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Nach schweren Regenfällen: Gehörlosenschule in Ouagadougou stark beschädigt, 11.09.2009

In Westafrika erleben derzeit 16 Länder eine katastrophale Überschwemmung. Langanhaltende Regenfälle seit Juni zerstörten Häuser und Hütten von etwa 600.000 Menschen, besonders in Burkina Faso, im Senegal, Niger, Ghana und Sierra Leone.

Glück im Unglück
Alle sieben von LICHT FÜR DIE WELT unterstützten Gemeindenahen Rehabilitationsprojekte in Burkina Faso ebenso wie die dortige Augenklinik wurden von den verheerenden Regenfällen verschont. Stark betroffen ist allerdings die integrative Gehörlosenschule CEFISE in der Hauptstadt Ouagadougou.

Verschwundenes Haus: Vom Zuhause dieser CEFISE-Lehrerin ist fast nichts übriggeblieben.

Verschwundenes Haus: Vom Zuhause dieser CEFISE-Lehrerin ist fast nichts übriggeblieben.
(Image © CBM)

Schulküche zerstört - Klassenzimmer beschädigt
Die Wassermassen nach einem sieben Stunden andauernden Starkregen verwandelten die Schulküche in einen Steinhaufen. Auch die Bibliothek, der Kindergarten, die Grundschulklassenzimmer und die Umgebungsmauer der Schule sind schwer beschädigt. Viele Lehr- und Lernmittel und teilweise die Ausstattung wurden vom Wasser aufgeweicht. Manche der Bücher hofft man, nach dem Trocknen weiterverwenden zu können. Die Schulleiterin kann noch nicht abschätzen, auf welche Summe sich der Schaden beläuft. Da sich die Regenkatastrophe in der Ferienzeit ereignete, sind keine Schüler zu Schaden gekommen.

Dem Erdboden gleichgemacht
In anderen Teilen Ouagadougous haben die Fluten alles dem Erdboden gleichgemacht. Viele in traditioneller Lehmbauweise errichtete Gebäude wurden von dem Regen regelrecht aufgeweicht und weggespült. Eine CEFISE-Lehrerin verlor so ihr Haus und lebt jetzt mit ihrer Familie bei Nachbarn. Ihr kleiner Sohn wollte unbedingt „heim". Die Mutter zeigte ihm die Stelle, wo sie wohnten. Der Kleine konnte nicht glauben, was er sah und schrie verzweifelt: "Wo ist unser Haus?"

Auch 14 Mitglieder des Blindenverbandes ABPAM in Ouagadougou verloren durch die verheerenden Regenfälle ihre Häuser und Hütten. Die Betroffenen sind derzeit in Notunterkünften von Regierung und Gemeinde sowie bei Nachbarn und Verwandten untergebracht. Ein Lichtblick: Die zum Verband gehörige Blindenschule hielt den Wassermassen stand.

* CEFISE: Centre d´Education et de Formation Intégree des Sourds/Zentrum für integrative Erziehung und Ausbildung gehörloser Menschen

Unterstützung dringend nötig
Die Gehörlosenschule benötigt Unterstützung für den Wiederaufbau - Spenden sie jetzt online!

Spendenkonto: PSK 92.011.650 (BLZ 60.000)
Kennwort: Gehörlosenschule Burkina Faso

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Gemeindenahe Rehabilitation in Äthiopien – Und Tarekegn steht auf eigenen Beinen, 31.07.2009

Ein schüchtern wirkender Bub tritt aus dem Haus, gestützt auf zwei Krücken. Freudig begrüßt ihn die Rehabilitationshelferin und greift aus Gewohnheit nach seiner Hand, um ihm über die Stufe zu helfen. Doch Tarekegn braucht eigentlich keine Hilfe mehr, um das Hindernis zu meistern, denn seine Fortschritte im von LICHT FÜR DIE WELT geförderten Gemeindenahen Rehabilitationsprojekt in Awassa, Äthiopien, sind enorm.

Tarekegn ist 13 Jahre alt und hat Zerebralparese. Seine Beine tragen ihn nicht. Für die alltäglichsten Handlungen braucht er Hilfe. Rührend kümmern sich die Eltern um ihren Sohn und bringen ihn, wann immer möglich, mit dem Fahrrad in die Schule. Aber der Bub braucht bei allem Hilfe. Er kann sich nicht alleine waschen oder anziehen. Als er im Jahr 2007 von der Rehabilitationshelferin Firehiwot entdeckt wird, sind seine Arme schwach und seine Hände steif und unbeweglich.

Erste Fortschritte - Tarekegn beim Wasserholen.

Erste Fortschritte - Tarekegn beim Wasserholen.

Firehiwot macht mit dem Buben einfache Übungen, um seine Muskeln zu trainieren. Dann lernt Tarekegn sich mit Gehhilfen aufrecht zu halten und fortzubewegen. Heute braucht Tarekegn keine Hilfe mehr. Am meisten freut er sich, dass er selbst in die Schule gehen kann und keinen Unterricht mehr versäumt. "Wenn ich groß bin, möchte ich für das äthiopische Radio arbeiten und auf die Situation von Menschen mit Behinderungen aufmerksam machen," sagt er fröhlich.

LICHT FÜR DIE WELT unterstützt in Äthiopien derzeit 5 Gemeindenahe Rehabilitationsprogramme. In der konkreten Projektarbeit ist die Integration von Familien mit behinderten Kindern ins Gemeindeleben ein zentraler Punkt. Aktuell arbeiten wir daran, weitere Rehabilitationsprogramme im Süden des Landes mit lokalen Partnerorganisationen aufzubauen und erstmals auch die halbnomadische Bevölkerung zu erreichen.

Tarekegn ist auf dem Weg in ein eigenständiges Leben – und wir möchten möglichst vielen Kindern diese Chance bieten.

Helfen Sie mit – werden Sie Kinderpate: www.kinderpate.at




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Hand in Hand ins Licht – Augenlicht in Äthiopien, 31.07.2009

Äthiopien ist das wichtigste Schwerpunktland von LICHT FÜR DIE WELT. Besonders in der Somali-Region im Südosten des Landes ist die augenmedizinische Versorgung der Bevölkerung eine besondere Herausforderung: Die Blindheitsrate liegt hier bei 5,4 %, weit über dem nationalen Durchschnitt. Im Rahmen des nationalen äthiopischen Blindheitsverhütungsprogramms unterstützt LICHT FÜR DIE WELT 10 Augenkliniken sowie die Ausbildung von einheimischen Fachkräften. Im Rahmen von Außeneinsätzen erhalten auch Menschen, die in sehr abgelegenen und schwer zugänglichen Regionen leben, Zugang zu so dringend benötigter augenmedizinischer Hilfe. Eine von ihnen ist die 55-jährige Zeinaba Mussa.

Die Operation war erfolgreich und Zeinaba kann wieder sehen.

Die Operation war erfolgreich und Zeinaba kann wieder sehen.

Zeinaba lebt in einem kleinen, abgelegenen Dorf in Äthiopien. Bis zur nächsten Wasserstelle sind es in der Trockenzeit zwei Stunden zu Fuß, unter der unbarmherzigen Sonne. Früher ist sie diesen Weg jeden Tag gegangen, doch dann wird ihr Blick immer trüber, ihre Welt immer grauer. Zeinaba erblindet.Ab und zu kommen Nachbarn oder Verwandte vorbei, um nach ihr zu sehen, denn Zainaba ist bei den alltäglichsten Handgriffen auf fremde Hilfe angewiesen. Eines Tages aber nimmt ihre Schwester sie an der Hand und erzählt ihr, dass ein Augenarzt aus der von LICHT FÜR DIE WELT geförderten Augenklinik in Jijiga in die Nähe ihres Dorfes kommt. Voll Hoffnung machen sich die beiden Frauen auf den Weg, die blinde Zeinaba geführt von ihrer Schwester.

Nach einem ganzen Tag Fußmarsch kommen sie bei der kleinen Gesundheitsstation an. Gemeinsam mit hunderten anderen Menschen wartet Zeinaba geduldig, bis auch sie untersucht wird: Zainaba ist am Grauen Star erblindet und der ist heilbar! Bereits am nächsten Tag wird sie operiert. Und als die Augenbinde entfernt wird, ist Zeinaba überwältigt. Nach zwei langen, dunklen Jahren sieht sie wieder, wie sich die Morgenröte sanft über die äthiopische Berglandschaft legt. Ein neuer Tag bricht an, ein neues Leben für Zeinaba. Denn durch eine Operation am Grauen Star hat sie ihr Augenlicht zurückbekommen.

Zeinaba ist überglücklich, endlich ist sie nicht mehr auf fremde Hilfe angewiesen und kann sich und ihre Lieben wieder versorgen. Zum Abschied wünscht sie allen, die diesen Hilfseinsatz möglich gemacht haben, ein langes Leben.


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LICHT FÜR DIE WELT leistet Augen-Nothilfe in Pakistan, 24.06.2009

In Pakistan sind seit Beginn der Kämpfe zwischen Armee und Taliban 2,5 Millionen Menschen auf der Flucht. Dies ist die weltweit größte Flüchtlingstragödie seit zehn Jahren. Die Lebensbedingungen für die vertriebenen Menschen sind katastrophal, eine Gesundheitsversorgung ist kaum vorhanden. Die österreichische Hilfsorganisation LICHT FÜR DIE WELT ermöglicht nun zwei Container für Augenuntersuchungen und -operationen. Damit leistet LICHT FÜR DIE WELT Augen-Nothilfe für Menschen auf der Flucht.

Seit April dieses Jahres kämpfen in der Nordwestgrenzregion zu Afghanistan Truppen der Regierung gegen die aufständischen Taliban. Täglich sterben hunderte von Menschen, mehrere Millionen sind mittlerweile auf der Flucht. Auf sämtlichen fahrbaren Untersätzen oder zu Fuß versuchen sie, der drohenden Lebensgefahr zu entkommen und sind dabei oft tagelang unterwegs, um in eine weniger gefährliche Gegend Pakistans zu gelangen. Die meisten Menschen können nur mit jenen Habseligkeiten fliehen, die sie gerade bei sich haben. Mehr als die Hälfte aller Flüchtlinge sind Kinder. Es ist noch nicht absehbar, wann und ob sie je wieder in ihre Heimatregionen zurückkehren können. Zugang zu medizinischer Versorgung ist in den Flüchtlingslagern kaum vorhanden.

Augenoperationen in Containern
Pakistan ist seit Jahren ein wichtiges Projektland von LICHT FÜR DIE WELT. 1,5 Millionen Menschen in Pakistan sind blind. Dabei könnten 80 Prozent aller blinden Menschen mit einfachen Mitteln wie einer Operation am Grauen Star geheilt werden. Neben der laufenden Hilfe startet LICHT FÜR DIE WELT nun ein besonderes Projekt: Zwei Container werden bereit gestellt, in denen Augenuntersuchungen und -operationen von lokalen Ärzten durchgeführt werden können, solange Bedarf dafür besteht.

„Wir sind froh, dass wir in dieser akuten Notsituation unseren Beitrag zur Hilfe leisten können. Die Container sind ein sehr effizientes Provisorium - wir können damit allein in der Region Mardan zigtausenden blinden und sehbehinderten Menschen helfen. Damit wir dieses Projekt zügig umsetzen können, brauchen wir natürlich auch dringend die Unterstützung der österreichischen Bevölkerung“, berichtet Rupert Roniger, Geschäftsführer von LICHT FÜR DIE WELT. Ein Ende der größten Flüchtlingskatastrophe der vergangenen zehn Jahre ist aufgrund der andauernden schweren Kämpfe nicht zu erwarten. Schätzungen sagen voraus, dass noch einmal mindestens 500.000 Menschen vertrieben und auf der Flucht sein werden.


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The Big Read – Der internationale "Lese-Marathon" 22.04.2009

Sechs österreichische prominente Persönlichkeiten haben heute im Rahmen eines „internationalen Lese-Marathons“ Beiträge zum Thema Bildung vorgetragen. Damit setzen sich Hannelore Veit, Anneliese Rohrer, Dr. Franz-Joseph Huainigg, Helene Jarmer (Präsidentin Österreichischer Gehörlosenbund) und Botschafterin Brigitte Öppinger-Walchshofer) ein für das Recht auf Bildung für alle. „Auch Kinder mit Behinderung müssen weltweit Zugang zu Bildung bekommen“, betont Chris Lohner, Moderatorin der Lesung und Good Will Ambassador von LICHT FÜR DIE WELT.

‚Das Große Lesen’ – unter diesem Motto steht die Globale Bildungskampagne heuer. Weltweit finden heute Lesungen aus dem „großen Buch“ statt, für das Persönlichkeiten wie Nelson Mandela, Paulo Coelho und Chris Lohner Geschichten verfasst haben. Schauplatz der österreichischen Lesung war der Audienzsaal im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, wo die Prominenten von 9 bis 11 Uhr aus dem großen Buch vorgelesen haben. Dass Bildung für alle auch Menschen mit Behinderung einschließen muss, machte ein Radiospot über Louis Braille, den Erfinder der Blindenschrift, deutlich. Der Spot wurde von ‚Licht für die Welt’, dem Bundesblindeninstitut und dem Freien Rundfunk Salzburg produziert.

Auch gehörlose Menschen haben das gleiche Recht auf Bildung wie alle anderen, aber selbst in Österreich gibt es in diesem Bereich großen Nachholbedarf, wie Helene Jarmer in ihrem Beitrag betont: „70 % der gehörlosen Menschen in Österreich sind Analphabeten. Viele Lehrer in Gehörlosenschulen sprechen nicht einmal die Gebärdensprache. Ich hoffe, dass die Bildungsmöglichkeiten für Gehörlose in Österreich endlich verbessert werden.“

Dass Lehrer sich ihrer großen gesellschaftlichen Verantwortung bewusst sein sollen, daran erinnert pointiert die Journalistin Anneliese Rohrer bei ihrem Auftritt: „Ich lese Ihnen heute eine Geschichte von Nelson Mandela vor, in der er die Lehrer in Südafrika dazu auffordert, ihren Job verantwortungsbewusst und diszipliniert zu verrichten. Jede Ähnlichkeit zur derzeitigen österreichischen Situation ist natürlich rein zufällig!“ Nach ihrer bewegenden Lesung aus der Geschichte „Die Farbe Lila“ von Alice Walker bringt ZIB 1-Lady Hannelore Veit die Ambition der Globalen Bildungskampagne auf den Punkt: „Bildung gilt vor allem unter Journalisten als sperriges Thema. Aber es ist mit Abstand das wichtigste Thema überhaupt. Das Recht jedes Menschen auf Grundbildung weltweit sollte selbstverständlich sein.“

Der Erfolg dieses globalen Aktionstags lässt sich schon jetzt sehen: Der G8-Gipfel in Japan annoncierte 1 Milliarde Dollar zu Gunsten von Bildung, und seit Bestehen der Globalen Bildungskampagne können 40 Millionen Schüler und Schülerinnen mehr die Schule besuchen. Die Globale Bildungskampagne, die mittlerweile in mehr als 150 Ländern Fuß gefasst hat, fordert, dass das Millenniums-Entwicklungsziel „Bildung für alle bis zum Jahr 2015“ umgesetzt wird. Bildung ist eine der wichtigsten Grundlagen für ein selbst bestimmtes Leben. Dennoch bleibt Bildung mehr als 770 Millionen Menschen verwehrt, 75 Millionen Kinder können nicht in die Schule gehen. Besonders Kinder mit Behinderung sind ausgeschlossen von diesem grundlegenden Menschenrecht. ‚Licht für die Welt’ macht im Rahmen der Globalen Bildungskampagne auf diesen Missstand aufmerksam.

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Die großen Flüsse fressen unsere Augen. 04.03.2009

„Die großen Flüsse fressen unsere Augen“, sagten früher die Einwohner von Burkina Faso in Westafrika, so schilderte es der an Onchozerkose erblindete Altbischof Dieudonne Yougbare im Gespräch mit LICHT FÜR DIE WELT im vergangenen April. Dabei handelt es sich um die berüchtigte Flussblindheit, die durch einen Fadenwurm ausgelöst wird, der wiederum durch die „Blackfly“ (die „schwarze Mücke“ lebt vor allem an schnell fließenden Gewässern) übertragen wird.

 „Onchocerca volvulus“, so heißt jener Fadenwurm (die Weibchen werden im menschlichen Körper bis zu einem halben Meter lang), durch dessen Befall es zu heftigsten Immunreaktionen kommen kann: Es entzündet sich unter anderem die Hornhaut, sie trübt sich ein und schließlich erblindet der Patient.

Aktuell sind 37 Millionen Menschen in West, Zentral und Ostafrika (ein kleiner Teil davon auch in Lateinamerika und im Yemen) mit den Krankheitserregern infiziert. 300.000 Menschen sind mittlerweile erblindet.

Seit einigen Jahren gibt es die globale Anstrengung, diese vermeidbare Blindheitsursache auszurotten. Dabei arbeiten Hilfsorganisationen wie LICHT FÜR DIE WELT eng mit den Regierungen der betroffenen Länder und der Pharmaindustrie zusammen. (Merck stellt das Medikament Mectizan gratis zur Verfügung). Mit dieser gemeinsamen Anstrengung konnten in den vergangenen Jahren ca. 40 Millionen Menschen behandelt und 600.000 neue Fälle von Blindheit verhindert werden. Damit diese schmerzhafte und eigentlich leicht behandelbare Krankheit besiegt werden kann, müssen nun die gemeinsamen Bemühungen intensiviert werden. Denn die Schwierigkeiten liegen an einer jährlich erforderlichen, durchgängigen und regelmäßigen Medikation, welche besonders erschwert wird durch logistische Probleme (politische Unruhen) und Unwissenheit in der Bevölkerung.

Am 4. und 5. März richtet die österreichische Hilfsorganisation LICHT FÜR DIE WELT in Wien das diesjährige Meeting der NGO-Koordinationsgruppe zur Bekämpfung der Onchozerkose aus. Dr. Tony Ukety, zentraler Koordinator der WHO, wird als einer von vielen Experten am 4. März bei einem Empfang die Fragen interessierter Journalisten beantworten.

 

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Wie mit Siebenmeilenstiefeln ... durch Burkina Faso. 27.01.2009

Als Sadia vor 11 Jahren in einem kleinen Dorf in Burkina Faso auf die Welt kommt, sind ihre rechten Unterschenkelknochen nicht vollständig entwickelt. Nur schwer lernt sie gehen, denn das Bein kann sie nicht tragen. Schmerzhafte Stürze, Verletzungen und Knochenbrüche, immer und immer wieder, sind die Folge. Die Familie lebt von einer kleinen Landwirtschaft mit ein paar wenigen Hühnern und Eseln, daher können sich die Eltern keine ärztliche Behandlung für ihre Tochter leisten. Die Verletzungen heilen schlecht, die Brüche wachsen falsch zusammen, bis das rechte Bein schließlich schon um 20 cm kürzer ist als das linke. Sadia, die ohnehin nie selbständig gehen gelernt hat, wird in ihren Bewegungen immer unsicherer.

Doch dann wird eine Rehabilitationshelferin aus dem von LICHT FÜR DIE WELT geförderten Gemeindenahem Rehabilitationsprogramm in Manga auf Sadia aufmerksam und bringt das damals 10-jährige Mädchen zu einem Arzt. Die Diagnose klingt zunächst schockierend: das Bein muss amputiert werden, sonst wird Sadia niemals gehen können. Doch was auf den ersten Blick wie eine Verschlimmerung der Situation aussieht, hat Sadia Freiheit und Selbständigkeit gebracht! Als die Wunden von der Operation verheilt sind, bekommt Sadia ein neues Bein - eine Prothese. Und schon bald macht sie ihre ersten Schritte!

Heute steht Sadia auf eigenen Beinen. Früher musste sie jeden Tag von ihrem Vater auf dem Gepäckträger des Fahrrads in die Schule gebracht werden, heute geht sie den Weg zu Fuß mit ihren Freunden. Früher konnte sie sich nur mit Mühe selbst waschen, heute hilft sie ihrer Mutter beim Kochen, Aufräumen und sogar bei der Hirseernte. Ihr Leben hat sich von Grund auf verändert. Glücklich und stolz meistert Sadia ihren Alltag und freut sich auf die Zukunft.

Burkina Faso ist eines der ärmsten Länder der Welt.
Blinde und behinderte Menschen sind von Armut besonders betroffen, denn mit dem Verlust der Arbeitskraft gehen oft auch noch Stigmatisierung und Diskriminierung einher.

Die Blindheitsrate in dem westafrikanischen Land, das früher Obervolta hieß, liegt bei 1,5 %! Um augenkranken und blinden Menschen nachhaltig zu helfen, hat LICHT FÜR DIE WELT 2005 die erste Augenklinik in der Region Koupela, einem Einzugsgebiet von 2,5 Millionen Menschen, errichtet und eröffnet.
Heute unterstützen wir nicht nur diese Augenklinik in Zorgho, sondern auch augenmedizinische Hilfseinsätze in entlegene Gebiete, um den Menschen den Zugang zu augenmedizinischer Versorgung zu ermöglichen.

LICHT FÜR DIE WELT hilft auch blinden und anders behinderten Menschen: In Gemeindenahen Rehabilitationsprogrammen werden allein in Burkina Faso jährlich 6500 Menschen mit Behinderung medizinisch betreut, bekommen Zugang zu Therapien und Ausbildungsplätzen. So haben Kinder wie die kleine Sadia wieder die Chance auf eine Zukunft!

 

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Hilfseinsatz im Südsudan – Marthas Weg ins Licht. 27.01.2009


Der Sudan ist das größte Land Afrikas. Die medizinische Versorgung der Bevölkerung stellt in einem so großen Land eine ernstzunehmende Herausforderung dar. Für viele Menschen ist der nächste Arzt sehr weit weg: So gibt es zum Beispiel im gesamten Südsudan keinen einzigen einheimischen Augenarzt.
Daher unterstützt LICHT FÜR DIE WELT seit 2006 die augenmedizinische Abteilung im Spital von Mapurdit und baut damit erstmals eine kontinuierliche augenmedizinische Versorgung für die 1,8 Millionen einwohner der Region auf.
In entlegene Gebiete werden regelmäßig Hilfsflüge organisiert. So erhalten unzählige augenkranke und blinde Menschen die einzige Chance auf Hilfe. Eine von ihnen ist Martha Adunt:

Marthas Weg ins Licht

Die 35jährige Martha Adunt lebt im Südsudan. Sie ist Witwe und hat keine Kinder, die meisten ihrer Verwandten sind bereits gestorben. Nur ihre Mutter ist noch am Leben. Martha sorgt sich rührend um die alte Frau. Doch seit drei Jahren ist Martha selbst auf Hilfe angewiesen: Ihr Augenlicht wird immer schlechter, schließlich erblindet sie. Und da sie mit ihrer Mutter allein auf der Welt ist, kann sich niemand um die beiden Frauen kümmern. Die Zukunft sieht düster aus. Eines Tages hört Martha von einem Hilfsflug von LICHT FÜR DIE WELT nach Padak, ein paar Gehstunden entfernt. An einem Stock lässt sie sich den weiten Weg führen, in der Hoffnung auf Hilfe. Martha wird untersucht und erhält auch gleich die Hoffnung verheißende Botschaft: Grauer Star, ihr Augenlicht kann gerettet werden! Nach einer Operation, die nur 15 Minuten dauert, kann sie wieder sehen.

Am Tag nach dem Eingriff öffnet Martha erstaunt die Augen. Die Begeisterung steht ihr ins Gesicht geschrieben. „Heute kann ich mich wieder alleine bewegen! In zwei oder drei Tagen kann ich wieder alles tun und für mich und meine Mutter sorgen,“ jubelt sie. Martha ist überglücklich. Als sie auf dem Heimweg ihre Nachbarin Lou trifft, fällt sie ihr vor Freude um den Hals und erzählt von ihrer Heilung.

Den Stock, an dem Martha monatelang geführt werden musste, braucht sie nun nicht mehr. Der Stock hat viel zu erzählen:

Das Bild gehört in Afrika zum Alltag: Ein blinder Mensch,  der von einem Familienmitglied am Stock geführt wird.

Das Bild gehört in Afrika zum Alltag: Ein blinder Mensch, der von einem Familienmitglied am Stock geführt wird.

Der sprechende Stock: Blinde Menschen sehen wieder

Verliert ein Mensch sein Augenlicht, bedeutet das in Afrika meist auch den Verlust des selbständigen Lebens. Erwachsene können nicht mehr für ihren Lebensunterhalt und den ihrer Familien sorgen, Kinder verlieren den Kontakt zu Gleichaltrigen, zu Bildung und Zukunft. Die Ausstellung „Der sprechende Stock“ präsentiert den Stock – oft ein Symbol für Blindheit – hier in einer ganz anderen Bedeutung: er ist Sinnbild wiedererlangter Selbständigkeit.

Gemeinsam mit Fotos in Lebensgröße, einem Interview in Originalton und einer Reihe aus 23 Bildern und Infotafeln erzählen die Stöcke Geschichten von Menschen in Burkina Faso und dem Südsudan: Von Martha, Lognoaga und Alier, die nach einer Operation am Grauen Star wieder sehen und ihre Stöcke nicht mehr benötigen.

Sehen Sie den „Sprechenden Stock“ in den Wiener Volkshochschulen:
Von 12. Jänner bis 13. Februar in der VHS Brigittenau (Raffaelgasse 11 - 13, 1200 Wien) und von 18. Februar bis 27. März in der VHS Meidling (Längenfeldgasse 13-15, 1120 Wien).
Nähere Informationen auch bei LICHT FÜR DIE WELT unter 01/810 13 00.

 

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Millenniums-Entwicklungsziele sind behindert. 22.09.2008

UN-Treffen der Staats- und Regierungschefs am 25.9. kann das ändern.

80 % der weltweit 650 Millionen Menschen mit Behinderungen leben in Entwicklungsländern. Wenn sich am kommenden Donnerstag, 25. September 2008, mehr als 100 Staats- und Regierungschefs bei den Vereinten Nationen versammeln – darunter Bundeskanzler Alfred Gusenbauer und Außenministerin Ursula Plassnik – geht es auch um ihr Schicksal.

In New York werden weitere Maßnahmen zur Erreichung der Millenniums-Entwicklungsziele, insbesondere in den Ländern Afrikas, beraten. Darunter müssen auch Maßnahmen sein, die sich gezielt an Menschen mit Behinderungen richten. James Wolfensohn, ehemaliger Präsident der Weltbank, machte schon 2002 auf diese Notwendigkeit aufmerksam: „Solange Menschen mit Behinderungen nicht in den Mainstream der Entwicklungszusammenarbeit einbezogen werden, wird es unmöglich sein, die Armut bis 2015 zu halbieren oder jedem Mädchen und Buben die Chance auf Grundschulbildung zu geben.“ Weltweit 77 Millionen Kinder erhalten keine Schulbildung, ein Drittel von ihnen ist behindert und damit vor allem in Entwicklungsländern vom regulären Schulunterricht ausgeschlossen.

Die UN-Millenniumskampagne hat dieses Anliegen jetzt aufgenommen. Gemeinsam mit LICHT FÜR DIE WELT und anderen Fachorganisationen wurde die Website www.includeeverybody.org entwickelt, die ab morgen auf die Notwendigkeit der Einbeziehung von Menschen mit Behinderungen in Programme zur Erreichung der Millenniums-Entwicklungsziele aufmerksam macht.

LICHT FÜR DIE WELT hat aus diesem Anlass an Bundeskanzler Alfred Gusenbauer und Bundeministerin Ursula Plassnik appelliert, sich in ihren Beiträgen für die Rechte von Menschen mit Behinderungen stark zu machen. „Wir vertrauen darauf, dass sich die österreichischen Vertreter im Rahmen dieses Gipfels wiederholt für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in alle gesellschaftlichen Bereiche einsetzen“, so Johannes Trimmel, Leiter der Projektarbeit von LICHT FÜR DIE WELT.


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Behinderung führt zu Analphabetismus. 08.09.2008

LICHT FÜR DIE WELT zum heutigen Weltalphabetisierungstag der UNESCO

77 Millionen Kinder weltweit erhalten keine Schulbildung, ein Drittel von ihnen ist behindert und damit vor allem in Entwicklungsländern vom regulären Schulunterricht praktisch ausgeschlossen. Schulen sind nicht entsprechend adaptiert, es fehlt an qualifizierten Lehrkräften und Unterrichtsmaterialien. Auch Armut spielt in der Dritten Welt eine zentrale Rolle: Kinder müssen zu Hause bleiben, um zum Unterhalt der Familie beizutragen.

LICHT FÜR DIE WELT setzt sich seit mittlerweile 20 Jahren für die Rehabilitation und Förderung behinderter Kinder in den Armutsgebieten unserer Erde ein, um ihnen einen Ausbruch aus diesem Teufelskreis von Armut, Behinderung und Ausgrenzung zu ermöglichen und Zukunftschancen zu eröffnen. Zugang zu Schulbildung ist dabei der Schlüssel. LICHT FÜR DIE WELT fördert die Schulbildung wo immer möglich in Regelschulen: Dieser inklusive Ansatz schafft nicht nur die Voraussetzungen für Grundbildung, sondern auch für soziale Integration unter Gleichaltrigen.

In einem der Hilfsprojekte der österreichischen Fachorganisation in Papua Neuguinea beispielsweise wird mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit Kindern mit Hörbeeinträchtigungen der Zugang zu Schulbildung und Basisgesundheitsversorgung ermöglicht. Studien zufolge sind 44 Prozent der Kinder in Papua Neuguinea zumindest leicht hörgeschädigt. Diese oft versteckte Beeinträchtigung führt zu Kommunikationsschwierigkeiten und schlechten schulischen Leistungen, die Drop out Rate unter diesen Kindern ist groß. LICHT FÜR DIE WELT unterstützt Reihenuntersuchungen und Früherkennungsprogramme und schult Lehrer in der Vorbeugung von Gehörlosigkeit.

Auch die UNESCO setzt an ihrem Weltalphabetisierungstag 2008 den Fokus auf den Zusammenhang zwischen Alphabetisierung und Gesundheit. „Die ernstesten Gesundheitsthemen unserer Zeit können solange nicht wirksam bekämpft werden, bis Alphabetisierungsprogramme eine zentrale Rolle in der Gesundheitspolitik spielen,“ stellt UNESCO-Generalsekretär Koichiro Matsuura fest.


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LICHT FÜR DIE WELT erweitert sein europäisches Netzwerk. 04.09.2008

Vereinbarung über Zusammenarbeit mit der belgischen Hilfsorganisation CBM-B ermöglicht eine deutliche Ausweitung der Projektarbeit zugunsten blinder, augenkranker und behinderter Menschen in Entwicklungsländern.

Nach der Gründung des tschechischen Schwestervereines SVETLO PRO SVET im Jahr 2007 erweitert die österreichische Fachorganisation LICHT FÜR DIE WELT ihr Netzwerk nun mit einem belgischen Partnerverein. Eine entsprechende Vereinbarung über die zukünftige Zusammenarbeit wurde gestern, Mittwoch 03. September 2008, mit der belgischen Organisation CBM-B getroffen und von Vertretern aller drei Vereine unterzeichnet. LICHT FÜR DIE WELT ist damit ab 1. Jänner 2009 in drei europäischen Staaten fest verankert: Österreich, Tschechien und Belgien.

Damit kann auch die Projektarbeit mit ihrem derzeitigen Fokus auf Äthiopien, Mosambik, Burkina Faso und Südsudan mittelfristig deutlich ausgeweitet werden. Mit dem neuen Partner CBM-B kommen Arbeitsschwerpunkte in der Demokratischen Republik Kongo, Tansania und Ruanda dazu sowie umfangreiche fachliche Expertise in der Rehabilitation sehbehinderter, blinder und gehörbehinderter Menschen. Gemeinsame Qualitätsstandards und abgestimmte Strategien sollen den Wirkungsgrad auf europäischer und internationaler Ebene in den Arbeitsbereichen der Blindheitsprävention, der Rehabilitation behinderter Menschen und dem Einsatz für die Rechte behinderter Menschen in Entwicklungsländern erhöhen.

Das Netzwerk tritt international und in den Partnerländern mit dem Namen LIGHT FOR THE WORLD auf. In Europa wird der Vereinsname in der jeweiligen Landessprache geführt: LICHT FÜR DIE WELT, SVETLO PRO SVET, LICHT VOOR DE WERELD bzw. LUMIÈRE POUR LE MONDE.


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TANSANIA: Manyuri kann wieder sehen

Mädchen zeichnet an einem Bild

Manyuri kann sogar wieder zeichnen...

Die sechsjährige Manyuri lebt mit zwei älteren Brüdern und Schwestern und einem jüngeren Bruder in dem Distrikt Monduli in der Arusha-Region in Tansania. Die Familie betreibt Landwirtschaft und besitzt auch einige Rinder.

Seit sie zwei Jahre alt ist hat sich Manyuris Sehvermögen stetig verschlechtert, bis sie schließlich mit drei Jahren gar nicht mehr sehen konnte. Bei einem Besuch der Familie zwei Jahre später bemerkte ein Fieldworker von LICHT FÜR DIE WELT, dass das Kind blind ist und schickte es daraufhin ins Spital nach Moshi, wo jährlich etwa 3.000 Augenoperationen durchgeführt werden. Dort wurde bei dem Mädchen schließlich die Diagnose "Grauer Star" gestellt und man beschloss sogleich zu operieren.

Vor der Operation musste die Mutter rund um die Uhr auf ihre Tochter aufpassen. Sie konnte zwar noch ein wenig sehen, aber nicht genug, um sich auch alleine, ohne fremde Hilfe  in der Umgebung zurechtzufinden. Wenn ihre Mutter draußen arbeitete, um zum Beispiel Feuerholz zu sammeln, musste Manyuri meist viele Stunden völlig alleine in der Hütte auf ihre Rückkehr warten.

Manyuri wird in die Schule gehen können

Doch ihre Operation verlief erfolgreich und nun ist Manyuri sehr glücklich. Sie kann wieder sehen und auch wieder mit ihren Freundinnen spielen. Auch kann sie wieder in den Kindergarten gehen, wo sie viel Spass mit den anderen Kindern hat. Und zu Hause kann sie mithelfen, sie passt jetzt sogar auf ihren jüngeren Bruder auf.

Nächstes Jahr wird sie dann in die Schule gehen - ein für sie völlig neues Abenteuer, auf dass sie sich schon sehr freut.


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NORDOST-INDIEN: Eine neue Zukunft für Jessica

Die siebenjährige Jessica aus Nordost-Indien leidet seit frühester Kindheit bereits unter einer schweren Arthritis. Sie kann weder selbstständig stehen noch gehen. Da sich ihre Familie keine Therapie leisten kann, wächst das kleine Mädchen isoliert und ohne Freunde auf. Auch die Schule kann sie nicht besuchen. Doch dann hören die Eltern eines Tages von einem Zentrum für Kinder mit Behinderungen...

Das Mary Rice Center

Lachende Kinder schauen in die Kamera

Das Mary Rice Center betreut zur Zeit mehr als 100 Kinder mit Behinderungen.

Das Mary Rice Center, welches im nordostindischen Meghalaya, eines der ärmsten Regionen der Erde liegt, hat sich auf die Förderung von Kindern mit unterschiedlichsten Behinderungen spezialisiert, so zum Beispiel Kinder mit Lerneinschränkungen, orthopädischen und neuromuskulären Beeinträchtigungen aber auch mit Autismus und Mehrfachbehinderungen.

In dem Zentrum werden neben der direkten Unterstützung aber auch die Erlangung von lebenspraktischen Fertigkeiten von Patienten mit Behinderung sowie die Integration in die Gesellschaft gefördert. Bewusstseinsbildung für ein barrierefreies Umfeld für Menschen mit Behinderungen und soziale Integration sowie die Realisation von Selbsthilfegruppen und anwaltschaftliche Arbeit in der Region sind weitere wichtige Bereiche des Centers.

Jessicas neue Zukunft

Bei der Aufnahme werden zudem Menschen mit besonders schweren Behinderungen aus ärmlichen Verhältnissen vorrangig aufgenommen, um auch ihnen eine Zukunft und Hoffnung zu schenken. Insgesamt werden hier an die 105 Kinder tagsüber betreut und seit diesem Jahr nun gehört auch Jessica zu ihnen. Ein speziell auf ihre Krankheit abgestimmter Therapieplan unterstützt sie dabei, lebenspraktische Fähigkeiten und eine neue Selbstständigkeit zu erlernen.

Seit der Aufnahme in das Mary Rice Center hat sich Jessicas Leben von Grund auf verändert. Jetzt hat sie einen eigenen Rollstuhl, mit dem sie zum ersten Mal mobil und vor allem auch unabhängig von anderen ist. Das aufgeweckte Mädchen hat bereits schnell Freunde gefunden, die ähnliche gesundheitliche Probleme haben und fühlt sich somit nicht mehr so allein. Sie bekommt zudem eine schulische Ausbildung in dem Zentrum. Und Jessica ist eine gute Schülerin, das Lernen macht ihr Spaß und sie blickt nun einer neuen Zukunft entgegen.

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BURKINA FASO: Juliette - Auf eigenen Beinen in die Zukunft

Es ist heiß in der Schneiderei, aber Juliette ist hochkonzentriert. Der bunte Stoff gleitet durch ihre geschickten Hände, als hätte sie nie etwas anderes getan. Kaum zu glauben, dass das Mädchen vor zwei Jahren noch den ganzen Tag in der Hütte ihrer Eltern gelegen ist, ohne Lebenswillen, ohne Hoffnung, ohne Zukunft.

Juliette Compoaré erkrankt im Alter von zehn Jahren an einer Knochenentzündung und kann sich bald kaum noch bewegen. Erst nach sechs langen Jahren wird Jean-Claude Gouba auf Juliette aufmerksam. Er ist Rehabilitationshelfer des von LICHT FÜR DIE WELT unterstützten Projektes für Gemeindenahe Rehabilitation in Manga. Jean-Claude bringt Juliette zu einem Arzt. Die Untersuchung ergibt, dass die Krankheit in Juliettes Knochen zwar immer noch schwelt, aber sie wird durch eine Operation geheilt.

Juliette auf Krücken

Mit ihren neuen Krücken kann Juliette mittlerweile auch alleine auf den Markt und in die Kirche gehen.

Und das ist erst der Anfang. Juliettes Beine sind nach jahrelangem Liegen zu schwach, um sie zu tragen. Daher bekommt sie einen Rollstuhl und beginnt hoch motiviert mit Krücken zu üben. Die ersten Erfolge des harten Trainings stellen sich ein, bald kann sie sogar auf den Markt gehen. Heute ist Juliette stolz auf ihre Lehre als Schneiderin. Zwei Jahre dauert ihre Ausbildung, dann will sie einen eigenen Betrieb aufmachen. Sie steht wieder auf eigenen Beinen!


Licht für Burkina Faso

Sieben Projekte für Gemeindenahe Rehabilitation unterstützt LICHT FÜR DIE WELT in Burkina Faso. Auch in Manga wird auf diese Weise Menschen mit Behinderung geholfen. Burkina Faso ist eines der ärmsten Länder der Welt. Menschen mit Behinderung sind von Armut besonders betroffen, denn mit dem Verlust der Arbeitskraft gehen oft auch noch Stigmatisierung und Diskriminierung einher. In den Projekten von LICHT FÜR DIE WELT werden jährlich 6500 Betroffene medizinisch betreut, Therapieplätze und Hilfsmittel (z.B.: Rollstühle) zur Verfügung gestellt, Rehabilitationshelfer aus- und weitergebildet. Auch Zugang zu Berufsausbildung und Existenz sichernden Maßnahmen werden geschaffen und Programme zur Sensibilisierung der Gemeinschaft und zur Vermeidung von Behinderungen durchgeführt.

Neue Kinderpaten

Unser Ziel ist, die Hilfe für Kinder mit Behinderungen weiter auszubauen: Im April haben wir ein Patenschaftsprogramm gestartet, das behinderten Kindern ermöglicht, Therapien zu bekommen, sitzen, stehen und gehen zu lernen, in die Schule zu gehen, ein selbständiges Leben zu führen. Mit 25 Euro pro Monat unterstützen Paten behinderte Kinder in Äthiopien oder Burkina Faso, die stellvertretend für alle Patenkinder eines Landes stehen.

Wir freuen uns sehr, zwei neue Fürsprecher unseres Patenschaftsprogrammes vorstellen zu dürfen: Franz Joseph Huainigg und Martin Ladstätter. Beide sind seit Jahren in der österreichischen Behindertenbewegung aktiv. „Mit meiner Patenschaft möchte ich helfen, den Kreislauf von Armut und Behinderung zu durchbrechen. Betroffene Kinder brauchen Zugang zu Gesundheitsvorsorge und Bildung, um sich Lebensperspektiven zu schaffen. Ich bedanke mich deshalb bei LICHT FÜR DIE WELT, die mit ihrer Initiative den Grundstein für ein selbst bestimmtes Leben behinderter Menschen legen.“, meint Huainigg.

Mehr Informationen zu den Kinderpaten: www.kinderpate.at      Kinderpate Logo

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PAPUA NEUGUINEA: Augen öffnen sich!

Bildung und Gesundheit für Menschen mit Behinderung

Papua-Neuguinea ist der drittgrößte Inselstaat der Welt. Mangelernährung gehört zum Alltag der Kinder und die Hälfte der Bevölkerung sind Analphabeten. Jeder dritte Einwohner lebt unter der Armutsgrenze. Ländliche Gebiete werden von der Gesundheitsversorgung kaum erreicht, in ganz Papua Neuguinea gibt es nur 5 Augenärzte.

LICHT FÜR DIE WELT unterstützt ein Projekt zur Förderung von Bildung und Gesundheit für Kinder mit Behinderungen und junge Erwachsene. Das Projekt wird von der Diözese Kiunga in der Western Provinz an drei verschiedenen Orten durchgeführt, nämlich Kiunga, Ningerum, Daru.

Mit einem Bevölkerungsdurchschnitt von 1,5 Personen pro km2 (Österreich 99 Personen pro km2) ist die Western Provinz die dünnst besiedelte und größte Provinz Papua Neuguineas (etwas größer als Österreich). Es existiert in der Western Provinz nur eine 150 km lange Straße, die Menschen bewegen sich hauptsächlich auf Wasserwegen und zu Fuß fort.


Rehabilitation und Augenmedizin Hand in Hand

Ärzteteam in einem Operationssaal

Dr. Jacques Darman und sein Ärzte-Team

Von ausgebildeten Sonderpädagogen und Behindertenbetreuern wird Rehabilitationsarbeit für Kinder mit Behinderung und junge Erwachsene geleistet. Die geschieht immer unter Einbindung ihrer Familien und der Gemeinschaft. Dabei besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Personal der Gesundheits- und Bildungsbehörden.

Im von LICHT FÜR DIE WELT geförderten Projekt gehen Rehabilitation und Augenmedizin Hand in Hand: Da die medizinische Versorgung im Land unzureichend ist, werden im Rahmen des Projektes auch Reihenuntersuchungen an Schulen und Operationscamps für orthopädische Operationen und Augenoperationen organisiert.

Augen öffnen sich!

Für viele Menschen in Daru ist dadurch Hoffnung ins Leben zurückgekehrt. Augenarzt Dr. Jacques Darman und sein Team sind Anfang Juni zu einem Operationscamp auf die Insel aufgebrochen. Sie sind aus Goroka, der Hauptstadt der Region Eastern Highlands, angereist. In fünf Tagen harter Arbeit wurden 167 Operationen am Grauen Star durchgeführt, 167 Mal wurde Augenlicht geschenkt! Das Leben vieler Menschen, die jahrelang in Dunkelheit lebten, wurde verändert. Ihre Augen öffnen sich und das Lachen in ihren Gesichtern ist der größte Lohn für alle Beteiligten. Die Worte eines Großvaters zu seinem Enkelsohn sind Ausdruck dafür: „Brendan, ich war es gewohnt dich zu hören und zu berühren. Aber nun kann ich dich sehen. Du bist wunderschön!“

Und im August wird ein weiterer Operationseinsatz des Teams von Dr. Darman Hoffnung nach Kiunga bringen!

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MOSAMBIK: Einheimische Hoffnung!

Elisa Antonio lebt mit ihrer Familie in Muanza, einer Ortschaft mitten im Buschland von Mosambik. Gemeinsam mit ihrem Mann Ricardo bestellt Elisa die Felder der Familie, sie erledigt den Haushalt und kümmert sich um ihre 6 Kinder.
Doch seit mehreren Jahren plagen die 42-jährige immer wieder die Augen: sie entzünden sich, schmerzen und tränen. Vor allem das rechte Auge macht der Frau zu schaffen: das Lid hat sich nach innen gedreht, die Wimpern scheuern an der Hornhaut, die Schmerzen sind groß und das Sehvermögen beginnt abzunehmen.
Dann hören sie, dass ein Augenarzt für einen Tag in den nahen Ort Muanza kommt. Bei dem Außeneinsatz der Augenklinik in Beira wird Trachom diagnostiziert. Elisa muss operiert werden, sonst verliert sie ihr Augenlicht unwiederbringbar. Für Elisas Transport ins Provinzspital ist gesorgt. Am nächsten Morgen wird sie operiert. Endlich haben die Schmerzen ein Ende! Ihr Augenlicht ist gerettet. Riesengroß ist die Freude, als sie daheim ihre Kinder sieht!

Eine Augenklinik der Hoffnung

Christoph Matznetter, Dr. Assegid Aga und Mitarbeiter der Augenklinik

Dr. Assegid Aga informiert Matznetter über die Strategien zur Blindheitsverhütung in Mosambik

LICHT FÜR DIE WELT unterstützt in Mosambik derzeit 6 Projekte im Bereich Augenmedizin. Mit dem Aufbau der Augenklinik in Beira in Zentralmosambik im Jahr 2003 hat LICHT FÜR DIE WELT Pionierarbeit geleistet. Vor kurzem konnte sich auch Staatssekretär Christoph Matznetter persönlich davon überzeugen: „Die von LICHT FÜR DIE WELT aufgebaute Augenklinik ist ein gutes Beispiel konkreter und nachhaltiger Hilfe, die österreichische NGOs mit Unterstützung der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit leisten.“

Seit Oktober 2007 ist der äthiopische Augenarzt Dr. Assegid Aga dort tätig. Allein im letzten Jahr haben 22.690 Patienten die Augenambulanz aufgesucht, konnten untersucht und wenn nötig operiert werden.

Auch heuer legen wir einen Schwerpunkt darauf, Patienten in anderen Teilen der Provinz Sofala zu erreichen. Gemeinsam mit dem Team der Augenklinik sind insgesamt 24 Außeneinsätze geplant, oft in hunderte Kilometer entfernte Orte. Vor kurzem hat Dr. Assegid den ersten einwöchigen Operationseinsatz am Feld abgeschlossen: In der Region Muxungue wurden in einer Woche 838 PatientInnen behandelt und 58 Operationen am Grauen Star durchgeführt!

Hoffnung durch einheimische Hilfe

Und um die Arbeit weiter auszubauen ist weitere augenmedizinische Unterstützung nötig. Im Mai hat nun die 34-jährige mosambikanische Augenärztin Dr. Margarida Chagunda ihre Arbeit an der Augenklinik in Beira aufgenommen. Sie ist damit die erste einheimische Augenärztin außerhalb der Hauptstadt Maputo.

Für LICHT FÜR DIE WELT ist die Ausbildung und der Einsatz von einheimischen Fachkräften ein Arbeitsgrundsatz. Nur so ist eine nachhaltige Stärkung von lokalen Strukturen garantiert. Als Mosambikanerin wird Dr. Margarida das Vertrauen der Bevölkerung in die Arbeit noch weiter stärken. Auch die Zusammenarbeit mit lokalen Gesundheitsbehörden wird sicherlich weiter intensiviert.

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BURKINA FASO: Zukunft auf eigenen Beinen!

Veronika Fialka-Moser mit behindertem Kind.

Univ.-Prof. Dr. Veronika Fialka-Moser bei ihrem ehrenamtlichen Einsatz in Burkina Faso.

Vor einem Monat ist die österreichische Rehabilitations-Expertin Univ.-Prof. Dr. Veronika Fialka-Moser von einem ehrenamtlichen Hilfseinsatz in Burkina Faso zurückgekehrt. Der Vorstand der Univ.-Klinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation am Wiener AKH unterstützt seit vier Jahren das Engagement und den Einsatz von LICHT FÜR DIE WELT.

In Burkina Faso konnte sie sich als Spezialistin selbst ein Bild der Arbeit machen: „Die Unterstützung im Rahmen von Rehabilitation reicht von Operationen und verschiedenen Therapien bis hin zur Anpassung von Prothesen und Ausstattung mit Mobilitätsbehelfen wie Rollstühlen und Blindenstöcken. Das ist konkrete Hilfe zur Selbsthilfe.“

Behinderung in der Dritten Welt stellt das Überleben in Frage

Und das ist ein Prinzip in der Arbeit von LICHT FÜR DIE WELT. Gerade im Bereich der Rehabilitation ist nachhaltige Betreuung in lokalen Strukturen von grundlegender Bedeutung. Sie ist ein langfristiger Prozess, der sich meist über mehrere Jahre erstreckt und deshalb auch eine dauerhafte Unterstützung benötigt. Eine Unterstützung, die Zukunft schenkt!
Denn Zugang zu Rehabilitation wird in der Dritten Welt auch zu einer Frage des Überlebens, weiß Fialka-Moser aus Erfahrung: „Behinderte Kinder in Entwicklungsländern werden von ihrem sozialen Umfeld isoliert. Ihre beste Chance auf ein Überleben erhalten sie mit der Möglichkeit, so viele Alltäglichkeiten wie möglich so selbständig wie möglich zu erledigen.“

Zukunft auf eigenen Beinen

Dieser Weg wird auch für den kleinen, 21 Monate alten Moussa geebnet. Der kleine Bub aus Burkina Faso hat an Rücken und Beinen Kinderrheuma. Im Gemeindenahen Rehabilitationsprogramm von LICHT FÜR DIE WELT in Zabré bekommt er entzündungshemmende Medikamente und Physiotherapie. Das Projekt ist eines von 7 Programmen der Gemeindenahen Rehabilitation in Burkina Faso. Mehr als 2.700 Kinder konnten im letzten Jahr gefördert werden! Für sie ist Behinderung keine Frage des Überlebens mehr.

Um noch mehr Kindern mit Behinderung diese Chance zu eröffnen hat LICHT FÜR DIE WELT das erste Patenschaftsprogramm für behinderte Kinder in Afrika gestartet. Mit 25 Euro im Monat ermöglichen Kinderpaten die Rehabilitation eines behinderten Kindes.

Mehr Informationen über Kinderpatenschaften.

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SUDAN: 117 Mal Augenlicht!

Am Spital in Mapurdit im Südwesten des Sudan mussten Menschen mit Augenproblemen bis vor kurzem abgewiesen werden. Die notwendigen Geräte und Medikamente fehlten, niemand konnte Augenkrankheiten diagnostizieren.
LICHT FÜR DIE WELT baut nun eine kontinuierliche augenmedizinische Versorgung für die 1,8 Millionen Einwohner der Region auf. Ein geeignetes Gebäude für die kleine Augenklinik ist im Entstehen. Ein Augenkrankenpfleger am bestehenden allgemeinen Krankenhaus seine Arbeit aufgenommen und sorgt für kontinuierliche Hilfe. Operieren kann er aber nicht. Das Übernehmen der kenianische Kataraktchirurg Francis Sempele und sein Team in Kurzeinsätzen. So konnte das Augenärzteteam im April erstmals nach Mapurdit reisen und notwendige Hilfe in die Region bringen. In zehn Tagen führte das Team von Francis Sempele 117 Operationen am Grauen Star durch und schenkte 117 Menschen ein strahlendes Lächeln!
Darunter auch acht Kindern. Gerade bei Kindern ist es ungeheuer wichtig, Grauen Star möglichst früh zu erkennen und zu behandeln, da sie sonst ihr Sehvermögen nicht mehr entwickeln können. Bei diesem Einsatz kam die Hilfe rechtzeitig. Acht Kinder blinzeln in eine ungeahnte neue Welt!

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Zelalems Lächeln!

Zelalem ist 8 Jahre alt und ein fröhliches, aufgewecktes Mädchen. Sie lebt im kleinen Ort Boditi im Süden Äthiopiens. Als das achtjährige Mädchen nach einem Unfall mit einem Pferdewagen ihr rechtes Bein verliert, bricht eine Welt für sie zusammen. Auch Zelalems Eltern sind am Boden zerstört: „Wir haben befürchtet, unsere Tochter zu verlieren“, erzählen sie. Doch das Mädchen hat Glück, denn in dem von LICHT FÜR DIE WELT unterstützten Therapiezentrum in Arba Minch bekommt sie eine Prothese und Krücken.

In wöchentlichen Übungsstunden mit ihrer Rehabilitationshelferin Tsehaynesh lernt das Mädchen nun, mit diesen Hilfen umzugehen. Sie lernt, die Prothese zu belasten und das Gleichgewicht zu halten. Die Übungen sind anstrengend und langwierig, aber es stellen sich bereits Erfolge ein.
Zelalem ist überglücklich, als sie ihre ersten Schritte mit der Prothese macht. Jetzt kann sie sogar alleine aufs Haus aufpassen, wenn ihre Eltern am Markt sind und endlich wieder mit ihren Freundinnen spielen! Wenn Zelalem weiterhin solche Fortschritte macht, wird sie in zwei Jahren ohne Krücken gehen können…

Zukunft durch Gemeindenahe Rehabilitation

Seit 20 Jahren verfolgt LICHT FÜR DIE WELT neben der Verhütung und Heilung von Blindheit auch das Ziel, Kinder mit Behinderungen – wie Zelalem - zu fördern. Denn 45 Millionen behinderte Kinder in Entwicklungsländern haben zumeist keinen Zugang zu adäquater medizinischer Versorgung, Rehabilitationsmaßnahmen und Schulbildung, die Sterblichkeit ist dramatisch. Schon Pastor Ernst Jakob Christoffel hat sich speziell für blinde, gehörlose und körperbehinderte Kinder eingesetzt. Damit sie ein selbst bestimmtes Leben führen können, sind viele kleine Schritte nötig.

Mädchen mit Krücken und zwei Freundinnen

Zelalem ist überglücklich. Sie kann nun endlich wieder mit ihren Freundinnen spielen!

Rehabilitationshelfer suchen Familien mit behinderten Angehörigen. Gemeinsam werden mögliche Entwicklungsschritte und –ziele besprochen. Die Rehabilitationshelfer klären auch über Ursachen von Behinderungen auf. Dann werden ein Therapieplan erarbeitet und bei Bedarf aus lokalen Materialen einfache Hilfsmittel wie Blindenstöcke und andere Gehhilfen hergestellt. Die Rehabilitationshelfer schulen die Eltern im Umgang mit diesen Hilfen und zeigen ihnen therapeutische Übungen. Aufgabe der Eltern ist es, regelmäßig mit den Kindern zu üben. Denn nur regelmäßige Übungen über einen längeren Zeitraum bringen nachhaltige Fortschritte.

Behinderten Kindern Zukunft schenken

Und diese regelmäßige Betreuung braucht einen langen Atem. Daher haben wir ein Programm für Kinderpatenschaften entwickelt, um noch mehr behinderten Kindern in Afrika helfen zu können. Mit einer Spende von 25 Euro monatlich (rund 80 Cent pro Tag) ermöglicht ein Pate die individuelle Förderung und Rehabilitation eines behinderten Kindes. Und schenkt Zukunft! Auch einige bekannte Persönlichkeiten wie Prof. Fritz Muliar, Dr. Benita Ferrero-Waldner und Robert Menasse haben eine Patenschaft zu übernommen.

Mehr Informationen zum Patenschaftsprogramm und darüber, wie Sie Pate werden können, finden sie hier

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BURKINA FASO: Gerard lernt gehen!

Gérard konnte von Geburt an seine Beine und die rechte Hand nicht bewegen. Er konnte nicht aufstehen, sich nicht fortbewegen. Teilnahmslos lag er auf einer Matte in der kleinen Hütte seiner Familie. Mutter Monique kümmerte sich liebevoll um ihr einziges Kind, helfen konnte sie ihm aber nicht.
Vor einem Jahr wird Rehabilitationshelfer Jean-Claude aus dem Gemeindenahen Rehabilitationsprogramm in Manga, Burkina Faso, dann auf die Familie aufmerksam. Er erkennt, dass Gérard Fortschritte machen, sogar gehen lernen kann, wenn er fachgerecht und regelmäßig betreut wird.
Mit gezielten Übungen beginnt Jean-Claude, die Muskulatur des Buben zu kräftigen. Für weitere Fortschritte braucht Gérard einen Barren. Durch Mithilfe von Nachbarn und Freunden wird das einfache, aber so wirkungsvolle Gerät gebaut. Bei dieser Gemeinschaftsaktion wird auch den Helfern klar, zu welchen Fortschritten ein behinderter Mensch mit geringer Unterstützung fähig ist...
Kaum steht der Barren, richtet sich Gérard mit Hilfe seiner Mutter auf und macht die ersten Schritte.
Heute ist er schon imstande, an seinem Barren oder mit einem Stock alleine zu gehen. „Tata, tata“ ruft er immer wieder lachend, während er langsame Schritte macht. „Tata“ ist ein Wort seiner Muttersprache und bedeutet „gehen“.
Mit der liebevollen Unterstützung seiner Familie und der professionellen Betreuung durch Rehabilitationshelfer Jean-Claude ist der kleine Bub auf dem Weg in ein selbständiges Leben. Danke!

Bub mit Mutter und Rehabilitationshelfer

Gemeinsam mit seiner Mutter und Jean-Claude macht Gérard Übungen zur Stärkung der Muskulatur. Nur auf kräftigen Beinen kann er stehen!

Burkina Faso, das zweitärmste Land der Welt, hat fast 14 Mio. Einwohner. Laut Weltgesundheitsorganisation ist jeder 10. Einwohner behindert. Die Hälfte aller Behinderungen wäre vermeid- bzw. behandelbar.

Gesundheitsversorgung und Bildung sind für Menschen mit Behinderungen in Burkina Faso nur schwer zugänglich. Meist sind es Familienmitglieder, die sich um die Menschen mit Behinderungen kümmern und so nicht mehr zum Familienunterhalt beitragen können. Oft sind es auch Kinder, die dann nicht die Schule besuchen können. LICHT FÜR DIE WELT setzt sich für die Verbesserung der Lebenssituation von Menschen mit Behinderungen ein.

Im letzten Jahr hat LICHT FÜR DIE WELT in fünf Projekten der Gemeindenahen Rehabilitation über 2700 Kinder und Jugendliche mit Behinderungen gefördert. Heuer kommen noch zwei weitere Projekte dazu, um noch mehr Kindern wie Gérard helfen zu können.

Damit Kinder und Jugendliche mit Behinderungen flächendeckend erreicht werden, gehen ausgebildete Rehabilitationshelfer von Dorf zu Dorf und stellen fest, in welchen Familien es Kinder mit Behinderungen gibt. Der Rehabilitationshelfer bespricht dann mit den betroffenen Familien die Behandlungsmöglichkeiten. Oft helfen physiotherapeutische Übungen. Wie bei Gérard in Manga werden die Übungen gemeinsam mit dem Kind erarbeitet und auch anderen Familiemitgliedern gezeigt. So können auch sie beim wichtigen regelmäßigen Training mithelfen.
Durch die Rehabilitation zuhause wird das Kind nicht aus seinem sozialen Umfeld gerissen. Gleichzeitig werden dadurch auch die Dorfbewohner auf die Fähigkeiten des behinderten Kindes aufmerksam, was zu seiner Integration positiv beiträgt.
Wenn ein Kind noch andere Hilfe benötigt, wird es an medizinische Zentren überwiesen oder erhält Hilfsmittel, wie Krücken oder einen Rollstuhl.
Neben der medizinischen Rehabilitation hilft LICHT FÜR DIE WELT bei der Einschulung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen. Durch Aufklärungs- und Informationsarbeit wird zusätzlich für die bessere Integration von Menschen mit Behinderungen in die Gesellschaft gesorgt.

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UGANDA: Ruharo-Augenklinik schenkt Hoffnung für blinde Menschen

Maliko Bahena ist 80 Jahre alt und lebt im kleinen Dorf Ruena in Südwesten von Uganda. Durch die Arbeit auf ein paar Feldern, auf denen er Bananen, Mais und Gemüse pflanzte, konnte er für sich und seine Frau sorgen.
Doch eines Tages merkt er, dass sein Blick immer trüber wird, bis er schließlich gar nichts mehr sieht. Seit nunmehr drei Jahren ist er ständig auf die Hilfe anderer angewiesen, kann nichts mehr alleine machen. Zwar hat er schon gehört, dass andere blinde Menschen nach Operationen in der Stadt Mbarara wieder sehen konnten, doch die große Stadt ist unerreichbar weit weg für den alten, blinden Mann. Da seine Frau nicht alleine für die Betreuung ihres blinden Mannes und die Bewirtschaftung der Felder sorgen kann, nimmt Malikos jüngerer Bruder das Ehepaar bei sich auf – doch er hat bereits eine 7-köpfige Familie zu versorgen!
Dann wird im Dorf bekannt, dass Augenärzte in eine Gesundheitsstation in erreichbarer Nähe kommen und kostenlose Untersuchungen durchführen. Maliko macht sich mit seinem 8-jährigen Neffen Bazrake auf den Weg. Wie etwa 200 andere Patienten wartet er geduldig, bis er an der Reihe ist. Schließlich ist es so weit. Und die Diagnose gibt Anlass zur Hoffnung: Maliko Bahena hat Grauen Star. Und der ist heilbar.
Schon am nächsten Tag wird Maliko in der Ruharo-Augenklinik operiert. Die Freude nach dem Abnehmen des Verbandes ist unbeschreiblich groß: Maliko kann wieder sehen!

Mann vor der Operation am Operationstisch

Vor der Operation wird durch Okulopression der Druck im Auge reduziert. Damit werden Komplikationen vermieden.

In Uganda gibt es für über 30 Millionen Einwohner nur 39 Augenärzte. Und so führen heilbare Krankheiten wie Grauer Star (Katarakt) oder Trachom oft zur Erblindung! 80 Prozent der Erblindungen könnten mit einfachen Mitteln verhindert werden.
LICHT FÜR DIE WELT setzt sich dafür ein, die bestehenden Augenabteilungen zu verbessern und augenmedizinische Versorgung auch in entlegenen Regionen zu gewährleisten.
Die von LICHT FÜR DIE WELT unterstützte Ruharo-Augenklinik im Südwesten Ugandas liegt am Stadtrand von Mbarara und wurde 1981 gegründet. Sie ist im ganzen Land bekannt und behandelt Patienten aus sämtlichen Landesteilen.
Die Augenklinik besteht aus einer Augenambulanz mit Apotheke, Brillenverkauf und einer Produktionseinheit für Augentropfen. Eine stationäre Abteilung verfügt über 34 Betten und einen Operationssaal mit modernen Gerätschaften.
2007 wurden insgesamt 26.292 Patienten ambulant betreut und 1476 Katarakt-Operationen durchgeführt.

Einmal im Monat sucht ein Ärzte- und Augenhelferteam Dörfer in entlegenen Regionen auf, um jene Menschen zu behandeln, die keine Chance auf augenmedizinische Versorgung haben. Der mobile Außendienst (Outreach) erfolgt mit Hilfe von Geländefahrzeugen. Operiert wird in kleinen Gesundheitsstationen oder in der Ruharo-Augenklinik, wohin die Patienten kostenlos gebracht werden. Im Rahmen des Außenprogramms wird auch intensive Aufklärungsarbeit in den Dörfern geleistet um Blindheit etwa infolge mangelnder Hygiene (Trachom) oder Vitamin A-Mangels bei Kindern zu verhindern.

Das Projekt führt außerdem in enger Zusammenarbeit mit der medizinischen Fakultät der Universität Mbarara ein Ausbildungsprogramm für Augenassistenten und Medizinstudenten aus ganz Uganda durch. Weiters wurde ein Zentrum zur Früherkennung und Behandlung fehlsichtiger und sehschwacher Kinder eingerichtet. Im Jahr 2007 hat dieses Zentrum 1690 Patienten, in erster Linie Kinder, behandelt. Die Förderung der Ausbildung von medizinischem Fachpersonal und der Früherkennung und Behandlung von fehlsichtigen und sehschwachen Kindern ist ein Schwerpunkt der Arbeit von LICHT FÜR DIE WELT in Ostafrika.

Dieses erfolgreiche Projekt im Südwesten Ugandas ermöglicht tausenden Menschen wie Maliko ein selbständiges Leben und ist für die nachhaltige Armutsbekämpfung von großer Bedeutung. Danke!

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Südsudan: Hilfsflüge retten Augenlicht

Aktuek Nal ist 55 Jahre alt. Ihr Mann und ihr Sohn sind verstorben. Gemeinsam mit ihrer Tochter und deren Familie lebe Aktuek in einem Tukul (einer kleinen Lehmhütte mit Strohdach) nahe Padak im Südsudan. Früher war sie Zentrum des Familienlebens: Aktuek kochte, hielt den Hof und die Hütte sauber, konnte auf dem Feld mithelfen und Wasser holen und versorgte die Enkelkinder, während ihre Tochter und ihr Schwiegersohn auf dem Feld arbeiteten.
Doch vor zwei Jahren verlor Aktuek ihr Augenlicht. Die lebensfrohe Frau verbrachte ihre Tage still und in sich gekehrt, ohne Aufgabe oder Beitrag zum Familienleben im Tukul. Hoffnung kam auf, als sie von dem Wunder hörte, das aus der Luft kam:
Im Dorf hörte sie, dass bald jemand kommen würde, der blinde Menschen untersuchen und vielleicht auch wieder sehend machen konnte.
Bang erwartete Aktuek mit ihrer Familie die Ankunft des Hilfsflugs. Francis Sempele diagnostizierte Grauen Star und operierte die Frau bereits am nächsten Tag. Heute kann Aktuek wieder sehen, arbeiten, ihre Enkel versorgen!

Frau mit Augenbinde und Enkerl

Die 55-jährige Aktuek kann nun endlich wieder ihr Enkerl sehen und versorgen.

Im Süden des Sudan leben etwa 10 Millionen Menschen, mehr als 150.000 von ihnen sind blind. Einheimischen Augenarzt gibt es im Südsudan keinen einzigen, die Blindheitsrate ist hoch. Nicht nur Grauer Star, auch Trachom und Flussblindheit gehören zu den häufigsten Ursachen für den Verlust von Augenlicht. Die Infrastruktur ist schlecht, es gibt kaum Straßen, kaum medizinische Einrichtungen – und die, die es gibt, sind aufgrund der Unpassierbarkeit des Landes für die meisten Menschen kaum erreichbar.
In einem früheren Krankheitsstadium wäre Trachom noch einfacher zu heilen gewesen - eine Behandlung mit Antibiotika hätte ausgereicht.

LICHT FÜR DIE WELT setzt sich für den Aufbau eines Gesundheitssystems ein: In der Kleinstadt Mapourdit arbeiten wir am Aufbau einer kleinen Augenklinik. Sie wird die erste in einer Region sein, in der 1,8 Millionen Menschen leben.

Bis zu ihrer Eröffnung besteht die einzige Chance augenkranker und blinder Menschen auf Unterstützung in augenmedizinischen Hilfsflügen: Der kenianische Kataraktchirurg Francis Sempele und sein Team retten auf diese Weise unter schwierigsten Bedingungen hunderten Menschen das Augenlicht. Allein im Vorjahr wurden mehr als 650 Operationen am Grauen Star durchgeführt!

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Tansania: Ein neues Leben für Kinder mit Behinderungen

Fünf Millionen Menschen leben in der Region Dar es Salaam, Tansania. Jeder zehnte von ihnen hat eine Behinderung.
Die behinderten Menschen gehören meist zu den ärmsten Bevölkerungsschichten. Sie sollen Zugang zu medizinischer Versorgung, zu rehabilitativen Maßnahmen, zu Bildung erhalten. Nur so ist es möglich, ihnen und ihren Familien einen Weg aus der Armut zu öffnen.
LICHT FÜR DIE WELT ermöglicht mit Unterstützung der Europäischen Union und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit ein Programm in Dar es Salaam, das eine orthopädische Klinik, eine Augenklinik, sowie ein gemeindenahes Rehabilitationsprogramm und mobile Außenprogramme umfasst.

In der orthopädischen Klinik werden Patienten aus dem ganzen Land behandelt. Auch mittellose Patienten, die keine andere Chance auf Hilfe haben, werden operiert, bekommen Prothesen etc.

In der Augenklinik wurden 2007 mehr als 4000 Operationen am Grauen Star durchgeführt.

Zwei Kinder sitzen lachend im Rollstuhl

Sabina und Edward nach der erfolgreichen Operation. Beide werden gehen können!

Im Rahmen der Gemeindenahen Rehabilitation werden behinderte Kinder aus Dar Es Salaam unter Miteinbeziehung der Familie rehabilitativ und sonderpädagogisch gefördert: Rehabilitationshelfer besuchen Familien mit behinderten Kindern, erarbeiten bestimmte Übungen je nach Behinderung des Kindes und zeigen den Eltern, wie sie ihrem behinderten Kind helfen, mit ihm üben können.
Wenn nötig werden die Kinder an die orthopädische Klinik überwiesen oder bekommen Krücken, Rollstühle oder andere Hilfsmittel. Um ihnen eine eigenständige Zukunft zu ermöglichen wird auch besonderer Wert auf Aus- und Weiterbildung gelegt.

Mobile Außenprogramme ermöglichen Menschen aus abgelegenen Regionen rund um die Millionenstadt Zugang zu medizinischer Versorgung.

2007 wurden 1498 Kinder rehabilitativ betreut und gefördert. Unter ihnen Edward und Sabina:
Edward ist 12 Jahre alt, Sabina 7. Beide kommen aus dem Städtchen Iringa in Zentraltansania. Beide wurden mit Zerebralparese geboren.
Die spastischen Lähmungen verursachten Fehlstellungen der Beine der Kinder. Dadurch konnten sie weder stehen noch gehen. An einen Schulbesuch, ein selbständiges Leben, war nicht mehr zu denken. Ihre Eltern arbeiten hart auf den kleinen Feldern der Familie, um für das Notwendigste zum Leben sorgen zu können. Die Operation, die die Fehlstellungen der Beine korrigiert, können sie sich nicht leisten.
Als sie von der Klinik in Dar es Salaam hören, wo auch mittellose Kinder behandelt werden, treten sie die weite Reise an.
12 Stunden sind Sabina und Edward mit ihren Müttern nach Dar es Salaam gereist. Doch der beschwerliche Weg hat sich gelohnt: Beide wurden operiert. Beide werden gehen können!

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Tigray, Äthiopien: Verteilung von Zithromax zur Bekämpfung von Trachom

Tafere Alemu ist 65 Jahre alt und lebt in einem kleinen Dorf, etwa einen Tag Fußmarsch von der äthiopischen Stadt Bahir Dar entfernt. Durch das Bestellen seiner beiden Felder trägt er zum Lebensunterhalt seiner Familie bei. Außerdem passt er auf sein Enkerl auf und so kann seine Schwiegertochter auf dem nahen Markt Brot verkaufen.
Doch seit 2 Jahren hat er Probleme mit den Augen, vor allem mit dem rechten. Hat es anfangs nur getränt, wurden im Lauf der Monate die Schmerzen immer stärker, Taferes Sehvermögen immer schlechter. Sein Lid dreht sich nach innen, nur mehr schemenhaft und unter Schmerzen kann er seine Umgebung wahrnehmen. Tafere Alemu hat sich mit der Augenkrankheit Trachom infiziert.

Trachom-Operation

Im fortgeschrittenen Stadium rettet bewahrt nur mehr eine Operation vor der unheilbaren Erblindung.

Jahrelang weiß er nicht, ob und wo er Hilfe finden kann. Als er von der Augenklinik in Bahir Dar hört, wo auch mittellose Patienten behandelt werden, macht er sich auf den langen Weg. Tafere wird am Lid operiert – gerade noch rechtzeitig. Sein Augenlicht kann gerettet werden, seine monatelangen Schmerzen sind vorbei.
In einem früheren Krankheitsstadium wäre Trachom noch einfacher zu heilen gewesen - eine Behandlung mit Antibiotika hätte ausgereicht.

Rund 15% der Äthiopier sind mit der Augenkrankheit Trachom infiziert, die meisten der Betroffenen sind Frauen und Kinder. Immer wieder kehrende Entzündungen verursachen Vernarbungen der Bindehaut. Das Augenlid dreht sich nach innen und die Wimpern zerkratzen die Hornhaut. Helfen im Anfangsstadium noch Antibiotika, kann im fortgeschrittenen Stadium nur noch eine Lidoperation das Augenlicht retten. Unbehandelt führt Trachom zu irreversibler Erblindung.
Die Trachom-Bekämpfung ist wichtiger Teil der Arbeit von LICHT FÜR DIE WELT.

In Tigray, der nördlichsten Region Äthiopiens, mit einer Fläche von 80.000 km2 (das entspricht etwa der Größe Österreichs), leben 4,3 Mio. Menschen. Von ihnen sind bereits 14.000 Menschen unheilbar an Trachom erblindet, mehr als 600.000 infiziert. Die Zahl der Personen, die dringend eine Lid-Operation benötigen, wird auf 46.000 geschätzt.
Auch hier sind Kinder besonders betroffen: Etwa 27% der Kinder zwischen ein und neun Jahren sind mit Trachom infiziert! Sie mit Präventionsmaßnahmen zu erreichen ist daher besonders wichtig und erfolgt am effizientesten durch die Behandlung mit Zithromax. Dieses Antibiotikum wird von der Internationalen Trachom Initiative (ITI) kostenlos zur Verfügung gestellt.
Die Kosten für die Verteilung des Medikaments hat in der Region Tigray LICHT FÜR DIE WELT übernommen, denn nur so kann tausenden augenkranken Menschen in der Region Tigray geholfen werden.
Für die Sensibilisierung der Bevölkerung (z.B.: Hygiene-Schulung) und die Verteilung der Antibiotika werden Mitarbeiter der Gesundheitsdienste in Kurzzeit-Trainings ausgebildet. Insgesamt werden 684 Personen in einem dreitägigen Training auf ihre Aufgabe vorbereitet und erhalten Unterstützung von 1.800 lokalen Helfern.
Mit der Zithromax-Verteilung werden allein in der Region Tigray mehr als 600.000 Menschen erreicht und vor der drohenden unheilbaren Erblindung bewahrt, von ständigen Schmerzen befreit.

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Behinderten Kindern in Bolivien Zukunft schenken

Bolivien ist das ärmste Land Südamerikas. Besonders schwierig ist die Situation für Menschen mit Behinderung, die rund 9% der Gesamtbevölkerung ausmachen. Ihre Chancen auf medizinische Hilfe, Rehabilitation oder auch Ausbildung sind noch viel geringer als für nicht behinderte Menschen.

Speziell Kinder mit Behinderung werden kaum in die Gesellschaft integriert: nur 1,7% der Kinder mit Behinderung gehen zur Schule, und ca. 90% der Menschen mit Behinderung sind arbeitslos.

LICHT FÜR DIE WELT setzt sich dafür ein, die Lebenssituation behinderter Menschen in Bolivien zu verbessern. In San Ignacio, im Osten des Landes, unterstützen wir seit Jahren ein Projekt, das die Österreicherin Irmgard Prestel gegründet hat.
Dieses Zentrum für Kinder und Jugendliche mit Behinderung ist die einzige Einrichtung dieser Art im abgeschiedenen Osten des Landes und leistet Pionierarbeit im Bereich Integration, Inklusion und Rehabilitation. Es hat ein gutes Netzwerk in den Gemeinden der Provinz Velasco aufgebaut und hat drei Arbeitsschwerpunkte:

Lokale Ärzten behandeln behinderte Kinder und Jugendliche wenn notwendig, Phisiotherapeuten, Logopäden und Rehabilitationshelfer arbeiten mit ihnen rehabilitativ.

Kinder mit Behinderung erhalten eine Schulausbildung: Derzeit betreut FASSIV 85 Schüler, davon 63 in der Spezialschule im Zentrum selbst und 22 wurden in Regelschulen integriert, die mitbetreut werden.

Jugendliche erhalten eine Berufsausbildung, so gibt es im Zentrum Kurse in Seidendruck, in Näharbeit und Handarbeit sowie in Kunsthandwerk.

lachender Bub in Hängematte

Heute kann Asencio lachen!

Kinder aus der Umgebung kommen regelmäßig ins Zentrum, für Kinder, deren Familien weiter weg leben, gibt es Gastfamilien, die diese Kinder und Jugendlichen für eine begrenzte Zeit aufnehmen.

Asencio Loren ist 15 Jahre alt und lebt im Dorf San Antonio de Santa Rosa.
Der Bub wurde mit einer Gehirnlähmung (Zerebralparese) geboren. Viele Jahre wusste seine Familie nicht, wie sie mit ihm umgehen sollten, Asencio lag unbeweglich in seiner Hütte. Dann wurden Mitarbeiter des von LICHT FÜR DIE WELT ermöglichten Programms auf ihn aufmerksam und er wurde im Sozialzentrum von San Igancio physiotherapeutisch betreut. Schließlich konnte er sogar vom Projekt einen eigenen Handwagen bekommen, in dem er herumgefahren werden kann. Darin führen ihn Familienmitglieder und Freunde spazieren. Endlich kann er am Dorfleben teilhaben!
Am liebsten liegt Asencio aber in der traditionellen Hängematte, wo ihn die Nachbarskinder besuchen kommen. Die Sozialarbeiterin besucht ihn regelmäßig, um die Familie im Umgang mit ihrem behinderten Sohn zu unterstützen.

Im Hilfsprogramm von San Ignacio werden insgesamt 280 behinderte Kinder entsprechend ihren individuellen Möglichkeiten medizinisch und physiotherapeutisch betreut, können die Schule besuchen und erhalten eine Ausbildung.
Auch Eltern und Angehörige erfahren über die medizinischen Hintergründe der Behinderung und die Möglichkeiten der Förderung. Und jede Woche kommen weitere Kinder dazu, weil sich die Hilfe, die das Leben behinderter Kinder und Jugendlicher und ihrer Familien verändert, weitflächig herumspricht.

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Mosambik: Neuer Augenarzt schenkt Licht

José kann wieder sehen. Zweieinhalb Jahre lang lebte er in absoluter Dunkelheit, zweieinhalb Jahre lang war er angewiesen auf die ständige Unterstützung seiner Frau Tessa. Früher konnte er sich selbst, seine Familie und sein Vieh versorgen, er konnte sein Feld bestellen, ging auf die Jagd und verkaufte ab und zu sogar etwas Fleisch. Seit zweieinhalb Jahren ist daran nicht mehr zu denken. Auch Tessa ist verzweifelt – lange wird sie die gesamte Last nicht mehr tragen können.
Doch dann erfährt die unglückliche Frau, dass ein Augenarzt ins nahe Städtchen Muanza kommt, ein Augenarzt, der schon viele Blinde wieder sehend gemacht hat.
Erfüllt von neuer Hoffnung führt Tessa José am Stock zum Außeneinsatz der Augenklinik von Beira. Augenarzt Dr. Dhingra diagnostiziert Grauen Star. José wird operiert.
Heute kann José wieder sehen. José ist überglücklich. Bald wird er das kleine Maisfeld bestellen und vielleicht wieder eine Ziege kaufen. Vorbei sind Angst und Unsicherheit. José und Tessa sind zurück im Leben!

Mann zählt die ausgestreckten Finger eines Arztes

José kann nach der Star-Operation problemlos die Finger von Dr. Dhingra zählen!

Augenklinik in Beira

Als Dr. Dhingra im Sommer 2003 die Augenklinik in der mosambikanischen Provinz-hauptstadt Beira übernahm, stand er vor einer großen Herausforderung. Die Augenklinik hatte seit drei Jahren keinen Augenarzt mehr gehabt, es fehlte an den einfachsten Geräten und Hilfsmitteln. Die wenigen Patienten, die an die Klinik kamen, mussten in die 1000 km entfernte Hauptstadt Maputo verwiesen werden; die wenigsten von ihnen konnten sich die Reise dorthin leisten.
LICHT FÜR DIE WELT stellte eine medizinische Grundausstattung zur Verfügung und schon 3 Monate nach seiner Ankunft in Beira konnte Dr. Dhingra die ersten Operationen am Grauen Star durchführen. Das sprach sich schnell herum und Patienten kamen wieder in die Augenklinik zurück.

Um die Versorgung von armen Patienten aus ländlichen Gebieten zu verbessern, wurde im Jahr 2006 sogar mit mobilen augenmedizinischen Einsätzen begonnen. Mittlerweile konnten dieses Jahr alleine schon knapp 3000 Patienten durch dieses Programm betreut werden und 134 am Grauen Star operiert werden.
Die Augenklinik selbst betreut mittlerweile im Durchschnitt 20.000 Patienten im Jahr, davon wurden vergangenes Jahr 747 Patienten am Grauen Star operiert.

Dr. Assegid

Nun entschied sich Dr. Dhingra nun zur Rückkehr nach Indien.
Sein Nachfolger Dr. Assegid ist bereits in Beira und übernimmt diese Woche die Agenden der Augenklinik. Dr. Assegid hat langjährige Erfahrung in der augenmedizinischen Arbeit in Äthiopien und baute unter anderem auch eine von LICHT FÜR DIE WELT unterstützte Augenklinik in Jijiga auf.
Dr. Assegid ist motiviert nun auch in Mosambik das Blindheitsverhütungsprogramm voranzutreiben: "Für mich ist meine neue Aufgabe in Beira mein erster medizinischer Aufenthalt außerhalb meines Heimatlandes. Ich möchte vor allem die mobile Versorgung der Bevölkerung und der Ausbildung von Augenkrankenpflegern ausbauen. Dieser Einsatz ist auch persönliche eine Bereicherung und es motiviert zu sehen, wie sehr die Bevölkerung in der Provinz Sofala unsere Hilfe annimmt!"

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Erste Schritte mit Bambusstangen in Papua Neuguinea

Bub steht zwischen zwei Stangen und lacht

Am Barren aus Bambusstangen macht Ephraim seine ersten Schritte.

Der kleine Ephraim erkrankt im Alter von 9 Jahren an Hirn-Tuberkulose. Ephraim lebt in Papua Neuguinea, einem Inselstaat nördlich von Australien.
Zwar wurde im Spital in Kiunga die Behandlung sofort begonnen, doch einige Regionen von Ephraims Gehirn waren bereits derart stark geschädigt, dass seine Beine gelähmt waren und er nicht mehr sprechen konnte. Im Spital wurde ein von LICHT FÜR DIE WELT ausgebildeter Physiotherapeut auf Ephraim aufmerksam. Jerome zeigt Ephraims Mutter, wie sie ihren Sohn unterstützen, mit ihm arbeiten und üben kann, damit er so weit wie möglich wieder mobil wird.
Nahe dem Wohnhaus haben die Eltern einen „Barren“ gebaut: zwischen den Bambusstangen kann Ephraim stehen und gehen üben. Und der kleine Bub, der noch wenige Wochen zuvor unbeweglich seine Tage im Liegen verbrachte, kann sogar schon mit Unterstützung erste kleine Schritte machen! Mit großem Ehrgeiz und großer Freude ist Ephraim bei der Sache – und schließlich verabschiedet sich der Bub zur Überraschung aller mit Yawo, dem Wort der lokalen Sprache Motu für Auf Wiedersehen, von den Rehabilitationshelfern.

10% der Bevölkerung behindert

Oft werden Kinder wie Ephraim zu Hause in ein Zimmer gelegt, notdürftig versorgt und völlig isoliert. Betroffene Familien sind mit der Situation oft überfordert. Sie wissen nicht was sie für ihr Kind tun können. Insgesamt sterben 80% der behinderten Kinder.
In der Western Provinz in Papua Neuguinea sind nach Grobschätzungen der WHO (genaue Erhebungen liegen derzeit nicht vor) 15.000 der 150.000 Einwohner in irgendeiner Form behindert.
Dazu kommt, dass die Provinz eine der wirtschaftlich unbedeutendsten, ärmsten und am schwersten zugänglichen des Landes ist. Sie besteht großteils aus Sumpfgebieten und Regenwald. Die 150.000 Einwohner verteilen sich auf 99.300 km2, das heißt, auf eine Fläche, die größer ist als Österreich!

LICHT FÜR DIE WELT: medizinische Versorgung, Integration und Ausbildung

Gerade für Menschen mit Behinderung ist die große Entfernung zu medizinischer Versorgung und Unterstützung meist unüberwindbar. Um ihre Situation zu verbessern, unterstützt LICHT FÜR DIE WELT seit 2005 ein Programm, das die Integration und Ausbildung behinderter Kinder und Jugendlicher fördert:
Behinderungen sollen möglichst früh erkannt und wenn möglich behandelt werden. Behinderte Kinder werden medizinisch betreut und erhalten bei Bedarf Mobilitätshilfen wie Rollstühle oder Krücken. Mit ihren Familien lernen sie von ausgebildeten Fachkräften Übungen, die ihre Beweglichkeit steigern.
Außerdem arbeitet LICHT FÜR DIE WELT mit Schulen zusammen, um behinderten Kindern eine Ausbildung zu ermöglichen. Dabei werden Lehrer beraten, wie sie die Kinder erfolgreich in den normalen Unterricht integrieren können.
Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts ist die Aus- und Weiterbildung lokaler Fachkräfte. Nur aufgrund ihres Einsatzes können behinderte Kinder und ihre Familien in den Dörfern gefördert werden. Und sie unterstützen vor Ort Lehrer bei der schulischen Integration behinderter Kinder.

Heute werden 225 Kinder und Jugendliche mit Behinderung unterstützt und gefördert. 38 Kinder konnten in Regelschulen integriert werden und erhalten dort regelmäßige Betreuung. Für 70 PatientInnen mit Grauem Star und 20 Kinder mit Klumpfuß und Kieferspalten werden Operationen vorbereitet. Dazu müssen Ärzteteams eingeflogen werden, denn in den lokalen Krankenhäusern gibt es weder ausgebildetes Fachpersonal noch die notwendigen Instrumente.
All diese Menschen erhalten die Chance auf ein selbständiges Leben.

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Hilfe für augenkranke und blinde Kinder in Tansania

Bub mit Augenbinde

Godfrey kann nach einer Operation am Grauen Star sehen!

Godfrey ist 6 Monate alt. Er lebt am Rand von Moshi, einer kleinen Stadt im Norden Tansanias. Wie die meisten Menschen hier kämpfen seine Eltern ums Überleben, arbeiten hart, um das tägliche Brot für sich selbst und die beiden Kinder zu verdienen. Die Freude, als Godfrey geboren wird, ist groß, doch schon bald folgen Unsicherheit und Angst:
Der Bub reagiert kaum auf Bewegungen, kann nicht erkennen, was um ihn herum passiert. Godfrey scheint sehr schlecht zu sehen. Und das bisschen Augenlicht wird von Tag zu Tag weniger.
Groß ist die Verzweiflung der Eltern – sie können sich nicht leisten, sich den ganzen Tag um ihn zu kümmern statt zu arbeiten, und selbst wenn sie irgendwo Hilfe fänden, könnten sie für diese niemals bezahlen.
Hoffnung kommt auf, als Godfreys Tante, die sich tagsüber um den Kleinen kümmert, hört, dass der Augenarzt an der Augenklinik in Moshi auch mittellose Patienten behandelt. Noch größer wird die Hoffnung, als Augenarzt Dr. Anthony Hall seine Diagnose stellt: die lautet Grauer Star, und er ist heilbar. Wenige Tage später wird Godfrey operiert. Er bekommt eine Brille angepasst. Und auch für die Nachbetreuung ist gesorgt.
Die Gefahr der lebenslangen Blindheit ist abgewendet. Godfrey wird unbeschwert aufwachsen, wird die Schule besuchen, für seinen Lebensunterhalt sorgen können.

Godfrey und seine Familie hatten großes Glück:
Denn die augenmedizinische Versorgung in Tansania ist schlecht, die meisten blinden und augenkranken Menschen haben keinen Zugang zu Hilfe. Denn selbst wenn ein Augenarzt in erreichbarer Nähe arbeitet, können sind Untersuchung und Behandlung für große Teile der Bevölkerung viel zu teuer.
Grauer Star tritt nicht nur bei älteren Menschen auf, er kann auch vererbt werden, angeboren sein oder durch Verletzungen am Auge entstehen, sodass in den Armutsgebieten häufig auch Kinder betroffen sind. Gerade bei Kindern vergehen oft Jahre, bevor sie eine Operation erhalten: Die Eltern haben selten Zugang zu medizinischer Versorgung, können sich diese nicht leisten oder wissen nicht um die Möglichkeit auf Hilfe.

Gemeinsam mit der Augenklinik in Moshi im Norden Tansanias setzt sich LICHT FÜR DIE WELT dafür ein, dass gerade für Kinder (leistbare) Untersuchung, Behandlung und Operationen zugänglich werden. Jährlich werden dort etwa 3.000 Augenoperationen durchgeführt.

kleiner Bub mit Brille auf dem Arm einer Frau

Godfrey und seine Tante freuen sich: Mit der neuen Brille kann der Kleine sie erstmals sehen!

Ziel ist, jedes Jahr mehr Kinder zu operieren, um sie vor der lebenslangen Erblindung zu bewahren. Denn bei Kindern kann Grauer Star zu unheilbarer Erblindung führen, wenn er nicht rechzeitig entfernt wird, da das Auge das Sehen nicht mehr lernen kann. 2006 wurden in Moshi 200 Kinder am Grauen Star operiert, 2007 und 2008 sollen es bis zu 250 sein.

Bei Kindern ist die regelmäßige Nachbetreuung besonders wichtig. Auch hier unterstützt LICHT FÜR DIE WELT die Familien. Und wenn sie sich die Reisekosten ins Spital nicht leisten können, wird ausgeholfen. So wird sichergestellt, dass auch die am meisten bedürftigen Bevölkerungsgruppen nicht von den blindheitsverhütenden Maßnahmen ausgeschlossen werden.

Wertvolle Hilfe erhalten LICHT FÜR DIE WELT und das Spital in Moshi nun von der österreichischen Firma Croma Pharma: Sie spendet den Bedarf an viskoelastischen Lösungen für die Star-Operationen bei Kindern für die nächsten beiden Jahre. Danke.

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Schritte in ein neues Leben -
Gemeindenahe Rehabilitation in Kaya, Burkina Faso

rehabilitative Übungen

Rehabilitationshelfer Martin zeigt der Mutter, wie sie mit Aziz üben muss.

Burkina Faso ist das drittärmste Land der Erde. In diesem westafrikanischen Land ist nach Annahme der Weltgesundheitsorganisation jeder 10. Mensch behindert – aufgrund der schlechten medizinischen Versorgung, Mangel an sauberem Wasser sowie ausreichender Nahrung und fehlender Information über Vermeidungs- und Heilungsmöglichkeiten. 50% der Behinderungen wären vermeid- oder behandelbar.

Gesundheitsversorgung und Bildungsmöglichkeiten, allgemein bereits schlecht, sind für Menschen mit Behinderung kaum zugänglich. Auch ihre Familienmitglieder sind durch die Behinderung belastet – sie kümmern sich um ihr behindertes Familienmitglied, verlieren dadurch eine weitere Einkommensmöglichkeit, und leiden unter Stigmatisierung. Denn die Ursachen für Behinderungen sind in den Armutsgebieten der Bevölkerung weitgehend unbekannt, Behinderung wird nach wie vor oft als Strafe Gottes gesehen.

LICHT FÜR DIE WELT setzt sich dafür ein, die Lebenssituation behinderter Menschen zu verbessern.
5 Gemeindenahe Rehabilitationsprojekte unterstützen wir derzeit allein in Burkina Faso, eines davon in der Diözese Kaya. Dabei handelt es sich um ein relativ junges Projekt, in dessen Rahmen 7 Rehabilitationshelfer in 7 Gemeinden arbeiten: Insgesamt betreuen sie ein Gebiet mit über 1 Million Einwohnern.

Die Rehabilitationshelfer gehen in ihrer Gemeinde von Haus zu Haus und informieren behinderte Menschen und ihre Familien über mögliche Behandlungen. Bei Bedarf überweisen sie sie in medizinische Zentren oder verschaffen orthopädische Behelfe wie Krücken, Rollstühle oder Gehwägen.
In vielen Fällen sind physiotherapeutische Übungen notwendig, die die Situation von Menschen, die oftmals jahrelang unbeweglich in ihrer Hütte verbracht haben, deutlich verbessern. Die Rehabilitationshelfer erarbeiten mit den behinderten Menschen derartige Übungen und zeigen den Familienmitglieder, wie sie helfen können. Denn die regelmäßige Durchführung ist wichtig.

Neben der Behandlung und Therapie fördert LICHT FÜR DIE WELT den Zugang zu Schul- und Ausbildung für behinderte Kinder und Jugendliche. Um die Diskriminierung behinderter Menschen einzuschränken wird Aufklärungsarbeit betrieben.

2007 sollen allein im Projekt in Kaya über 1000 Menschen mit Behinderung von Rehabilitationshelfern besucht und untersucht werden, über 200 erhalten Therapien und Übungen zu Haus, 200 wird eine Operation ermöglicht.
20 Jugendliche erhalten eine Berufsausbildung und 70 Kinder mit Behinderung kommen in die Schule.

Bub mit seiner Mutter

Aziz und seine Mutter Aguiratou sind überglücklich über die Fortschritte des kleinen Buben.

Eines der geförderten Kinder ist Aziz:
Gemeinsam mit seinen Eltern und Brüdern lebt der 4-jährige in einer winzigen Lehmhütte. Er wurde mit einer Missbildung beider Knie sowie der Hüfte geboren. Er konnte sich nie aufrichten und lag daher mehr oder weniger unbeweglich auf einer Matte in der Hütte. Als er 4 Jahre alt ist, werden Rehabilitationshelfer des Rehabilitationsprojekts in Kaya auf Aziz aufmerksam. Sie bringen ihn zu einer Untersuchung ins Spital. Dort erfährt die Familie, dass Aziz nach einer Operation gehen lernen kann.
Vorher müssen aber die Muskeln aufgebaut werden. Rehabilitationshelfer Martin zeigt Mutter Aguiratou Übungen, die sie täglich mit Aziz macht. Rasch beginnt Aziz sich zu bewegen, und er lacht auch zum ersten Mal! Nach einigen Wochen kann er sich aufrichten. Ein Gehwagen ermöglicht ihm, sich im ganzen Dorf zu bewegen und eine neue, ihm fremde Welt kennen zu lernen.
Viel ausgeglichener, glücklicher, zufriedener ist der kleine Bub nun. Genau wie seine Mutter Aguiratou: Sie weiß: Wenn Aziz weiter so gute Fortschritte macht, kann er operiert werden und dann mit Krücken oder gar nur Schienen gehen!

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200 Operationen im Container -
In Battagram, Pakistan, operiert Dr. Ghaffoor im Notspital 200 mal im Monat

Augenuntersuchung

Dr.Ghaffoor untersucht und behandelt Patienten im Container.

Im Oktober 2005 zerstörte ein verheerendes Erdbeben weite Teile Pakistans. Hunderttausende Menschen blieben zurück – ohne Hoffnung, ohne Nahrung und ohne Schutz vor der einfallenden Kälte.
Auch die von LICHT FÜR DIE WELT unterstützte Augenklinik in Battragram stürzte ein. Mit tatkräftiger Unterstützung aus Österreich, der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA), dem Land Oberösterreich sowie zahlreichen Spendern, gelang es LICHT FÜR DIE WELT, innerhalb weniger Wochen eine Notklinik zu eröffnen, in beheizten Containern und Zelten Verletzten und ihren Familien eine Überlebenschance und Hoffnung zu geben.

Augenarzt Dr. Ghaffoor war die ganze Zeit vor Ort. Mit seinem Team konnte er die Klinik gerade noch rechtzeitig vor dem Einsturz verlassen – nur wenige Tage später arbeitete er bereits im Zelt weiter, entfernte Splitter, nähte Wunden, behandelte Kranke. Die im Winter eiskalten und im Sommer extrem heißen Nächte verbrachte er monatelang gemeinsam mit seinem Team im selben Zelt, in dem er tagsüber Verletzte behandelte und Operationen durchführte.

Der errichtete Behandlungs- und Operationssaal im Metallcontainer bot im Winter, der bald nach dem Beben Einzug hielt, Schutz vor der Kälte und Nässe, doch im folgenden Sommer war die Hitze im Inneren fast unerträglich: "Während der Operationen stand für gewöhnlich einer meiner Mitarbeiter an meiner Seite, um mir den strömenden Schweiß aus dem Gesicht zu wischen," so Dr. Ghaffoor. "Zwei Dinge gab es, die mir die Arbeit unter schwersten Bedingungen zur erfüllenden Aufgabe gemacht haben: Die Unterstützung von LICHT FÜR DIE WELT, die unermüdlich am Aufbau eines Feldspitals arbeiteten. Und natürlich die Freude der Patienten, wenn sie nach langer Zeit in Dunkelheit nach einer Operation am Grauen Star ihre Lieben, ihre Umwelt wieder sehen konnten."

Patienten mit Augenbinden im Container-Schalfsaal

Auch der Schlafsaal ist ein beheizter Container.

Der Aufbau eines neuen Spitals wird noch ein bis zwei Jahre dauern, doch LICHT FÜR DIE WELT hat mittlerweile auch Untersuchungsräume in kleinen Hütten zur Verfügung gestellt, sowie Bettenlager.
In den letzten eineinhalb Jahren wurden in der temporären Notklinik in Battagram über 200.000 Menschen behandelt. Damit ist sie die wichtigste zentrale Gesundheitsversorgungsstelle in Battagram.
Zusätzlich zu den täglichen Untersuchungen, die Dr. Ghaffor bei augenkranken und blinden Menschen in der Ambulanz durchführt und den Nachuntersuchungen der Operierten, schaffte er allein im Mai dieses Jahres in seinem Container 200 Augenoperationen.

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Sport als Rehabilitation in Mosambik

Nicht nur Armut und unzureichende Gesundheitsversorgung, auch die Verminung des Landes sind Gründe für die überdurchschnittlich hohe Zahl an Menschen mit Behinderungen in der mosambikanischen Provinz Sofala. Unterstützung für behinderte Menschen dagegen gibt es kaum.
Eines der ganz wenigen Projekte, "Sport für Menschen mit Behinderung", wurde vom ehemaligen 800-Meter-Läufer Domingos "Tio" Langa vor 5 Jahren in Beira, der Hauptstadt der Provinz Sofala, gegründet: "Ich fühle mich berufen, jenen zu helfen die nicht so gesund sind, wie ich es ein Leben lang war."

Auch LICHT FÜR DIE WELT unterstützt dieses Projekt, dessen vorrangiges Ziel die Förderung der sozialen Integration und Rehabilitation von Menschen mit Behinderung ist. Ihnen werden mehrmals wöchentlich Trainings in 6 Sportarten (Leichtathletik, Hallenfußball, Volleyball, Basketball, Handball und Torball) durch qualifizierte Trainer angeboten. Und die Teilnehmer können an Behindertensportveranstaltungen und Wettbewerben teilnehmen.

Bub im Rollstuhl spielt Basketball

Castigo wurde nach einem Schlangenbiss ein Bein amputiert. Im Sportzentrum trainiert er Basketball.

Derzeit werden 170 Kinder, Jugendliche und Erwachsene unterrichtet. Das Projekt hat sich zu einem sozialen Treffpunkt für behinderte Kinder und Jugendliche entwickelt.
Darüber hinaus werden gehörlose Kinder und ihre Eltern in Gebärdensprache unterrichtet. Das ist derzeit in Sofala die einzige Möglichkeit für die Eltern gehörloser Kinder, die Gebärdensprache zu lernen.

Mittels Aufklärungs- und Medienarbeit macht das Projekt auf die Situation von Menschen mit Behinderung aufmerksam, erhöht Wissen und Verständnis der mosambikanischen Gesellschaft. So leistet es einen Beitrag, damit soziale Vorurteile gegenüber behinderten Menschen abgebaut werden.

In Zukunft werden die Aktivitäten ausgedehnt und auch in 4 anderen Distrikten angeboten. Dort entstehen eigene Verbände, die regelmäßig Trainings anbieten.
Denn Sport ist eine wirksame Methode, um Menschen mit Behinderung in die Gesellschaft zu integrieren und zu rehabilitieren. Menschen wie dem 12-jährigen Castigo, der nach einem Schlangenbiss ein Bein verlor. Im Rollstuhlbasketball hat er mit seiner Mannschaft schon einige Wettbewerbe gewonnen.
Der Sport fördert nicht nur die Rehabilitation, sondern schafft gleichzeitig ein neues soziales Umfeld, gibt Kraft und Selbstvertrauen.

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LICHT FÜR MOSAMBIK -
LICHT FÜR DIE WELT stellt Grundausstattung für 4 Augenabteilungen in Mosambik zur Verfügung

Mosambik gehört zu den zehn ärmsten Ländern unserer Erde. In weiten Gebieten des Landes ist für die Bevölkerung keine augenmedizinische Versorgung vorhanden.
Bereits seit 4 Jahren leistet LICHT FÜR DIE WELT hier Pionierarbeit:
In der Provinzhauptstadt Beira in Zentralmosambik wurde eine Augenklinik aufgebaut, die jeden Monat Anlaufstelle für etwa 2.000 blinde und augenkranke Patienten ist. Im Rahmen von Außenprogrammen werden im Jahr etwa weitere 4.500 Menschen untersucht und behandelt, für die die Reise nach Beira unmöglich ist.

Nun weitet LICHT FÜR DIE WELT seine Arbeit und damit seine Hilfe für augenkranke Menschen in Mosambik aus: 4 Augenstationen erhalten eine Grundausstattung an Geräten, Instrumenten und Medikamenten. Unter ihnen die der Klinik in Lichinga, Hauptstadt der Provinz Niassa. Augenmedizinische Hilfe gab es für die Menschen in der gesamten Provinz mit einer Million Einwohnern, einer der ärmsten des Landes, keine.

Vor einigen Monaten machte sich LICHT FÜR DIE WELT-Projektreferent Philippe Narval selbst ein Bild von der verheerenden Situation: Das einzige "Untersuchungsinstrument" war eine schwache Schreibtischlampe. Rasch wurde Hilfe geleistet, und mittlerweile ermöglichen die zur Verfügung gestellten Instrumente und Medikamente einen regulären augenmedizinischen Betrieb. Im Jänner 2007 konnten sogar die ersten Patienten in der Geschichte des Provinzspitals am Grauen Star operiert werden!

lachende Frau mit herunterhängender Augenbinde

Aurora kann wieder sehen! Immer mehr Menschen können in Mosambik am Grauen Star operiert werden.

Immer noch gibt es Schwierigkeiten zu überwinden: Wie im ganzen Land gibt es auch in dieser Provinz zu wenig augenmedizinische Fachkräfte. Krankenschwestern müssen ausgebildet werden. Die Bevölkerung muss erst darüber informiert werden, dass es nun auch für sie die Möglichkeit auf augenmedizinische Untersuchungen und Behandlungen gibt. Und auch die Außenprogramme in die kaum erreichbaren Bezirke der Provinz müssen erst organisiert und durchgeführt werden.

Dank der Unterstützung aus Österreich werden blinde Menschen, die wieder sehen können, auch in der Provinz Niassa keine Einzelfälle mehr sein.
Blinde Menschen wie Aurora Seueo. 4 Jahre lang war die Frau blind, sie musste ihre Tiere verkaufen, die Felder verwilderten – Aurora war angewiesen auf die Unterstützung und das Geld ihrer Brüder.
Nach vier Jahren in Dunkelheit hört sie von einem Augenarzt, der blinde Menschen wieder sehend machen kann, auch wenn sie kein Geld haben.
Zwei Tage dauert die Reise – doch an ihrem Ende steht das größte Geschenk, das Aurora je bekommen hat: Augenlicht. Der LICHT FÜR DIE WELT-Arzt diagnostiziert Grauen Star, operiert Aurora, tauscht die getrübte Augenlinse gegen eine klare künstliche. Danach ist für die 70-jährige Frau alles anders: Sie bestellt ihre Felder, wird sich wieder einige Hühner kaufen und kann zurückgeben, was ihr in den letzten Jahren gegeben wurde. "Ich kann wieder sehen! Über kein Geschenk könnte ich je glücklicher sein!"

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Eine Zukunft für behinderte Menschen im Südsudan

Im Sudan herrscht seit 2005 Frieden. Eine der großen Herausforderungen ist der Aufbau eines Gesundheitssystems, das Menschen mit Behinderungen offen steht und das auch die Prävention von Behinderung unterstützt.

LICHT FÜR DIE WELT hat es sich zum Ziel gesetzt, die Menschen im Südsudan bei dieser schwierigen Aufgabe zu unterstützen. Einerseits wird eine kleine Augenklinik in Mapurdit aufgebaut, werden augenmedizinische Hilfsflüge ermöglicht und augenmedizinisches Fachpersonal ausgebildet. Bis 2008 werden es 300 Gesundheitshelfer in den Dörfern sein!

Auf der anderen Seite brauchen gerade die vielen behinderten Menschen des Landes Unterstützung:
Im Bezirk Mundri mit über 320.000 Einwohnern baut LICHT FÜR DIE WELT gemeinsam mit lokalen Partnern ein Projekt der Gemeindenahen Rehabilitation auf. So wird die Lebenssituation von Menschen mit Behinderungen verbessert.

Als erstes wurden Rehabilitationshelfer in den Dörfern ausgewählt, eingeschult und ausgebildet. Sie führen Hausbesuche durch, beraten behinderte Menschen und ihre Familien und führen Behandlungen durch. Derzeit werden 336 behinderte Menschen zu Hause betreut.

behinderter Mann repariert Fahrrad

David kann heute nicht nur sein eigenes Fahrrad reparieren, sondern auch die der Nachbarn und Bekannten.

2006 haben 20 Personen Rollstühle bzw. Tricycles (Spezialfahrräder mit Handantrieb) erhalten, mit deren Hilfe sie sich nun frei bewegen, am sozialen Leben teilhaben, einen Beruf ausüben können! Krücken für 156 Personen wurden hergestellt und verteilt. Oft ermöglichen einfache Hilfsmittel wie diese eine Teilnahme am Dorfleben oder Zugang zu einem eigenen Einkommen.

So auch für David. Als Kind erkrankte der heute 17-Jährige an Polio. Er hat überlebt, aber seine Beine blieben gelähmt. Nur unter großen Mühen konnte er sich kriechend kurze Strecken fortbewegen.
Mit einem speziellen Fahrrad, das er mit den Händen antreibt, kann David heute die Schule besuchen und am Gemeindeleben teilhaben. Die Musik, die er mit seiner traditionellen Harfe macht, wird von Freunden und Nachbarn, die er jetzt besuchen kann, sehr geschätzt. Genau wie sein technisches und handwerkliches Geschick: Denn David hat gelernt, sein Tricycle selbst zu reparieren. Die erworbenen Kenntnisse wendet er gern auch für die Fahrräder seiner Freunde und Bekannten an.
David ist dank gemeindenaher Rehabilitation auf dem Weg in ein selbständiges Leben.

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Blind auf dem Fahrrad durch den roten Sand von Burkina Faso

In Zorgho, Burkina Faso, eröffnete LICHT FÜR DIE WELT gemeinsam mit lokalen Partnern 2004 die erste Augenklinik im Osten des Landes – die erste Augenklinik für 2,5 Millionen Menschen.
LICHT FÜR DIE WELT ermöglicht den Einsatz des einzigen Augenarztes, Dr. Jérome Sanou, sowie den Betrieb der Klinik, stellt Medikamente und Verbrauchsmaterial zur Verfügung. 2005 konnten dort 5.090 Behandlungen und 606 Operationen am Auge durchgeführt werden. 2006 waren es bereits 9.149 Behandlungen und 776 Augenoperationen.

Augenuntersuchung

Dr. Sanou untersucht im Rahmen des Außeneinsatzes hunderte Menschen. Unter ihnen Ponde Dialga.

Mittlerweile konnte die Klinik in Zorgho mit dem Einsatz mobiler Augenteams ihre Hilfe auch auf entlegene Regionen ausweiten. Im Rahmen solcher Außeneinsätze reist Dr. Sanou mit seinem Team in schwer zugängliche Gebiete, führt Untersuchungen durch, verteilt Medikamente und Augensalben. Und er operiert Patienten, für die die Reise nach Zorgho in die Klinik unerschwinglich wäre, an Trachom und Grauem Star.

Einer der ersten Einsätze führte das Team nach Ouargaye. Die 650.000 Einwohner der Region haben sonst keinen Zugang zu augenmedizinischer Versorgung. Mehr als 200 blinde und augenkranke Menschen warten in dem kleinen Dorf im Südosten von Burkina Faso bereits hoffnungsvoll auf die Ankunft von Dr. Sanou und seinem Team. Im Laufe von 4 Tagen werden sie alle untersucht; und in der örtlichen Gesundheitsstation führt Dr. Sanou 53 Operationen am Grauen Star durch.
Einer der Menschen, denen mit einer Star-Operation das Augenlicht wieder geschenkt wird, ist Pondé Dialga:

Gemeinsam mit seiner Familie lebt der 71-jährige Mann in einem kleinen Dorf weit außerhalb von Ouargaye. Auf den Feldern der Familie hat er immer hart gearbeitet, rote Hirse und Mais angebaut, das Stroh gebündelt und verkauft; Stroh wird in seinem Land zum Decken der Hüttendächer verwendet. Dann ändert sich sein Leben dramatisch: Pondé verliert sein Augenlicht!
Er braucht die Unterstützung seiner Familie. Seine Enkelin Zaliza (10) erzählt ihm, was rundherum geschieht, führt ihn am Stock. Auf den Feldern fehlt seine Mithilfe.

Mann mit Mädchen beim Bündeln von Stroh

Ponde kann wieder sehen! Und zum Familieneinkommen beitragen: Mit Enkelin Zaliza bündelt er Stroh.

Erst 2 Jahre später hört er, dass zum ersten Mal ein Augenarzt nach Ouargaye kommt, der auch mittellose Patienten behandelt. Auf dem Fahrrad wird Pondé von seinem Sohn durch den roten Sand in den Ort geführt. In der Gesundheitsstation verwandelt sich Pondés Angst in große Hoffnung, als er die Diagnose von Dr. Sanou hört: Grauer Star. Und der ist heilbar. Der Operationstermin ist bereits für den nächsten Morgen festgesetzt. Dr. Sanou ersetzt die getrübte Linse durch eine künstliche – und Pondé Dialga kann wieder sehen!

Ganz anders als der beschwerliche Hinweg gestaltet sich der Rückweg: Schnell und energisch eilt Pondé zurück nach Hause.
Die Freude ist groß – die ganze Großfamilie, ja das ganze Dorf, kommt zusammen um das Wunder zu bestaunen, das Pondé widerfahren ist. Kaum wieder zu erkennen ist der Mann, der erschöpft und mutlos nur wenige Tage zuvor in die Gesundheitsstation von Ouargaye aufgebrochen ist. Eine kurze, relativ einfache Operation hat sein Leben und das seiner Familie verändert!

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Erste Schritte ins Leben
Betreuung und Behandlung von behinderten Kindern aus ländlichen Gebieten in Äthiopien

Die 5-jährige Betelehem lebt in Adigrad, ganz im Norden Äthiopiens, nahe der Grenze zu Eritrea. Das Mädchen wurde mit Klumpfüßen geboren, beide Füße sind stark nach innen gedreht. Als sie klein ist, beginnt sie trotz ihrer Behinderung, sich aufzurichten und zu laufen.

So verschlechtert sich der Zustand ihrer Beine, immer stärker drehen sie sich, immer schwerer fällt dem kleinen Mädchen das Gehen. Ein Leben in den vier Wänden der Hütte ihrer Familie, angewiesen auf Unterstützung durch andere, scheint unabwendbar.

Doch Betelehem hat Glück: Der Pfarrer ihres Heimatortes erfährt von einem Zentrum in der Hauptstadt Addis Abeba, wo behinderten Kindern geholfen wird, auch wenn sie aus mittellosen Familien stammen: Betelehem wird bei Alemachen aufgenommen. Sie wird untersucht, erhält einen Schlafplatz, regelmäßige Mahlzeiten. Die freudige Nachricht: Zwar wird es kein einfacher Eingriff, aber das Mädchen wird nach ein oder zwei Operationen gehen können!

Nach den Vorbereitungen wird Betelehem operiert. Beide Beine werden eingegipst, sie erhält vorerst einen Rollstuhl. Glücklich flitzt sie damit durch die Gänge in Alemachen. Sie weiß: In wenigen Wochen wird der Gips abgenommen. Sie wird gehen und ein selbständiges Leben führen können.

Alemachen

zwei Mädchen Krücken

Auch Habem und Sada wurden bei Alemachen aufgenommen, behandelt und betreut.

Das von LICHT FÜR DIE WELT unterstützte Zentrum Alemachen ("Unsere Welt") in Addis Abeba organisiert Operationen und Behandlungen für Kinder aus ländlichen Gebieten, die eine Behinderung haben. Für sie sind die Spitäler der Hauptstadt nicht nur unerreichbar weit weg, sondern auch unerschwinglich teuer. Während ihres Aufenthalts bei Alemachen werden die Kinder medizinisch betreut, einmal pro Woche kommt routinemäßig ein Kinderarzt. Sie werden an ein geeignetes Spital überwiesen, operiert und nach dem Eingriff bei Alemachen betreut, bis sie wieder nach Hause können.

Die Kinder werden ermuntert, einander gegenseitig zu helfen, aber auch kleinere Tätigkeiten im Haushalt zu erledigen, wie Tisch decken oder den Hof kehren. So lernen sie nicht nur Verantwortung zu tragen, sondern vor allem auch, sich nach ihrer Operation zu bewegen, ein selbständiges Leben zu führen.

Wichtigste Partner sind Pfarren sowie regionale Organisationen und CBR-Programme auf dem Land, die Kinder mit Behinderungen aus den Gemeinden nach Addis Abeba zu Alemachen überweisen.
Alemachen ist mit 40 Schlafplätzen ausgestattet, etwa 200 Kinder pro Jahr können in Alemachen betreut werden. 200 Kinder wie Betelehem erhalten jedes Jahr bei Alemachen die Chance auf eine Zukunft.

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Entwicklungsziele werden behindert!

Die fehlende Einbeziehung von Menschen mit Behinderungen gefährdet das Erreichen der Millenniums-Entwicklungsziele – Behinderung und Armut stehen in unmittelbarem Zusammenhang.

Nach Schätzungen der WHO gibt es weltweit 650 Millionen Menschen mit Behinderung. 80% dieser Menschen, also mehr als 500 Millionen, leben in Entwicklungsländern. "Behinderte Menschen sind derzeit von Entwicklungsprozessen weitgehend ausgeschlossen, fundamentale Menschenrechten wie Grundbildung und Basisgesundheitsversorgung werden ihnen vorenthalten. Damit ist sieben Jahre nach dem Millenniumsgipfel der Vereinten Nationen im Jahr 2000 das Erreichen der Entwicklungsziele bis 2015 massiv gefährdet", warnte Mag. Rupert Roniger, Geschäftsführer von LICHT FÜR DIE WELT, heute im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Care Österreich, Caritas, dem Österreichischen Roten Kreuz und SOS Kinderdorf zur Halbzeitbilanz der Millenniums-Entwicklungsziele.

Bub im Rollstuhl

Der 8-jährige Quahiza aus Tansania verlor im Alter von sechs Jahren beide Beine. Durch LICHT FÜR DIE WELT bekommt er jetzt Prothesen.

Der Einsatz für die Rechte von Menschen mit Behinderungen – wie ihn die international tätige Fachorganisation LICHT FÜR DIE WELT leistet – steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Erreichung der Millenniums-Entwicklungsziele, die unter anderem die Halbierung der Armut bis 2015 formuliert.
"Es besteht eine dramatische Wechselbeziehung zwischen Armut und Behinderung: Das Familieneinkommen sinkt, weil behinderte Familienmitglieder weniger dazu beitragen können und darüber hinaus auf die Betreuung durch Angehörige angewiesen sind. Gleichzeitig muss die Familie die Kosten für medizinische Behandlungen, Therapien und Hilfsmittel tragen", so Roniger.

Entwicklungspolitik im Sinne der Millenniums-Entwicklungsziele ohne die Einbeziehung behinderter Menschen hieße einerseits, eine der armutsgefährdetsten Gruppen auszuschließen und daher das Ziel der Armutsbekämpfung zu verfehlen, und andererseits eine eklatante Verfehlung des Zieles der Verwirklichung der Menschenrechte. „Konkret: Die Millenniums-Entwicklungsziele können nur dann erreicht werden, wenn Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsprozesse einbezogen werden“, stellte Roniger fest.

Die von Österreich am 30. März 2007 unterzeichnete UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen schafft eine international verbindliche rechtliche Grundlage: In Artikel 32 wird der Zugang von Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern zu ihren Rechten im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit eingefordert.
Roniger: "LICHT FÜR DIE WELT fordert daher, dass auch die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit in allen Programmen und Projekten, die für die Erreichung der Millenniums-Entwicklungsziele relevant sind, Menschen mit Behinderungen mit berücksichtigt, und sich darüber hinaus auch auf Ebene der Europäischen Union und der Internationalen Organisationen aktiv für deren Berücksichtigung einsetzt." Noch bleibe eine Halbzeit, die in diesem Sinn genutzt werden kann, so Roniger abschließend.

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Augenmedizinische Hilfe für 1,7 Millionen Menschen

Augenuntersuchung in Äthiopien

Nur bei den seltenen Besuchen von mobilen Außenteams haben die Einwohner von Wolayta Soddo die Möglichkeit auf augenmedizinische Betreuung.

Die Stadt Soddo, Hauptstadt der Zone Wolayta, liegt 388 km südwestlich von Addis Abeba. Abgesehen von seltenen Einsätzen mobiler Augenteams gibt es für die ca. 1,7 Millionen Einwohner des Gebiets keine augenmedizinische Betreuung.
Die Zahl an augenkranken und blinden Menschen ist hoch:
In der Region sind 2,7 % der Bevölkerung blind oder schwer sehbehindert. 33,2 % der Menschen leiden unter aktivem Trachom, einer Infektionskrankheit der Augen; 2 % der Bevölkerung – das sind etwa 34.000 Menschen! - werden ohne baldige Trachom-Operation ihr Augenlicht verlieren. Und fast 23.000 Menschen sind an Grauem Star erblindet.

Seit kurzem gibt es in Wolayta Soddo eine einheimische Augenärztin, die augenmedizinische Behandlungen durchführen könnte, wenn sie die notwendigen Rahmenbedingungen zur Verfügung hätte. Doch es fehlt an Räumlichkeiten, Ausstattung und Material.
LICHT FÜR DIE WELT hat daher nach guter Planung und Vorbereitung gemeinsam mit den lokalen äthiopischen Gesundheitsbehörden den Aufbau einer Augenklinik gestartet.

Dort werden zukünftig Augenkrankheiten behandelt, Refraktionsfehler korrigiert sowie augenkranke Patienten am Grauen Star und Trachom operiert werden.
Mit der neuen Augenklinik erhalten die Einwohner der Region erstmals permanente augenmedizinische Versorgung.
Ein nachhaltiger Beitrag zur Blindheitsverhütung, damit in Zukunft mehr Menschen wie den beiden Großmüttern Muzazo und Woyzite geholfen werden kann:

zwei Frauen mit Augenbinde halten ihr Enkelkind im Arm

Nach einer Operation am Grauen Star umarmen Muzazo und Woyzite ihre Enkeltochter. Muzazo sieht die Kleine zum ersten Mal!

Die beiden Frauen leben gemeinsam in einer Lehmhütte, weitab von jeder Straße im äthiopischen Bergland. Beide leiden unter Grauem Star. Muzazo hat ihre 6 Monate alte Enkelin noch nie gesehen, sie ist bereits vor drei Jahren an Grauem Star erblindet. Sie findet sich gerade noch in der Hütte zurecht und ist auf die Hilfe von Woyzite angewiesen. Dann droht auch Woyzite ihr Augenlicht zu verlieren.
Augenmedizinische Hilfe ist unerreichbar – monatelang. Erst im Rahmen eines von LICHT FÜR DIE WELT ermöglichten augenmedizinischen Außeneinsatzes kommt ein Augenarzt in die Region.
Auf ihn warten bereits Muzazo, Woyzite und mehr als 300 andere Patienten.
Nach einer relativ einfachen Operation am Grauen Star kann Muzazo wieder sehen!

In der Augenklinik in Soddo Wolayta, die noch heuer eröffnet werden soll, werden die 1,7 Millionen Einwohner der Region permanente augenmedizinische Hilfe finden, werden regelmäßig Operationen am Grauen Star durchgeführt, damit mehr Menschen wie Muzazo wieder sehen können!

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Hilfe durch Ausbildung -
Der ungewöhnliche Weg einer jungen Frau in Pakistan

Die 23-jährige Shazia Noreen wird nach Abschluss ihrer Ausbildung in ihrer Heimat blinden und augenkranken Menschen helfen. Ein außergewöhnlicher Weg für eine junge Frau in Pakistan, ermöglicht von LICHT FÜR DIE WELT:

2,7 % der über 30jährigen Menschen sind in Pakistan blind.
Nur wenige von ihnen haben Zugang zu Behandlung und Hilfe. Es gibt zu wenige Augenkliniken, vor allem aber zu wenig augenmedizinisches Fachpersonal.
Viele junge Leute können sich nach dem Schulabschluss nicht leisten zu studieren, und besonders wenn sich Frauen weiterbilden wollen, fehlt oft das Verständnis, sogar in der eigenen Familie.

Um mehr blinden und augenkranken Menschen in Pakistan helfen zu können unterstützt LICHT FÜR DIE WELT in Peshawar im Nordosten des Landes die Ausbildung augenmedizinischer Fachkräfte. Für nachhaltige Hilfe werden nicht nur Augenärzte gebraucht, sondern auch Augenkrankenschwestern, Augentechniker usw.:
Das Pakistan Institute of Community Ophthalmology (PICO), Partner von LICHT FÜR DIE WELT, bietet eine hochwertige augenmedizinische Ausbildung für Schulabgänger.

Die Studenten werden in Peshawar in unterschiedlichen Gebieten unterrichtet - Optik und Refraktion, Kontaktlinsen und Low Vision oder Schielen.

Porträt Shazia Noreen

Shazia Noreen

Eine von ihnen ist Shazia Noreen:

Nach ihrem Schulabschluss weckte ein Zeitungsinserat von PICO großes Interesse bei der jungen Frau. Shazias Mutter war über die Möglichkeiten, dass ihre Tochter im augenmedizinischen Bereich studiert, begeistert, der Vater musste erst überzeugt werden. Doch schließlich konnte sie – durch die Unterstützung von LICHT FÜR DIE WELT – ihr Studium in Peshawar aufnehmen.
Nach Abschluss der vierjährigen Ausbildung möchte Shazia in ihrer Herkunftsregion Hazara Division für "ihre Leute" da sein.
Im ersten Studienjahr war sie sehr schüchtern. Vor allem vor den Männern in der Klasse zu sprechen kostete sie einige Überwindung. PICO hat ihr neben der fachlichen Ausbildung Selbstvertrauen gegeben: "Ich möchte mich bei LICHT FÜR DIE WELT für die Finanzierung meiner Ausbildung bedanken. PICO ist eine der besten Institute über die Grenzen Pakistans hinaus und leistet ernorm wichtige Arbeit für augenkranke Menschen.
Ich freue mich, dass ich bald augenkranken und blinden Menschen in meiner Heimat helfen kann und bereits jetzt anderen Frauen in meinem Land zeige, dass es möglich ist, Zugang zu einer qualifizierten Institution zu erhalten und als gleichwertige Arbeitskraft wie die männlichen Kollegen gesehen zu werden."

Neben Shazia Noreen ermöglicht LICHT FÜR DIE WELT derzeit in Peshawar die Ausbildung von 47 weiteren Studenten und leistet damit einen Beitrag dazu, dass in Zukunft mehr augenkranke und blinde Menschen in Pakistan untersucht und behandelt werden können.

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UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderung

Am 13. Dezember 2006 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen (UNO) in New York die achte internationale Menschenrechtskonvention beschlossen, die erste, die speziell die Rechte von Menschen mit Behinderungen behandelt.

Ab 30. März sind alle 192 UN-Mitgliedstaaten aufgerufen, diese Konvention zu unterzeichnen und in die nationale Gesetzgebung umzusetzen (= Ratifikation). Sobald 20 Staaten den Text ratifiziert haben, tritt die Konvention in Kraft. LICHT FÜR DIE WELT setzt sich dafür ein, dass die österreichische Bundesregierung und die Europäische Union die neue Konvention gleich am 30. März unterzeichnen und möglichst rasch durch Beschlussfassung im Parlament ratifizieren.

Die Umsetzung der neuen Konvention für die Rechte behinderter Menschen ist ein bahnbrechender Schritt in Richtung Gleichberechtigung und Gleichstellung behinderter Menschen – in Europa ebenso wie in Entwicklungsländern:

Ziel der Konvention ist es, Diskriminierungen gegenüber behinderten Menschen abzubauen und die volle Verwirklichung der Menschenrechte für alle Menschen mit Behinderungen zu gewährleisten. Konkret regelt die Konvention das Recht behinderter Menschen auf Bildung, Arbeit, Gesundheit und soziale Absicherung, und fordert für Menschen mit Behinderungen volle Partizipation in Politik und Gesellschaft.
Wichtig ist, dass es klare Bestimmungen zur Umsetzung und Überprüfung gibt, in die NGOs und Behindertenverbände eingebunden werden müssen. Ein eigenes Zusatzprotokoll gibt auch Einzelpersonen eine Beschwerdemöglichkeit.

LICHT FÜR DIE WELT setzt sich dafür ein, dass behinderte Menschen in alle Programme der staatlichen und internationalen Entwicklungshilfe einbezogen werden müssen. Dies ist nun auch in Artikel 32 der neuen Konvention geregelt:
Wird zukünftig etwa mit Geldern der Europäischen Union oder der Österreichischen Bundesregierung ein Entwicklungsprogramm in Afrika ermöglicht, also zum Beispiel eine Schule in Äthiopien errichtet, so ist dank der neuen UN-Konvention darauf zu achten, dass diese Schule für behinderte Kinder zugänglich ist.

Kind liest Blindenschrift

Unterricht den Bedürfnissen entsprechend

Behinderte Kinder haben auch das Recht, entsprechend ihren Bedürfnissen unterrichtet zu werden: blinde Kinder sollen Blindenschrift lernen, gehörlose Kinder in Gebärdensprache unterrichtet werden.

Wichtig ist auch, dass die Regierungen der Entwicklungsländer die Konvention möglichst bald unterzeichnen und ratifizieren. Nur so kann sichergestellt werden, dass sich die Rahmenbedingungen für Menschen mit Behinderungen vor Ort nachhaltig verbessern. Und nur so erhalten Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern eine Grundlage, ihre Menschenrechte einzufordern: Die Mutter eines behinderten Kindes in Tansania kann – nach der Ratifizierung der neuen UN-Konvention – darauf bestehen, dass ihr Kind eine Schule besuchen kann. In Zukunft handelt es sich dabei um das Recht eines jeden behinderten Menschen. Die Konvention gibt auch Behinderteten-Organisationen die Möglichkeit, besser auf ihre Anliegen und Rechte aufmerksam zu machen.

Vergleichbar mit den Entwicklungen nach dem Beschluss der UN-Konvention über die Rechte der Frau im Jahr 1980 eröffnet die neue UN-Konvention den Weg für weit reichende gesellschaftliche Änderungen im Sinne der Integration behinderter Menschen.

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Auf dem Eselsrücken zum Augenlicht
Im Rahmen von Außeneinsätzen bringt LICHT FÜR DIE WELT Augenlicht in die entlegensten Regionen Äthiopiens

Menschen, die auf augenmedizinische Untersuchung warten

Mehr als 350 Menschen kommen zum augenmedizinischen Außenprogramm nach Amaro.

Im Oktober führte ein Außeneinsatz Augenarzt Dr. Abu und sein Team nach Amaro, Hauptstadt des gleichnamigen Gebiets. Ein Gebiet im äthiopischen Hügelland, das nur über Schotter- und Lehmstraßen erreichbar ist. Die Menschen leben weit voneinander entfernt, in kleinen Dörfern in den Bergen. Sie sind Bauern und leben von der Getreide- und Kaffeeernte. Jede Hand wird bei der Bestellung der Felder und der Ernte gebraucht.

1,2 Millionen Menschen sind in Äthiopien blind. 87,4 % der Erblindungen wären vermeidbar. Doch es gibt nur etwa einen Augenarzt für eine Million Menschen. Und selbst wenn auf dem Land ein Augenarzt tätig ist, ist dieser für viele unerreichbar – zu weit weg, zu teuer, es gibt zu wenig Wissen über die Hilfsmöglichkeit.
LICHT FÜR DIE WELT ermöglicht in Äthiopien für augenkranke und blinde Menschen, die in entlegenen Gebieten leben, die oft einzige Chance auf Behandlungen und Operationen: Regelmäßig werden augenmedizinische Außenprogramme durchgeführt, so z.B. von Yirgalem aus:

Die kleine Stadt Yirgalem liegt etwa 300 Kilometer südlich von Addis Abeba.
Die Augenklinik ist Anlaufstelle für blinde und augenkranke Menschen im Süden Äthiopiens. Regelmäßig werdenAußenprogramme durchgeführt.
Dr. Abu ist der Leiter der Augenabteilung. Er fährt mit seinem Team acht Orte an, mit zwei Augenkrankenpflegern und einem Trachom-Operateur.

Star-operierter Mann zählt die Finger des Augenarztes

Fast ungläubig ist Gillo: Nach einem Jahr der Blindheit kann er die Finger von Dr. Abu nicht nur erkennen, sondern sogar zählen!

Im Rahmen des Außenprogramms der Augenklinik Yirgalem werden jedes Jahr mehr als 3.000 Menschen untersucht, behandelt und wenn nötig vor Ort operiert.
Unter einfachsten Bedingungen, in Gesundheitsposten, die die meiste Zeit leer stehen, teilweise ohne Strom, operiert Dr. Abu Kinder, Frauen und Männer. Und die Zeit drängt dabei, denn nach fünf Tagen reist das Team weiter, für die nächsten Monate gibt es für augenkranke Menschen in dieser Gegend keine Möglichkeit auf Hilfe.

In Amaro ist einer der mehr als 350 Patienten Gillo Gildo:

Der 57-jährige Witwer ist Bauer und für die Ernährung seiner beiden Töchter und seines Enkelkindes verantwortlich, die bei ihm in einer kleinen Hütte in den Bergen leben.
Vor drei Jahren beginnt sich Gillos Sehkraft zu verschlechtern, seit einem Jahr ist er vollständig blind. Von da an liegen zwei der vier kleinen Felder der Familie brach. Und wer soll die Ernte der anderen beiden einbringen? Die Angst um die Töchter und das Enkerl Hailu, wird immer größer.

Vom Bürgermeister von Gillos winzigem Heimatdorf erfährt er dann, dass in der Stadt Amaro, etwa 6 Stunden Fußmarsch entfernt, ein Augenarzt blinde Menschen untersuchen – und vielleicht sogar heilen – wird.

Der blinde Mann macht sich schließlich - auf dem Rücken des Esels eines Nachbarn - auf den Weg nach Amaro. Nach 6 beschwerlichen Stunden schließlich erreichen sie die Gesundheitsstation in Amaro.
Viele Menschen sind bereits dort – mehr als 350 Augenkranke und Blinde haben sich von weither eingefunden und warten geduldig auf Hilfe.
Routiniert und genau untersucht Dr. Abu sie alle. Die Diagnose bei Gillo Gildo verheißt Hoffnung: Er hat Grauen Star. Und der ist mit einer relativ kurzen Operation heilbar!

Bereits am nächsten Morgen wird Gillo im zum Operationssaal umfunktionierten Raum operiert.
Tags darauf dann der spannende Moment: Die Augenbinde wird abgenommen und er kann problemlos die Anzahl der ausgestreckten Finger des Arztes zählen.
Jetzt will er keine Zeit mehr verlieren! Beschwingten Schrittes tritt er den Marsch nach Hause an. Gillo weiß: Die Zeiten des Hungers sind für ihn und seine Familie vorbei!

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Neue Studie enthüllt: 1,2 Millionen Blinde in Äthiopien

äthiopisches Mädchen mit Augenbinde

Seble Yeman (7) aus Äthiopien wurde in einer von LICHT FÜR DIE WELT ermöglichten Augenklinik am Grauen Star operiert

Mit der ersten fundierten Studie zu Blindheit in Äthiopien lässt LICHT FÜR DIE WELT aufhorchen:

Bisher konnte man Zahlen der WHO zufolge von einer Million blinden Menschen in Äthiopien (ca. 73 Millionen Einwohner) ausgehen. Eine genaue Erhebung des äthiopischen Gesundheitsministeriums in Zusammenarbeit mit LICHT FÜR DIE WELT kommt zu alarmierenden Ergebnissen: 1,2 Millionen Menschen sind blind, 20% mehr als angenommen.
Blindheitsursache Nummer eins ist Grauer Star, der für die Hälfte aller Erblindungen verantwortlich ist. Etwa 600.000 blinde Menschen warten auf eine Star-Operation.
Zweithäufigste Blindheitsursache ist Trachom.
Immerhin 11% der blinden Menschen haben ihr Augenlicht aufgrund von Sehschärfenfehler verloren. 2,7 Millionen Äthiopier leiden unter hochgradigen Sehbehinderungen.

Die nationale Blindheitsrate liegt bei 1,6%. Und dabei gibt es noch einen statistischen Ausreißer: Die Somali-Region in Ostäthiopien, wo sogar jeder zwanzigste Mensch blind ist. "Die krasse augenmedizinische Unterversorgung, Mangelernährung und schlechte hygienische Bedingungen sind überwiegend für diese erschreckende Bilanz der Blindheit verantwortlich", so Rupert Roniger, Geschäftsführer von LICHT FÜR DIE WELT.

Betroffen macht der statistische Hinweis, dass 87,4 Prozent der Erblindungen mit medizinischer Versorgung vermeidbar wären, das heißt, dass bei mehr als 1 Million Menschen in Äthiopien der Verlust des Augenlichts mit einfachen Mitteln verhindert hätte werden können.

Äthiopien als Schwerpunktland von LICHT FÜR DIE WELT

äthiopische Frau mit Augenbinde

Fakia Aba, 30 Jahre, Mutter von drei Kindern, erhielt nach jahrelanger Blindheit ihr Augenlicht durch eine Star-Operation zurück.

Gemeinsam mit staatlichen Gesundheitsbehörden, Ausbildungsstätten und anderen Organisationen arbeitet LICHT FÜR DIE WELT an der Umsetzung eines Nationalen Plans zur Eliminierung vermeidbarer Blindheit. Im vergangenen Jahr konnten in von LICHT FÜR DIE WELT ermöglichten Projekten über 9.000 Operationen am Grauen Star durchgeführt werden.

Gemeinsam mit staatlichen Gesundheitsbehörden, Ausbildungsstätten und anderen Organisationen arbeitet LICHT FÜR DIE WELT an der Umsetzung eines Nationalen Plans zur Eliminierung vermeidbarer Blindheit.
Im vergangenen Jahr konnten in von LICHT FÜR DIE WELT ermöglichten Projekten über 9.000 Operationen am Grauen Star durchgeführt werden.

Um die augenmedizinische Versorgung nachhaltig zu verbessern, ist ein Arbeitsschwerpunkt von LICHT FÜR DIE WELT in Äthiopien die Ausbildung einheimischer augenmedizinischer Fachkräfte. Schließlich kommt derzeit auf eine Million Menschen nur ein Augenarzt.
"Nur durch die Ausbildung von zusätzlichen Ophthalmologen und augenmedizinischen Fachkräften können wir Blindheit in Äthiopien nachhaltig bekämpfen!", erklärt Dr. Elias Hailu, der seit Jänner 2006 in der Universitätsklinik von Jimma zwei Augenärzte und vier Kataraktchirurgen ausbildet.
Jedes Jahr stehen dort bis zu 8 Ausbildungsplätze zur Verfügung. Und im heurigen Jahr wurden allein von seinem Team 1.554 Staroperationen durchgeführt.

Um Blindheit vorzubeugen und rechtzeitig behandeln zu können, muss augenmedizinische Aufklärungsarbeit und Behandlung auch in entlegenen Gebieten stattfinden.
Daher unterstützt LICHT FÜR DIE WELT in Äthiopien derzeit 8 Augenkliniken, drei weitere sind in Bau oder Planung.
So wird noch mehr Menschen wie der kleinen Seble oder der dreifachen Mutter Fakia Aba geholfen werden können!

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Vereinte Hilfe rettet Leben. Ein Modellprojekt in Tansania

Babu zieht Schuhe an

Auf dem Weg in die Selbständigkeit: Auch seine Schuhe kann sich Babu selbst anziehen.

Der 3-jährige Babu Ruganisa aus Tansania wird ein eigenständiges Leben führen - trotz seiner Behinderung:

Aufgrund seines Wasserkopfs entwickelte sich der Bub nur sehr langsam. Als er mit einem Jahr in das gemeindenahe Rehabiltationsprogramm in Dar es Salaam aufgenommen wurde, konnte er sich kaum fortbewegen, nicht einmal seinen Kopf heben.
Dann begannen Rehabilitationshelfer, mit ihm zu üben, und seine Mutter trainiert seitdem täglich mit ihm.

Heute kann Babu nicht nur krabbeln, er kann sogar stehen und mit Hilfe eines Gestells ein paar Schritte gehen! Er beginnt auch zu sprechen. Mit weiterer Unterstützung wird Babu die Schule besuchen und ein eigenständiges Leben führen können.

Diese neue Lebenschance für Babu ermöglichte ein gemeindenahes Rehabilitationsprogramm:

Fünf Millionen Menschen leben in der Region Dar es Salaam, Tansania. Jeder zehnte von ihnen hat eine oder mehrere Behinderungen.
Die betroffenen Menschen gehören vielfach zu den ärmsten Bevölkerungsschichten. Ihnen soll Zugang zu medizinischer Versorgung, zu rehabilitativen Maßnahmen, zu Bildung verschafft werden. Nur so wird es möglich sein, ihnen und ihren Familien einen Weg aus der Armut zu öffnen und damit nachhaltig Armut in einem der ärmsten Länder der Erde zu verringern.

Rehabilitationsübungen

Rehabilitationshelfer zeigen den Eltern, wie sie mit ihren behinderten Kindern trainieren.

Mit diesem Ziel ermöglicht LICHT FÜR DIE WELT gemeinsam mit anderen NGOs, der Europäischen Union und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit ein Programm in Dar es Salaam, das ein Behindertenspital, eine Augenklinik, Betreuung von AIDS-Waisen, sowie ein gemeindenahes Rehabilitationsprogramm umfasst.
Diese Klinik ist ein Modellprojekt, einzigartig in Subsahara-Afrika.

2005 wurden im Behindertenspital 1.239 Operationen durchgeführt, und so unter anderem Patienten geholfen, die unter Wasserkopf, Klumpfuß, Verbrennungen, Gaumenspalten,… leiden. 630 Patienten wurden physiotherapeutisch betreut, 93 % von ihnen waren Kinder.

Weiterer wichtiger Schwerpunkt ist die gemeindenahe Rehabilitation:
Rehabilitationshelfer besuchen Kinder mit Behinderungen zu Hause, erarbeiten mit den Familien individuell abgestimmte Übungen, die die Eltern regelmäßig mit ihnen durchführen.
Zusätzlich lernen Eltern, Geschwister und auch Nachbarn, die Bedürfnisse der behinderten Kinder zu verstehen, auf sie einzugehen.

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Mobile Augenarbeit im Sumpfgebiet rettet Augenlicht

Monatelang war die 59-jährige Julieta Viceu aus Mosambik blind aufgrund von Grauem Star. Fast hatte sie die Hoffnung schon aufgegeben, als ihr Sohn von der einzigen Chance in diesem Jahr erfuhr, im örtlichen Gesundheitsposten einen Augenarzt anzutreffen. Daher nahmen er und seine blinde Mutter die 8-stündige Fahrt auf dem Fahrrad nach Muanza auf sich. Augenarzt Dr. Dhingra diagnostizierte Grauen Star.
Julieta wurde in das Spital nach Beira gebracht und bereits am nächsten Tag operiert. Heute kann sie wieder ihre Reisfelder bestellen, die Familie unterstützen und sich um ihre 7-monatige Enkelin Gila kümmern!

Mann mit seiner blinden Mutter auf dem Fahrrad

Der Weg zur Augenuntersuchung war weit und beschwerlich - viele Stunden auf dem Fahrrad!

Mosambik liegt im Südosten Afrikas und ist eines der ärmsten Länder der Erde. Mehr als 1% der 18 Millionen Einwohner sind blind.
Jeder zweite Blinde wäre heilbar, doch es fehlt an ausgebildetem einheimischem Fachpersonal, Medikamenten und Verbrauchsgütern.

Seit 2003 setzt sich LICHT FÜR DIE WELT für augenkranke und blinde Menschen in Mosambik ein. Ausgangspunkt für das umfassende Blindheitsverhütungsprogramm ist die Stadt Beira in der Provinz Sofala im Zentrum des Landes. Allein in dieser Region sind etwa 7.000 Menschen an Grauem Star erblindet!

Als erstes ermöglichte LICHT FÜR DIE WELT die Ausstattung der Augenabteilung des Spitals in Beira. Seit drei Jahren arbeitet der erfahrene Augenarzt Dr. Dhingra an der Abteilung und hat im Jahr 2005 allein etwa 700 Operationen am Grauen Star durchgeführt und fast 20.000 Patienten behandelt.

Um die Nachhaltigkeit des Projektes zu garantieren und noch mehr Menschen helfen zu können, bildet Dr. Dhingra einheimische augenmedizinische Fachkräfte aus.

Außerdem führt er verstärkt so genannte Outreach-Programme wie das nach Muanza durch. Dabei fährt ein Team bestehend aus einem Augentechniker und Augenkrankenschwestern in die ländlichen, schwer zugänglichen Gebiete der Provinz.
Dort haben die Menschen meist keinerlei Zugang zu augenmedizinischer Versorgung, sie leben weitab von jeder medizinischen Infrastruktur und vielfach ohne Wissen um mögliche Hilfe. Auch wäre für sie eine Reise in die Provinzhauptstadt Beira unerschwinglich teuer.

Um ihnen helfen zu können, organisierte Dr. Dhingra beispielsweise im März dieses Jahres das Outreach nach Muanza, das etwa 120 km nordwestlich von Beira liegt, mit einem guten Geländewagen mehr als 3 Stunden entfernt.
Die Ankündigung erfolgte bereits mehrere Wochen vorher durch Radio, Poster und Mundpropaganda.
Mehr als 150 Menschen warteten schließlich auf das Eintreffen des Arztes und seiner Helfer; und sie alle wurden im Laufe des Tages untersucht, mit Medikamenten versorgt, behandelt und – wenn nötig – wurde zur weiteren Behandlung ein Transport nach Beira ermöglicht.
Und so können auch blinde Menschen aus dieser unzugänglichen Gegend wie Julieta Viceu heute wieder sehen!

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Weltpolitischer Schulterschluss für Menschen mit Behinderung

23,966 Milliarden Euro umfasst der Europäische Entwicklungsfond (EDF) in den Jahren 2008 bis 2013 für Afrika, den Karibischen und Pazifischen Raum (AKP). Bei den gestern in Wien finalisierten Verhandlungen zwischen Parlamentariern der EU und AKP sowie Vertretern von Nichtregierungsorganisationen stand die Berücksichtigung von Menschen mit Behinderung im besonderen Blickfeld.

Bei der soeben finalisierten Paritätischen Parlamentarischen Versammlung EU-AKP (bestehend aus 78 Vertretern der Länder Afrikas, des Karibischen und Pazifischen Raums (AKP) sowie aus 78 Abgeordneten des Europäischen Parlaments.) in Wien erhob er einmal mehr seine Stimme für Afrika und die speziellen Bedürfnisse behinderter Menschen: "40 Prozent aller Afrikaner leben von weniger als einem Dollar pro Tag und weltweit 20 Prozent der Menschen in Armut leben mit einer Behinderung."
Mwhanda richtet seinen Blick auf den neben ihm sitzenden britischen EU-Parlamentarier John Bowis und ergänzt: "Die intensive Zusammenarbeit zwischen afrikanischen und europäischen Parlamentariern zum Thema ‚Behinderung und Entwicklungszusammenarbeit’ ist nicht nur notwendig, sondern schlichtweg unumgänglich!"

Behinderte Menschen im Abseits

Blindenschrift

Bildung ist ein wesentlicher Schritt zur Verbesserung der Situation von Menschen mit Behinderung.

John Bowis übernahm auf Initiative von LICHT FÜR DIE WELT den Vorsitz der Diskussionsrunde zu "Behinderung und Entwicklungszusammenarbeit" im Wiener Austria Center. Er begrüßt die kürzlich erzielte Einigung zwischen EU und AKP-Staaten, die eine Dotierung des 10. Europäischen Entwicklungsfonds mit insgesamt 23,966 Mrd. Euro für die Jahre 2008 – 2013 Euro vorsieht.
Dennoch verweist auch Bowis nachdrücklich auf die Notwendigkeit, Menschen mit Behinderung an den afrikanischen Länderstrategien zu inkludieren: "Wenn die Länderstrategien Menschen mit Behinderung nicht berücksichtigen, wird es für die EU schwierig, den Kampf für die Verbesserung der Situation behinderter Menschen sinnvoll weiter zu führen."

Johannes Trimmel von LICHT FÜR DIE WELT pocht explizit auf die Kontrollfunktion der Parlamentarier hinsichtlich der Involvierung der Zivilgesellschaft in den Konsultationsprozess. Er betont zudem: "Die Verbesserung der Lebensbedingungen für Menschen mit Behinderung in Afrika ist ein Gradmesser für den Erfolg der konzertierten Armutsbekämpfungsstrategien von EU und Afrika."

Nähere Informationen zur anwaltschaftlichen Arbeit von LICHT FÜR DIE WELT

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Hoffnung für behinderte Kinder im Nordosten Indiens

LICHT FÜR DIE WELT startet Gemeindenahes Rehabilitationsprogramm in Meghalaya

Kind mit Mutter und Gehhilfe

Mittels Gehhilfe lernen behinderte Kinder gehen.

Vor wenigen Wochen startete LICHT FÜR DIE WELT den Aufbau eines Gemeindenahen Rehabilitationsprogramms für behinderte Kinder in Meghalaya im Nordosten Indiens, und zwar in 14 Dörfer rund um Sawsymper.
Sechs Mitarbeiter betreuen hier mittlerweile 154 Menschen mit Behinderungen – vorwiegend Kinder - zu Hause in ihrem sozialen Umfeld. Für schwere Fälle steht eine Physiotherapeutin zur Verfügung.

Der Nordosten Indiens mit 40 Millionen Einwohnern ist das am meisten marginalisierte Gebiet des Landes. Die Armut ist hier wesentlich größer als im Rest des Landes, die Entwicklung hinkt hintennach.
Besonders für Menschen mit Behinderung sind die Lebensbedingungen schwer:
Sie sind vielfach von der Gesellschaft ausgeschlossen, der Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung bleibt für sie verschlossen.

Um diesen Menschen die Chance auf eine Zukunft zu eröffnen, unterstützt LICHT FÜR DIE WELT den Aufbau gemeindenaher Rehabilitationsprogramme, damit behinderte Kinder gleichberechtigte Mitglieder in ihrer Gemeinschaft werden und ein möglichst eigenständiges Leben führen können.
Lokale Mitarbeiter werden geschult, um behinderten Menschen und ihren Familien medizinische Versorgung und Hilfe anbieten zu können und Integration und Verständnis zu fördern. Außerdem informieren sie die Bevölkerung über Präventionsmöglichkeiten von Behinderung.

Mit dem Start der Gemeindenahen Rehabilitationsprogramme ermöglicht LICHT FÜR DIE WELT behinderten Kindern den Weg in eine weitgehend eigenständige Zukunft – Kindern wie Borim Rongpi.

Der heute 11-jährige Bub verlor im Alter von 8 Jahren bei einem Unfall beide Arme. Heute lernt er, viele Fertigkeiten mit den Füßen auszuführen und so wird er für die Regelschule vorbereitet.

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Lichtblicke im Blindheitsverhütungsprogramm in Äthiopien

Erste Patienten in Zewaye behandelt

Frauen und Kinder sind durch den gegenseitigen Kontakt von Trachom am stärksten betroffen, der am meisten verbreiteten Augenkrankheit in Äthiopien.
Wird die Infektion nicht rechtzeitig behandelt, Lid und Bindehaut schwellen an, vernarben mit der Zeit, das Lid dreht sich nach innen und die Wimpern zerkratzen die Hornhaut. Die schmerzhafte Erkrankung führt unbehandelt letztlich zur unwiderruflichen Erblindung.

In Teilen der Oromia-Region leiden etwa 74% der Bevölkerung an aktivem Trachom, bei Kindern unter 5 Jahren liegt die Infektionsrate in manchen Gegenden sogar bei über 85%!

Bis vor kurzem gab es für die Einwohner der Region keine permanente augenmedizinische Versorgung; ihre einzige Möglichkeit auf Augenuntersuchungen und -behandlungen waren die unregelmäßig stattfindenden Außeneinsätze weit entfernter Kliniken. Diese punktuellen Einsätze aber waren vollkommen unzureichend, um der Verbreitung von Trachom Einhalt zu gebieten.

äthiopischer Bub bekommt von Augenkrankenschwester Tuben mit antibiotischer Salbe

Im Anfangsstadium kann Trachom mit antibiotischer Behandlung geheilt werden.

LICHT FÜR DIE WELT hat daher gemeinsam mit einem lokalen Partner in Zewaye eine Augenklinik errichtet. Das Gebäude wurde mit der Unterstützung der Premium Immobilien AG ermöglicht und konnte vor einigen Tagen eröffnet werden.
Nun konnten dort die ersten Patienten untersucht und behandelt werden.

Das ganze Jahr über wird ausgebildetes einheimisches Fachpersonal augenkranke und blinde Menschen behandeln: Trachom-Patienten können im Anfangsstadium der Krankheit mit Antibiotika versorgt und im fortgeschrittenen Stadium am Lid operiert werden.
Ziel ist, mit insgesamt etwa 1.500 Trachom-Operationen pro Jahr Menschen vor der irreversiblen Erblindung zu bewahren und mit 1.000 Operationen am Grauen Star Augenlicht schenken.

Außerdem leisten die Mitarbeiter der Klinik in Zewaye wesentliche Aufklärungs- und Präventionsarbeit, in deren Rahmen jährlich etwa 120.000 Menschen darüber informiert werden, wie sie die Erkrankung an Trachom vermeiden können.
In Schulen wird ein groß angelegtes Informationsprogramm über Trachom-Prävention die Zahl der Neuinfektionen deutlich reduzieren.

Die neue Augenklinik in Zewaye wird wesentlich dazu beitragen, dass Blindheit in Äthiopien nachhaltig bekämpft wird!

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Der Weg aus der Isolation

Ausbildung und Integration für gehörlose Kinder in Äthiopien

Gehörlose Kinder haben ohne entsprechende Ausbildung große Schwierigkeiten, sich mit ihrer Familie und ihrem Umfeld zu verständigen und haben meist keine Chance auf ein selbständiges Leben. Sie leiden meist unter sozialer Isolation. In den Armutsgebieten wie Äthiopien gibt es für sie meist keine adäquate medizinische Versorgung, keine (schulische) Ausbildung, keine Möglichkeit mit ihrer Umwelt zu kommunizieren, keine Berufsaussichten. Die Folge ist eine hohe Sterblichkeitsrate.
LICHT FÜR DIE WELT setzt sich für diese aufgrund ihrer Behinderung an den Rand der Gesellschaft gedrängten Menschen in Entwicklungsländern ein.

Schulklasse übt mit Lehrerin Gebärdensprache

Am Anfang lernen alle Kinder die Gebärdensprache.

In Äthiopien hat sich eine Gruppe Betroffener zusammengeschlossen, um Kommunikation und Integration zu fördern, in erster Linie durch integrativen Schulunterricht.
Weitere Ziele des Projektes sind, durch Bewusstseinsbildung und Aufklärung zur Prävention vermeidbarer Gehörlosigkeit beizutragen, umfassende Rehabilitationsmaßnahmen im Frühstadium und volle soziale Integration von gehörbehinderten bzw. gehörlosen Menschen zu fördern.

LICHT FÜR DIE WELT unterstützt eine Schule in Addis Abeba, wo gehörlose und hörende Kinder gemeinsam unterrichtet werden. Sie umfasst 10 Klassen und 332 Schüler, 195 gehörlose und 137 hörende.

Zu Beginn lernen alle Kinder die Zeichensprache; in den ersten Wochen werden sie von einem Verwandten begleitet, damit ein Familienmitglied die Kommunikation mit dem gehörlosen Kind lernt.
Der Schulunterricht erfolgt dann in sämtlichen Fächern parallel in „normaler“ und Zeichensprache.
Das inklusive System hat sich sehr bewährt: Die gehörlosen Kinder können dem Unterricht in Gebärdensprache und durch Lippen lesen folgen, die hörenden bekommen zusätzlich zu den auditiven Reizen auch visuelle.
Außerdem erhalten die gehörlosen Kinder so neben einer Ausbildung, die ihnen den Weg in ein selbständiges Leben eröffnet, die Chance auf soziale Integration. Denn durch den inklusiven Unterricht wird für sie der Umgang mit hörenden Menschen alltäglich.

Bethelehem Merga (7)

Bethelehem in der Schule

Eines der Kinder, deren Lebensweg nachhaltig durch die Schule verändert wurde, ist die 7-jährige Bethelehem Merga. Das Mädchen war gehörlos auf die Welt gekommen. Ihr Leben war sehr isoliert und einsam, für ihr Umfeld war es schwierig, mit ihr zu kommunizieren.
Die Verständigung erfolgte „mit Händen und Füßen“ und war auf das Notwendigste beschränkt.
Seit sie Zeichensprache spricht, kann sie sich ihrer Umwelt verständlich machen, hat viele gehörlose und hörende Freunde aus der Schule.
Was in den ersten 7 Lebensjahren für das fröhliche, lebhafte Mädchen unvorstellbar war, ist mittlerweile für sie zu einer Selbstverständlichkeit geworden:
Unterhaltungen führen zu können, mit anderen zu lachen, zu spielen und zu lernen.

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Augenklinik für 2,5 Millionen Menschen in Jimma, Äthiopien, eröffnet

Jimma liegt 335 Kilometer südwestlich von Addis Abeba in der Oromiya Region. Die dortige Augenklinik ist die einzige, wo Augenoperationen durchgeführt werden können – in einem Gebiet mit 75.000 km2 und etwa 2,6 Mio. Einwohnern.
Bisher mussten Patienten oft unbehandelt weggeschickt werden, denn für die Versorgung der vielen Patienten stand nur ein Augenarzt zur Verfügung. Es gab zu wenig Behandlungsräume, und die, die es gab, waren zu klein. Auch Medikamente und Instrumente waren nicht ausreichend vorhanden.
Die nächste Möglichkeit für Operationen ist Addis Abeba – 335 Kilometer entfernt, das würde selbst mit einem guten Geländewagen 8 Stunden Fahrt bedeuten – ein Weg, der für die meisten Menschen unüberwindbar ist.

LICHT FÜR DIE WELT ermöglichte in den letzten Jahren – mit Unterstützung der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit – den Aufbau einer neuen Augenklinik in Jimma:

Ein größeres Gebäude wurde errichtet, das fachgerecht mit Instrumenten und Operationsbedarf ausgestattet wurde. Ein zweiter äthiopischer Augenarzt zwei Gast-Augenärzte aus Indien behandeln jeden Tag etwa 100 Patienten in Jimma. So können wesentlich mehr Augenoperationen als bisher durchgeführt werden, mehr als 4.000 pro Jahr in der Klinik und im Rahmen von Außenprogrammen sind vorgesehen.

Mann mit Augenbinde

Ato Gebreselasse gehört zu den ersten Patienten, denen in der neuen Klinik Augenlicht wiedergegeben wurde.

Seit Anfang Jänner läuft außerdem ein ambitioniertes Ausbildungsprogramm:
In Äthiopien kommt durchschnittlich ein Augenarzt auf 1,5 Millionen Menschen. Nur wenn mehr Augenärzte und Fachkräfte ausgebildet werden, können die Hauptursachen von Blindheit (Grauer Star und Trachom) nachhaltig bekämpft werden.
Bereits jetzt werden in Jimma zwei Augenärzte und vier Kataraktchirurgen ausgebildet.
Jedes Jahr stehen bis zu 8 Ausbildungsplätze zur Verfügung.

Um Blindheit vorzubeugen und rechtzeitig behandeln zu können, muss Aufklärungsarbeit und Behandlung auch in den entlegenen Gebieten stattfinden. Daher werden in Zukunft auch die bereits bestehenden Außeneinsätze des Klinikpersonals (z.B. für Kataraktoperationen und zur Behandlung von Trachom) ausgeweitet:
Anfang dieses Jahres fand bereits ein Außenprogramm in Bonga, einem Dorf 3 Stunden westlich von Jimma, statt. Innerhalb von 10 Tagen wurden dort 6.400 Patienten untersucht und behandelt!

Die neue Augenklinik in Jimma bietet bessere Behandlungsmöglichkeiten für eine größere Anzahl an Patienten. Mit ihrer Eröffnung wurde im Einzugsgebiet von 2,5 Millionen Menschen ein wichtiger Schritt zur Bekämpfung und Verhütung von Blindheit gesetzt.

Die Hilfe verändert das Leben tausender Menschen. WIE lesen Sie hier.

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Battagram: Medizinische Versorgung in der Notklinik voll angelaufen

Wie berichtet konnte mit der großartigen Unterstützung aus Österreich am 24. November die winterfeste Notklinik in Battagram, Pakistan, eröffnet werden.
Damit hat LICHT FÜR DIE WELT die vorerst einzige winterfeste medizinische Einrichtung, die umfassende Gesundheitsdienste anbietet, im gesamten Bezirk mit 400.000 Einwohnern ermöglicht. Die Container sind beheizbar sowie an eine eigenständige Wasserversorgung und ein eigenes Stromnetz angeschlossen.

Augenpatient, der in der Notklinik behandelt wird

Behandlung der ersten Augenpatienten in der Notklinik.

Die Notklinik umfasst neben der Augenklinik eine allgemeinchirurgische, eine orthopädische, pädiatrische und eine gynäkologische Abteilung sowie Mutter-Kind-Betreuung.
Der Operationsraum ist in einem eigenen Container untergebracht und wird von allen medizinischen Abteilungen genutzt. Röntgengerät sowie ein professionelles Labor stehen ebenfalls in einem beheizten Container zur Verfügung.
Für Menschen, denen nach dem Erdbeben Gliedmaßen amputiert werden mussten, werden orthopädische Hilfsmittel (Prothesen, Krücken, etc.) zur Verfügung gestellt und angepasst.
Weiters wurde für die extrem traumatisierte Bevölkerung von Battagram ein psychosozialer Dienst eingerichtet.
Insgesamt stehen derzeit 10 Patientenbetten zur Verfügung.

Die entlegenen Dörfer sind schwer erreichbar, die Unterstützung rar. Daher versorgen 15 Mitarbeiter neben der Hilfe in der Klinik selbst auch vom Erdbeben betroffene Menschen in abgelegenen Dörfern medizinisch und mit überlebenswichtigen Materialien.

Die Hilfe für die Menschen im Bezirk Battagram wurde ermöglicht durch die Unterstützung mit zahlreichen Spenden in ganz Österreich sowie mit Mitteln der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit zur Soforthilfe. Das Land Oberösterreich hat ein Auto zur Verfügung gestellt.

Anfang nächsten Jahres wird mit dem Wiederaufbau des permanenten Bezirksspitals in Battagram begonnen, das 2007 fertig gestellt werden soll. Damit wird auch das Modellprojekt der augenmedizinischen Versorgung im Bezirk Battagram wieder erstehen.

Danke für Ihre Mithilfe.
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Breites Programm zur Bekämpfung von Onchozerkose

Beine mit starken Pigmentstörungen eines an Onchozerkose erkrankten Menschen

Pigmentstörungen zählen neben quälendem Juckreiz und Hautalterung zu den Symptomen von Onchozerkose.

In einigen Teilen Afrikas ist Onchozerkose weit verbreitet. Betroffen sind Gebiete um schnell fließende Gewässer, denn übertragen wird die Krankheit von der Schwarzen Fliege, die an Flüssen brütet. Sie sticht den Menschen und legt dabei in der Haut Larven ab. Aus diesen schlüpfen Würmer (Mikrofilarien), die extrem starken Juckreiz verursachen.

Infizierte Menschen leiden unter Hautalterung, Pigmentstörungen, Juckreiz und in Folge dessen an Schlaflosigkeit, Konzentrationsstörungen und Arbeitsunfähigkeit. In einigen Ausprägungen führt die Krankheit auch zur unheilbaren Erblindung. Weiters tritt Epilepsie bei onchozerkose-kranken Menschen häufiger auf, da die Würmer auch Teile des Gehirns befallen.

Sich vor der Ansteckung zu schützen ist unmöglich. Denn der Fluss stellt den Lebensmittelpunkt für die meisten Menschen in den endemischen Gebieten dar: Hier wird Wäsche gewaschen, Wasser geholt, das Vieh getränkt und gespielt. Daher gibt es weite Gebiete, in denen mehr als 50% der Menschen mit Onchozerkose infiziert sind.

So auch in West-Wollega in Äthiopien.

LICHT FÜR DIE WELT hilft

In dieser Region im Nord-Westen des Landes ermöglicht LICHT FÜR DIE WELT ein breit angelegtes Hilfsprogramm:

Versammlung in äthiopischem Dorf

In sämtlichen Ortschaften der region versammeln sich die Menschen zur Gabe von Mectizan.

Gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO), unterstützt von der Weltbank, und dem äthiopischen Gesundheitsministerium wird an sämtliche Bewohner der Region das Medikament Mectizan verteilt, das von der Firma Merck kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Es tötet die Mikrofilarien im Körper ab. Die ausgewachsenen Würmer haben eine maximale Lebenserwartung von 12 Jahren. Daher wird die Verteilung von Mectizan einmal jährlich, 12 Jahre lang durchgeführt. Danach ist das jeweilige Gebiet von Onchozerkose befreit.

In den einzelnen Ortschaften werden Verantwortliche bestimmt, die das Vertrauen der Bevölkerung genießen (Lehrer, Pfarrer usw.) und die für die Verteilung an je etwa 50 Personen Sorge tragen.
Auf diese Weise wird die Verteilung flächendeckend durchgeführt.

In der Region West Wollega leben 900.000 Menschen. Die meisten von ihnen sind bereits an Onchozerkose erkrankt oder direkt von Ansteckung bedroht. Mit Hilfe der Verteilung von Mectizan werden sie geheilt und können ein gesundes Leben führen.

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Mobile Augenstation für mehr als 100.000 Menschen

indische

Besonders bei Kindern ist es wichtig, Augenkrankheiten im Frühstadium zu erkennen und zu behandeln, um unheilbarer Blindheit vorzubeugen.

Der nordost-indische Bundesstaat Arunachal Pradesh ist eines der benachteiligtesten Gebiete des Landes.
Mehr als 80% der Einwohner des Bundesstaates leben in ländlichen, schwer zugänglichen Gegenden. Gesundheitseinrichtungen sind für die meisten Menschen unerreichbar.

LICHT FÜR DIE WELT ermöglicht dem Ramakrishna Mission Hospital, einer der wenigen Einrichtungen der Region, die eine Augenklinik haben, den Aufbau einer mobilen Augenstation. Und damit auch den Menschen in abgelegenen Dörfern Zugang zu augenmedizinischer Versorgung:

Dreimal wöchentlich wird ein mobiles Augenteam in entlegene Dörfer fahren, um möglichst viele Menschen untersuchen und behandeln zu können.

Besonders wichtig ist bei der Arbeit der mobilen Augenstation, Augenleiden bei Kindern möglichst früh zu erkennen und zu behandeln: Daher werden an Schulen Reihenuntersuchungen durchgeführt und Lehrer geschult, damit sie einfache Augenkrankheiten ihrer Schüler identifizieren können.
Auch Vitamin-A-Kapseln zur Vermeidung von Kinderblindheit durch Vitamin-A-Mangel werden bei Bedarf verteilt.

Einfache Augenleiden werden vom mobilen Team sofort behandelt. Weiters können die Mitarbeiter die Sehschärfe bestimmen und den Patienten bei Bedarf bei der Beschaffung von Brillen helfen.
Patienten, die eine Operation benötigen, werden aufgeklärt und in das Spital überwiesen. Ist die Reise für die Menschen unerschwinglich, werden sie kostenlos in die Klinik gebracht.
In den Dörfern werden ehrenamtliche Gesundheitshelfer geschult, ihnen wird das grundlegendste Wissen über Diagnose, erste Hilfsmaßnahmen und vor allem Prävention von Augenkrankheiten vermittelt.

Die von LICHT FÜR DIE WELT ermöglichte mobile Augenstation wird einen wesentlichen Beitrag zur Prävention und zur Heilung von Blindheit im Nordosten Indiens leisten. Denn erstmals werden in dieser Region viele zehntausend Menschen Zugang zu augenmedizinischer Versorgung, zu Augenuntersuchungen und –behandlungen haben.

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Zukunft für behinderte Kinder in Äthiopien

Nach Angaben der WHO sind weltweit 600 Millionen Menschen behindert, 80% von ihnen leben in den Armutsgebieten der Erde. Ein Großteil der Behinderungen wäre vermeidbar – schließlich ist die Hälfte aller Beeinträchtigungen armutsbedingt.
Kinderlähmung, Infektionskrankheiten, Unfälle, Unterernährung und mangelnde Hygiene sind einige Ursachen von Behinderungen. Behinderte Menschen in den Entwicklungsländern sind meist von den grundlegendsten Sozialleistungen ausgeschlossen, wie zum Beispiel von medizinischer Versorgung, Schulbildung und Zugang zum Arbeitsmarkt.
LICHT FÜR DIE WELT fördert derzeit 17 Projekte, um behinderten Menschen den Weg in ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu ebnen.

behindertes

Rehabilitationshelferin Birchco zeigt Terfas Mutter, wie sie mit dem Mädchen gehen trainieren kann.

Gondar liegt im Nordosten Äthiopiens. Das von LICHT FÜR DIE WELT initiierte Gemeindenahe Rehabilitationsprogramm in Gondar hat zu Beginn des Jahres seine Arbeit aufgenommen. Als erster Schritt wurden Rehabilitationshelfer aus den umliegenden Gemeinden ausgebildet. Sie kennen die Familien mit behinderten Kindern und ihr Umfeld. Die Physiotherapie-Studenten der Universität Gondar absolvieren im Rahmen ihrer Ausbildung eine Praktikum, in dessen Rahmen sie Einblick in die Schwierigkeiten und Hindernisse erhalten sollen, mit denen Behinderte Menschen im Alltag konfrontiert sind.
Rehabilitationshelfer und ein Student besuchen regelmäßig Familien mit behinderten Kindern. Mit den Familien erarbeiten sie individuell angepasste Trainingsprogramme für die kleinen Patienten. Dabei ist auch die Fantasie gefragt, denn berücksichtigt werden neben den Bedürfnissen der behinderten Kinder auch die Möglichkeiten der Familien: Geld für Geräte und Trainingsmaterialien hat keine der betroffenen Familien. Und so wird genutzt, was vorhanden ist: Stöcke, Bänke, Tische – dem Einfallsreichtum sind keine Grenzen gesetzt. Die kleine Terfa zum Beispiel übt gehen an einem aus Stöcken gebastelten Barren.

Ziel der gemeindenahen Rehabilitation ist, dass die behinderten Kinder gleichberechtigte Mitglieder in ihrer Gemeinschaft werden. Mittels Aufklärung ihres sozialen Umfelds wird der Grundstein zu ihrer Integration gelegt. Außerdem bekommen sie Zugang zu Schulbildung. Mit Hilfe dieses umfassenden Programms erhalten die Kinder eine echte Chance auf ein möglichst selbstbestimmtes Leben.

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Ausbildung lokaler Augenärzte in Ostafrika

Schon seit einigen Jahren engagiert sich LICHT FÜR DIE WELT für die Ausbildung von lokalen Augenärzte und anderen augenmedizinischen Fachkräften in den Schwerpunktländern in Ostafrika. An den Universitätskliniken in Nairobi/Kenia, und Moshi/Tansania, stehen derzeit 12 Augenärzte mit einem Stipendium von LICHT FÜR DIE WELT in der mehrjährigen Fachausbildung. Diese Stipendien wurden u.a. mit Hilfe der Länder Oberösterreich und Salzburg sowie der Firmen Silhouette und Alpla ermöglicht.
Der Kenianer Dr. Matende hat seine Ausbildung in Nairobi heuer abgeschlossen und wird nun seinen Landsleuten als Augenarzt zur Verfügung stehen.

Die Förderung der Ausbildung von lokalem augenmedizinischen Fachpersonal steht aus zwei Gründen im Vordergrund unserer Bemühungen: Zum einen ist der Bedarf nach wie vor sehr groß - im Durchschnitt kommt in Subsahara-Afrika ein Augenarzt auf 1 Million Einwohner! Zum anderen wird durch ein Studium an afrikanischen Universitätseinrichtungen erreicht, dass die Ausbildung sich an den lokalen Ressourcen orientiert und nicht an Geräten und mit Methoden gelernt wird, die dann in der Praxis nicht einsetzbar sind.

Um der steigenden Zahl an Auszubildenden gerecht werden zu können, muss die entsprechende Infrastruktur zur Verfügung gestellt werden. Daher wird am Kilimanjaro Christian Medical College in Moshi/Tansania von LICHT FÜR DIE WELT ein zusätzlicher Operationstrakt gebaut, wo eine noch intensivere und bessere Ausbildung möglich sein wird.
allein im Jahr 2003 wurden an dieser Klinik fast 30.000 Augenpatienten untersucht und 2.623 Operationen am Grauen Star durchgeführt.

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