo gemeinsam mit ihrem 70-jährigen Mann Alemu Gebremichael. Die drei erwachsenen Kinder sind bereits ausgezogen und haben eigene Familien gegründet. Es gibt bereits drei Enkelkinder: Fekiru, Beamelak und Teketel. Abebechs Mann ist Bauer und baut Mais und Hirse vor allem für den Eigenbedarf an. Wenn sie dringend Geld benötigen, dann verkaufen sie ihre Ernte auf einem kleinen lokalen Markt gleich in der Nähe. Zusätzlich haben sie ein paar Kaffee-Pflanzen und Khatsträucher.

 

Abebech kümmert sich um Haus und Familie und unterstützt ihren Mann intensiv bei der Feldarbeit. Seitdem sie aber auf einem Auge immer schlechter sieht, fallen ihr die Tätigkeiten zunehmend schwerer. Als sie schließlich Unkraut mit Getreide verwechselt, kann sie gar nicht mehr mithelfen. Eines Tages erfährt sie über ein Radioprogramm von LICHT FÜR DIE WELT und ist froh, als sie endlich für eine Augenoperation an die Reihe kommt. 

Auf die Frage, was sie als erstes machen möchte, wenn sie wieder sehen kann, lacht Abebech: „Ich freue mich sehr darauf, unseren eigenen Kaffee zuzubereiten und gemeinsam mit meinem Mann zu trinken.“ Die äthiopische Kaffeezeremonie erfordert Geschick und Zeit: die rohen Bohnen werden gewaschen, trocken gerieben, langsam über dem Feuer  geröstet, gemahlen und in einem besonderen Gefäß aufgekocht.

 

Natürlich war es auch ein besonderer Moment, als Abebech ihre Familie das erste Mal wieder sehen konnte: „Als ich zurück in mein Dorf kam, war ich sehr froh wieder hier zu sein und die Gesichter zu erkennen.“ Umringt von ihren Enkelkindern sitzt Abebech am Abend vor ihrem Haus und genießt die farbenprächtige Dämmerung. Die Bäuerin ist überglücklich, dass sie endlich wieder ihre Felder sehen kann. Mit der Operation ist auch ihre  Lebensfreude zurückgekommen.